Forschung und Anwendung

Team Okt. 2015
Team Okt. 2015

Forschungsinhalte

In den angegebenen Forschungsgebieten werden auch Bachelor-, Master- und Diplomarbeiten vergeben.

Interessierte Studierende können bei Prof. Dr. Niedeggen in der Sprechstunde weitere Informationen einholen

1. Grenzen automatischer Reizverarbeitung (Bewegungsblindheit, Wechselblindheit)

Zwei Methode zur Induzierung einer transienten Wahrnehmungsstörung werden verwendet: Mit dem Paradigma der ‚Bewegungsblindheit’ können die Voraussetzungen der bewussten Wahrnehmung einfachster visueller Reize geprüft werden. Unsere Verhaltens- und EEG-Studien zeigen, dass der Grad der sensorischen Aktivierung zwar eine Vorhersage über die erlebte Reizstärke erlaubt, jedoch kein hinreichender Prädiktor für eine bewusste visuelle Repräsentation ist. Die Methode der ‚Wechselblindheit’ erlaubt uns, den Übergang von einer unbewussten zu einer bewussten visuellen Wahrnehmung zu untersuchen. Dabei gewährt das Phänomen der Wechselblindheit auch einen Einblick in die Speicherung der Umwelt im Gehirn: Die visuelle Repräsentation scheint primär durch den ersten Eindruck geprägt zu werden.

Aktuelle Publikationen:

Michael, L., Hesselmann, G., Kiefer, M., & Niedeggen, M. (2011): Distracter-induced blindness for orientation changes and motion coherence. Vision Research, 51, 1781-1787.

Niedeggen, M., Hesselmann, G., & Michael L.: Closing the gates to consciousness: Cumulative frontal negativity is related to distractor-induced blindness (accepted for publication: Journal of Cognitive Neuroscience)

2. Determinanten der visuellen Reizerscheinung

Mit Hilfe verschiedener Paradigmen (zeitliche und visuell-räumliche Aufmerksamkeitslenkung) wird untersucht, ob die Qualität der Wahrnehmung (Reizempfindung) von der Ablenkung des Fokus der Aufmerksamkeit, bzw. von den freien Ressourcen abhängt. Weiterhin untersuchen wir, wie sich die Perezption unterschiedlicher visueller Reizeigenschaften unter einer geringen Alkoholintoxikation verändert.  

Aktuelle Publikationen:

Weschke, S. & Niedeggen, M.: Effects of moderate alcohol consumption on visual contrast and motion processing (accepted for publication: Psychophysiology)

3. Verarbeitung des sozialen Aus- und Einschluss

Mit Hilfe des Cyberballparadigmas untersuchen wir die zentralnervösen Korrelate von Aus- und Einschlusseffekten. Primäres Interesse gilt dabei dem Monitioring von Erwartungskomponenten, und ihrer Abhängigkeit von vorherigen sozialen Erfahrungen.

Aktuelle Publikationen:

Gutz, L., Küpper, C., Renneberg, B., & Niedeggen, M. (2011) Processing social participation: An ERP study. NeuroReport, 22, 453-458.

 

Klinische Neuropsychologie

4. Veränderungen der Leistungsfähigkeit durch Kognitives Training

Im Rahmen der Neuropsychologischen Sprechstunde evaluieren wir ein Kognitives Training, das bei gesunden älteren Menschen oder bei SeniorInnen mit milden kognitiven Einbußen (MCI) eingesetzt werden kann. Zusätzlich wird geprüft, ob Patienten mit einem Fatigue-Syndrom nach der Tumorbehandlung von den Kognitiven Training profitieren können

5. Entwicklung neuer neuropsychologischer Testverfahren

In Zusammenhang mit dem Buch 'Visuelle Wahrnehmungsstörungen' (Niedeggen & Jörgens, 2005, Hogrefe-Verlag) haben wir ein Testprogramm entwickelt, welches eine Reihe von Funktionen prüft, die nicht Gegenstand einer neuropsychologischen Standarduntersuchung sind.

Das Programm (Screening Visueller Wahrnehmungsfunktionen) sollte auf - fast - allen PCs im Windows-Betrieb lauffähig sein. Wir bearbeiten momentan dieses Programm, damit es noch einfacher in der Anwendung wird und gleichzeitig einen größeren Bereich visueller Funktionen abdeckt.