- BeLesen - Berliner Längsschnittstudie zur Lesekompetenzentwicklung von Grundschulkindern (Schriftspracherwerb von Grundschulkindern nichtdeutscher Herkunft)

BeLesen

Projektleitung:

MitarbeiterInnen:

  • Judith Francke, Lehrerin
  • Karen Gelfort, Lehrerin
  • Andreas Heinzte M.A., Lehrer
  • Dipl.-Psych. Christina Limbird, Doktorandin
  • Dipl-Päd. Stephan Mücke

Projektträgerschaft:

Interdisziplinäres Zentrum für Lehr-Lern-Forschung (IZLL) der Freien Universität Berlin

Das Zentrum, mit Sitz im Arbeitsbereich Empirische Erziehungswissenschaft, setzt sich aus Fachdidaktikern, Grundschulpädagogen, Schulpädagogen und pädagogischen Psychologen zusammen und verbindet verschiedene Forschungsprojekte. Ziel des IZLL ist es, die Lehr-Lernforschung zu fördern, in der angewandten Schul- und Unterrichtsforschung mit Schulen zu kooperieren, wissenschaftliche Erkenntnisse in der Praxis zu überprüfen und in diese zu übertragen.

Koordinatorin des IZLL:

Dipl-Päd. Julia Schneewind, Doktorandin

Auftraggeber:

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport  Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport


Materialien von der Pressepräsentation am 27. Juni 2003:

Beschreibung:

Die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport hat beim Interdisziplinären Zentrum für Lehr-Lernforschung der Freien Universität Berlin eine Langzeituntersuchung zum „Schriftspracherwerb von Grundschulkindern nichtdeutscher Herkunftssprache“ in Auftrag gegeben. Die Untersuchung wird seit Herbst 2002 unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Merkens und Prof. Dr. Agi Schründer-Lenzen durchgeführt.

Ziel der Studie ist es, den Erfolg verschiedener Unterrichtsmethoden beim Erwerb der Lesekompetenz für Schüler mit Migrationshintergrund zu untersuchen. Damit werden im Ergebnis erstmalig die methodischen Arrangements von Unterricht benannt werden können, die langfristig die höchste Lerneffektivität für den Erwerb der deutschen Sprache aufweisen. Im Gegensatz zu PISA und IGLU geht es in diesem Forschungsprojekt nicht darum, ein Ranking der Berliner Schulen zu ermitteln. Aufgabe dieses Projekts ist es vielmehr, gezielt und unmittelbar zu einer Optimierung des Schulalltags in Berliner Schulen beizutragen und gleichzeitig Modelle von Best Practice zu identifizieren.

Insgesamt nehmen 26 Berliner Grundschulen mit 59 Klassen und 1250 Schülern aus den schulischen Brennpunkten der Stadt an der Untersuchung teil. Der Anteil der Kinder mit Migrationshintergrund liegt mit 70 Prozent weit über dem Berliner Durchschnitt.

Die Studie kontrolliert anhand von Schulleistungstests den Lernerfolg der jetzigen Erstklässler über einen Zeitraum von vier Jahren in den zentralen Lernbereichen. Da die Beherrschung der deutschen Schriftsprache als Schlüsselkompetenz für alle Schulfächer gesehen werden muss, wird der Lernentwicklung im Lesen und Schreiben besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Außerdem werden die Leistungen in Mathematik und Sachkunde beobachtet.

Gleichzeitig wird auch der Einfluss inner- und außerschulischer Rahmenbedingungen kontrolliert. So sind die deutschen Sprachkenntnisse von Migrantenkindern bei Schuleintritt durchaus unterschiedlich und die Berliner Schule sieht hierfür auch jetzt schon unterschiedliche Fördermaßnahmen vor: Je nach deutschen Sprachkenntnissen werden Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache (ndH) in Kleinklassen unterrichtet, erhalten zusätzlichen Deutsch-Förderunterricht oder werden von Anfang an zweisprachig alphabetisiert. Auch diese unterschiedlichen Organisationsformen der Beschulung von Kindern mit Migrationshintergrund werden mit dieser Studie erstmalig einer Evaluation unterzogen.

Alle an der Untersuchung beteiligten Klassen werden halbjährlich in den Bereichen Lesen, Rechtschreiben, Mathematik und ab Ende Klasse 2 auch in Sachkunde getestet. Nach jedem Messzeitpunkt werden den Lehrkräften die Testergebnisse ihrer Klasse schriftlich vorgelegt und in speziellen Informationsveranstaltungen erläutert.

Ziel dieses Rückmeldesystems ist es, den Lehrkräften kontinuierlich ausschließlich auf ihre Klasse bezogene Informationen über die Lernentwicklung der Kinder zu liefern und gleichzeitig Kinder mit besonderen Schwierigkeiten zu identifizieren, damit sie frühzeitig gefördert werden können. Da im halbjährlichen Rhythmus eine erneute Überprüfung der Lernentwicklung stattfindet, sind auch die jeweils eingeleiteten Fördermaßnahmen in ihrer Effektivität abschätzbar. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die Untersuchung noch in ihrem Verlauf zu einer Qualitätsverbesserung des Unterrichts für Kinder nichtdeutscher Herkunftssprache beitragen kann.

zur Übersicht aller Forschungsprojekte im Schwerpunktbereich empirische Erziehungswissenschaft »