- Jugend in der DDR - Rekonstruktion und Reanalyse des Einflusses von sozialen und sozialökonomischen Lebensbedingungen auf Wertorientierungen der Schuljugendlichen in der DDR

Jugend in der DDR

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Beschreibung:

Die Arbeiten zum Projekt „Rekonstruktion und Reanalyse“ verliefen vor allem unter zwei Problemstellungen: Erstens ging es um die Sicherung, das Ordnen und die Neuerfassung von Primärdaten bildungssoziologischer Untersuchungen der Abteilung Bildungssoziologie für den Zeitraum 1970 bis 1989/ 1990. In diesem Zeitraum wurden mehrere Forschungsprojekte mit dem Ziel durchgeführt, die Zusammenhänge zwischen sozialer Herkunft und Ausstattung des sozialen und materiell-räumlichen Nahraums sowie zu Bildungsaspirationen und Wertvorstellungen von Schuljugendlichen zu untersuchen.

Folgende Themen wurden dabei einer Analyse unterzogen: die Bewährung von Schulabsolventen im gesellschaftlichen Leben, Lebensbedingungen und Lebensweise älterer Schüler, Aneignung sozialer Erfahrungen durch die Heranwachsenden, Lebensziele und Wertvorstellungen Schuljugendlicher, Lebensbedingungen in Schule, Familie und Territorium, Bildungsklima und Schulerfolg, Berufslaufbahnen und Übergangsprobleme, Einstellung zur Arbeit, soziale Aktivitäten von Schülern und Schulabsolventen, geschlechtsspezifische Entwicklungen, regional bedingte Besonderheiten sowie sozialstrukturelle Gegebenheiten. Es wurden sowohl quantitative (standardisierte schriftliche und mündliche Befragungen) als auch qualitative Erhebungsmethoden (halbstandardisierte Beobachtungen, narrative Interviews, Gruppendiskussion) genutzt sowie eine umfangreiche Auswertung von Statistiken und Dokumenten (Territorialanalyse) vorgenommen. Diese Forschungen erbrachten eine Materialfülle, die bis jetzt weder datentechnisch noch theoretisch aufgearbeitet wurde. Die Auswertung zur Zeit der DDR konzentrierte sich vorrangig - auch wegen fehlender technischer Hilfsmittel - auf Häufigkeitsverteilungen und Korrelationsanalysen. Weiterführende statistische Analysen, Aggregationen etc. wurden kaum genutzt.

Zweitens erfolgt eine Reanalyse der Daten mit Hilfe multivariater Analysemethoden und unter Einbeziehung der qualitativen Ergebnisse erfolgen, um dadurch einen Beitrag zur Rekonstruktion von Lebenswelten in der DDR am Beispiel von Schuljugendlichen zu leisten sowie vorhandene innere Differenzierungen zu zeigen. Dazu sind im Sinne einer historischen Sozialisationsforschung die jeweils zeittypischen Bedingungen der Lebenswelten und die in ihnen erworbenen Erfahrungen zu rekonstruieren. Für die hier erfasste Altersgruppe lässt sich die Lebenswelt als der alltägliche Raum für ihre sozialen Aktivitäten und Beziehungen innerhalb einer spezifischen Konstellation von Institutionen beschreiben. In erster Linie sind hier Schule und Familie zu nennen. Als Variablen stehen dafür u.a. zur Verfügung: Region (Groß-, Mittelstadt, ländlicher Raum); Schule (Schulform, Beschreibung der Schuleinzugsgebiete, materielle und soziale Ausstattung, Schulklima); Klasse (Beobachtungen zum Sozialverhalten, Selbsteinschätzung der sozialen Beziehungen, Schulleistungen); Familie (Sozialstatus der Eltern, familiale Situation, materielle Bedingungen, Familienklima, Werte).

Publikationen:

  • Steiner, I. (1998): Spielraum im Plan. Die Schulen der Stadt Brandenburg 1982-1983, Baltmannsweiler
  • Merkens, H. (Hg.) (2000): Übereinstimmung und Differenz - Jugend in der DDR, Baltmannsweiler

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