Lehrpersonen mit Führungsfunktion in einem Schulentwicklungsprojekt aus Governance-Perspektive

Lehrpersonen mit Führungsfunktion in einem Schulentwicklungsprojekt aus Governance-Perspektive - Nina-Cathrin Strauß

Mit dem Wissen über die Bedeutung von Führung wird vermehrt in schulischen Reformprojekten eine wichtige, führungsverantwortliche Funktion eingeplant, für die u.a. aufgrund der Fülle an Schulleitungsaufgaben oft eine gesonderte Lehrperson aus dem Kreis des Kollegiums eingesetzt wird. Diese Verteilung von Verantwortung bzw. Führungsaufgaben auf weitere, bislang nicht zwingend an Schulleitungsaufgaben beteiligte Personen, ist im deutschsprachigen Schulfeld und auch darüber hinaus verbreitet. Im Vergleich zum Stand der empirischen Schulentwicklungs- und Schulleitungsforschung ist dieses Phänomen im deutschsprachigen Raum noch wenig systematisch untersucht worden, trotz der Bedeutung der Funktionen im Rahmen der Umsetzung von Innovationen und der Gestaltung schulischer Veränderungsprozesse. Demgegenüber ist der internationale Forschungsstand weiter, jedoch noch uneinheitlich und wenig tiefergehendes Wissen über spezifische Verteilungsformen von Führung in Schulentwicklungsprozessen vorhanden.

Daher ist es Ziel dieser Dissertation, das funktionsbezogene Selbstverständnis der Akteure (führungsverantwortliche Lehrpersonen) im Spiegel des schul-, innovations- und projektbezogenen Handlungsrahmens im Verlauf eines Schulentwicklungsprojektes explorativ zu untersuchen und Implikationen für die professionelle Konzipierung und Gestaltung solcher Funktionen in Schulen und Schulentwicklungsprojekten abzuleiten.

Methoden/Vorgehen

Die Daten entstammen der wissenschaftlichen Begleitforschung des Projektes „Umweltschulen – Lernen und Handeln“, in dem wie in anderen Reformprojekten („Transfer 21“, „Schulen im Team“ „SwiSE“, „SINUS“) die Mandatierung einer verantwortlichen, schulinternen Person vorgegeben ist. Im Zentrum stehen die projektbegleitend erhobenen Interviewdaten von Lehrpersonen sowie Abschlussgespräche mit Schulleitungen. Darüber hinaus stehen strategische Planungsdokumente der Schulen, die Dokumentation der Beratungen durch die Gesamtprojektleitung sowie standardisiert erhobene Daten zum schulischen Kontext zur Verfügung, um mithilfe der Methode der „Grounded Theory“ die unterschiedlichen Informationen aus den Daten unter Einbezug des bestehenden theoretischen Wissens zu konzeptualisieren und zu einer möglichst vollständigen Theorie über das untersuchte Phänomen zu gelangen.