Sehlabor

Das Sehlabor an der Freien Universität Berlin als Schnittstelle zwischen neurokognitiver und erziehungswissenschaftlicher Forschung sowie pädagogischer Praxis

Aus der langjährigen Kooperation des Arbeitsbereichs Allgemeine und Neurokognitive Psychologie mit der SensoMotoric Instruments GmbH (SMI), einem der weltweit führenden Hersteller von Systemen für die Blickbewegungsmessung, entwickelte sich die Idee, ein Sehlabor an der Freien Universität Berlin aufzubauen. Mit der kürzlich erfolgten Markteinführung von Blickbewegungsmessgeräten, die nicht primär auf Anwendungen in der Grundlagenforschung ausgerichtet sind, aber dennoch hochpräzise Daten liefern, ergab sich erstmals die Möglichkeit, über den Aufbau einer Klassenzimmer-ähnlichen Einrichtung nachzudenken, die mit vernetzten Eyetracker-Arbeitsplätzen sowie einer Steuerungsplattform ausgestattet ist.

Nach der Implementierung von eyetracking-basierten neurokognitiven Diagnostik- und Trainingstools soll zukünftig das Sehlabor von Schulen gebucht werden können, um Schulklassen standardisierten Testungen lern-relevanter Funktionen (von Sprachstandsmessung über Diagnostik der Leseleistung bis hin zur Diagnostik von Aufmerksamkeitsfunktionen) zu unterziehen bzw. um gezielt bestimmte kognitive Funktionen zu trainieren. Neben solchen Diagnostik- und Trainingsangeboten für Berliner Schulen soll das Sehlabor darüber hinaus als Simulationslabor in der pädagogisch-didaktischen Grundlagenforschung eingesetzt werden. Das Sehlabor dient also der Lehr-Lernforschung als innovative Test- und Evaluationsumgebung für die Erprobung didaktischer Konzepte.