Forensische Neuropsychologie

Erweiterung des aussagepsychologischen Methodenrepertoirs

In enger Kooperation mit dem Institut für Forensische Psychiatrie in
Berlin untersuchen wir angewandte Fragestellungen der forensischen
Psychologie. Dabei nutzen wir die gesamte Vielfalt des neurokognitiven
Methodeninventars, um neue diagnostische Ansätze für Problemstellungen
zu entwickeln, bei denen klassische forensisch-psychologische
Vorgehensweisen an ihre Grenzen stoßen.
Unsere aktuellen Studien im Bereich der Aussagepsychologie beschäftigen
sich mit der Unterscheidbarkeit erlebnisbasierter Zeugenaussagen von
suggerierten oder erfundenen Aussagen. Für diese Fragestellungen bietet
die Aussagepsychologie akzeptierte Untersuchungsmethoden, die jedoch bei
bestimmten Konstellationen nicht angewendet werden können. Liegen zum
Beispiel massive suggestionsfördernde Bedingungen vor, kann ein
tatsächlicher Erlebnisbezug mit derzeitigen aussagepsychologischen
Methoden kaum positiv belegt werden. Deshalb sind alternative Verfahren
hier von besonderer Bedeutung. Weil sich erlebnisbasierte und
suggerierte Aussagen auf der Verhaltensebene kaum voneinander
unterscheiden, birgt der neuropsychologische Ansatz die Hoffnung, eine
Trennung aufgrund hirnphysiologischer Korrelate zu ermöglichen.

Ansprechpartner:

Dipl.-Psych. Anett Tamm
Institut für Forensische Psychiatrie
Charité - Universitätsmedizin Berlin
anett.tamm@charite.de
www.forensik-berlin.de