Töten. Affekte, Akte und Formen

Christoph Wulf und Jörg Zirfas (Hg.): TÖTEN - Affekte, Akten und Formen, Paragrana. Internationale Zeitschrift für Historische Anthropologie Bd. 20, 1, 2011.

 

 

Für die Erforschung von Emotionen spielen Grenzsituationen eine wichtige Rolle. In ihnen zeigen sich Aspekte, die für das Verständnis von Emotionen und die Erklärung ihrer Dynamik und Performativität von zentraler Bedeutung sind. Töten ist eine solche Grenzsituation. Daher ist es für die Erforschung der Emotionen aufschlussreich zu untersuchen, wie die Akte des Tötens inszeniert werden und welche Emotionen dabei entstehen.

 

Im hier gewählten konzeptuellen und methodischen Vorgehen geht es darum herauszuarbeiten, wie der historische und kulturelle, der politische, institutionelle und soziale Kontext die Emotionen beim Töten bestimmen. Zugleich gilt es die Frage zu untersuchen, ob nicht Töten auch Emotionen verursacht, die trotz ihrer Kontextgebundenheit universell sind. Im Zentrum der Tagung steht die Frage, wie der universelle und der partikulare Charakter des Tötens miteinander verwoben sind. An zahlreichen Fallstudien soll untersucht werden, wie individuelle und kollektive Emotionen ineinandergreifen und Rituale, Gesten und Akte des Tötens inszeniert und aufgeführt werden.