KOMPETENT | Studie

KOMPETENT

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Was in der Studie untersucht wird

Arbeit ohne Grenzen

Die Unternehmen der New Economy werden häufig als Prototypen entgrenzter Arbeitsverhältnisse angesehen. Vor allem die Entgrenzung von Arbeit und Freizeit in den aufstrebenden Startups von Berlin, Hamburg und München machte lange Zeit Schlagzeilen. Arbeitsgestaltung ist angeblich nur noch schwer von Lebensgestaltung (bzw. "lifestyle") zu trennen, Freunde sind angeblich nur noch schwer von Kollegen zu unterscheiden und der Büro- vom Esstisch nicht mehr auseinander zu halten. Auch innerhalb der Arbeit selbst kann eine Entgrenzung dahingehend beobachtet werden, dass einst eng definierte Strukturen von Handlungs-, Autonomie- und Verantwortungsspielräumen zunehmend durchlässiger werden. Neben rein fachlichen Qualifikationen gewinnen Kompetenzen im Bereich des (Selbst-) Managements immer stärker an Bedeutung.

Lässt sich also die Situation der vergleichsweise jungen Beschäftigten im IT-Bereich tatsächlich so beschreiben, dass; eine Entgrenzung der beruflichen und außerberuflichen Lebenwelt stattfindet? Und wie arrangieren sich die Mitarbeiter mit dieser Situation? Kommt es bei einem Teil der Untersuchungsgruppe mit einer Veränderung des sozialen Umfeldes (durch feste Partnerschaften, Pläne zur Familiengründung und durch ein damit verändertes soziales Netzwerk) zur Kollision zwischen der eben beschriebenen Lebensgestaltung und anderen Werten und Anforderungen?

Arbeit ohne Plan?

Planbarkeit - oder besser: das Umgehen mit Nicht-Planbarkeit - stellt für IT-Unternehmen und deren Mitarbeiter eine besondere Herausforderung dar. Aufgrund der extremen Dynamik der Technologie-, Produkt- und Unternehmensentwicklung erscheint z.T. selbst eine kurzfristige Organisation des beruflichen Alltagshandelns nur schwer möglich. Wir möchten untersuchen, wie Mitarbeiter diesen Anforderungen begegnen und welche individuellen übergreifenden Kompetenzen sie für deren erfolgreiche Bewältigung entwickeln. Außerdem interessiert uns, ob und inwieweit diese Bedingungen das Nachdenken über die eigene längerfristige Karriere- und Lebensplanung beeinflussen. Wie sehen sich diese Mitarbeiter selbst in der Zukunft? Welche weiterreichenden persönlichen Ziele und Projekte verfolgen sie?

Arbeit ohne Ende?

Arbeitszeiten "ohne Ende" gelten in der "neuen Arbeitswelt" inzwischen schon als selbstverständlich. Sie sollen als ein wesentliches Merkmal der Entgrenzung von Arbeit und Freizeit (vgl. Arbeit ohne Grenzen) in dieser Studie genauer untersucht werden. Dabei interessiert uns neben der tatsächlichen Arbeitszeit in IT-Firmen vor allem, inwieweit sich die herausragende Bedeutung des Faktors Zeit auf die Arbeits- und Lebensorganisation des einzelnen Mitarbeiters niederschlägt. Welche Strategien erfolgreichen Zeitmanagements lassen sich dabei beobachten und wie werden Arbeits"zeit" und Frei"zeit" miteinander arrangiert?

Arbeit ohne Vorgesetzte?

Eigenverantwortung und Autonomie der Mitarbeiter spielen in modernen Organisationsstrukturen eine immer wichtigere Rolle. Angesichts dieser Entwicklung bleibt der Trend zu möglichst flachen Hierarchien ungebrochen. Bei vielen Unternehmensgründungen in der New Economy gelten hierarchische Strukturen (nach wie vor) als überflüssig und unerwünscht, zumal sich viele Gründungsteams aus einem gemeinsamen Freundes- und Bekanntenkreis konstituieren. Nicht zuletzt scheint die "familiäre" Atmosphäre beträchtliche Identifikations- und Motivationspotientale (bis hin zur vielzitierten "Selbstausbeutung") freizusetzen.

Wie hat sich die Struktur und Kultur unserer Kooperationsunternehmen seit ihrer Gründung verändert? Wie wird diese Entwicklung aus Sicht Ihrer Mitglieder erlebt? Welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Aspekte wie Solidarität und Kooperation mit Kollegen und Vorgesetzten?

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Wer in der Studie untersucht wird

In einer ersten Erhebung interviewen wir gegenwärtig rd. 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen IT-Unternehmen. Dabei streben wir bei der Auswahl von Unternehmen und Beschäftigten eine möglichst heterogene Zusammensetzung an. Mitarbeiter aus neu gegründeten High-Tech-Startups sollen dabei ebenso Berücksichtigung finden, wie die etablierter Multi-Media-Agenturen oder Beschäftigte aus Großunternehmen der Softwareentwicklung. Angestrebt wird außerdem ein möglichst repräsentatives Verhältnis von Frauen und Männern, sowie von unterschiedlichen "Berufs"gruppen (Programmierern, Web-Designern, "Personalern" usw.) und Hierarchieebenen (falls es sie denn doch gibt... vgl. Arbeit ohne Vorgesetzte?).

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Wie methodisch vorgegangen wird

Bei dem Projekt "KOMPETENT" handelt es sich um eine Längsschnitt-Studie, d. h. wir möchten die für unsere Studie gewonnenen IT-Mitarbeiterinnen und -mitarbeiter einmal jetzt (im Herbst/Winter 2001/02) und ein weiteres Mal im Frühjahr/Sommer 2003 ausführlicher zu ihrer Lebensgestaltung und Kompetenzentwicklung befragen. Um in der Zwischenzeit über mögliche relevante Veränderungen im Berufs- und/ oder Privatleben unserer Untersuchungspartner auf dem Laufenden zu bleiben, möchten wir außerdem vierteljährlich eine ganz kurze (schriftliche) Online-Befragung durchführen.

Bei den Interviews selbst arbeiten wir mit sog. halboffenen, leitfadengestützten Intensiv-Interviews. Anstelle des rein schematischen "Abarbeitens" vorgegebener Fragen, können bei dieser Form des Interviews Themenbereiche und Fragestellungen individuell diskutiert und vertieft werden. Daraus resultiert zum einen eine angenehme Gesprächsatmosphäre. Zum anderen können wir mit diesem Vorgehen die Chance erhöhen, tatsächlich die Fragen zu erörtern, die unseren Interviewpartnern selbst wichtig sind (und nicht nur die Fragen, die uns wichtig erscheinen). Das Interview dauert ca. 1 1/2 Stunden. Das Einverständnis unserer Untersuchungspartner vorausgesetzt, zeichnen wir das Interview mit dem Tonband auf, um später den genauen Gesprächsverlauf nachvollziehen zu können (und dabei nicht nur auf unser Gedächtnis angewiesen zu sein). Alle gewonnen Daten werden von uns selbstverständlich vertraulich behandelt und sämtliche personenbezogenen Angaben (Personen-, Firmen-, Ortsnamen etc.) bereits bei der Transkription (Verschriftlichung) anonymisiert. Rückschlüsse auf die befragte Person sind somit nicht möglich.

Noch ein letztes Wort zu unseren Interviews: Wir haben in vorangegangenen Forschungsprojekten zur beruflichen Entwicklung immer wieder die Erfahrung gemacht, dass diese Art der Intensiv-Interviews nicht nur für uns spannende Informationen bereithält, sondern auch unseren Gesprächspartnern Anregungen und ein für sie selbst produktives Nachdenken über ihr Arbeits- und Freizeitleben ermöglicht.

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Warum & wozu die Studie durchgeführt wird

Während die Medien sich der neuen Generation von (jetzt noch sehr jungen) Beschäftigten aus dem IT-Umfeld – vorzugsweise aus der Startup-Szene – recht intensiv annahmen, hat diese Gruppe in der sozialwissenschaftlichen Forschung bislang noch keine besondere Aufmerksamkeit gefunden. Zudem sind die wenigen, vorwiegend aus Querschnitts-Analysen gewonnenen Untersuchungsergebnisse angesichts der Dynamik dieses Bereichs nur von kurzer Halbwertszeit. Von der längsschnittlichen Untersuchung über einen Zeitraum von zunächst zwei Jahren versprechen wir uns daher wesentlich aussagekräftigere und zuverlässigere Ergebnisse. Grundlegende Erkenntnisse vermuten wir v.a. allem im Bereich der Kompetenzentwicklung. So hoffen wir, nicht nur zentrale, für die IT-Welt (und damit für ein in Zukunft dominierendes Tätigkeits- und Lernumfeld) wichtige, neue Schlüsselkompetenzen zu identifizieren, sondern auch die organisationalen und außerberuflichen und (Lern-)Kontexte benennen zu können, die zu dieser Entwicklung beigetragen haben. Diese Ergebnisse sollen wiederum gezielt für die Konzeption von Maßnahmen der Kompetenzförderung auf individueller Ebene (Personalentwicklung im Unternehmen, außerbetriebliche Weiterbildung) und zur Entwicklung von Strategien der Organisationsentwicklung fruchtbar gemacht werden.

Alle teilnehmenden Unternehmen werden wir kontinuierlich über den Forschungsstand auf dem Laufenden halten und ihnen nach Abschluss der Untersuchung unsere Ergebnisse zur Verfügung stellen.

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