Jewgeni Kegeles

Annähernd 5-17% der in Deutschland lebenden Personen haben Schwierigkeiten beim Lesen, obwohl ihre Intelligenz normal oder gar überdurchschnittlich ist und sie über ein gesundes Hör- und Sehvermögen verfügen. Dieses Phänomen nennt man Dyslexie. Welchen Einfluss die genetische Ausstattung auf Dyslexie hat, ist noch weitgehend ungeklärt.

Unser Vorhaben zielt darauf ab, im Rahmen eines multimethodischen und modellgeleiteten „imaging genetic“ Ansatzes den genetischen Einfluss auf die strukturellen Hirneigenschaften sowie auf die kognitiven Teilprozesse der globalen Leseleistung zu untersuchen. Dafür wird aus dem Genotyp des Probanden ein individueller mit dem Lesen assoziierter genetischer Wert (IRAGS – Individual Reading-Associated Genetic Score) errechnet und mit den verhaltensmäßigen (behavioralen) sowie neuroanatomischen (strukturellen) und physiologischen (funktionellen) neurokognitiven Daten des Probanden in Zusammenhang gesetzt.

Eine Kombination aus genanalytischen und bildgebenden Verfahren soll ein umfassendes Verständnis der Lesefertigkeit vom Gen über die Hirnfunktion hin zu den Teilprozessen der globalen Leseleistung ermöglichen. Dies sollte eine Grundlage für die Entwicklung der krankheitsspezifischen Diagnostik- sowie Therapieverfahren bieten.

Nikulin VV, Kegeles J, Curio G. Miniaturized electroencephalographic scalp electrode for optimal wearing comfort. Clin Neurophysiol. 2010 Jul; 121(7):1007-14.