Forschungsprojekte am Arbeitsbereich

Laufende Projekte

K2Teach- Know how to teach: Forschungskompetenzen für eine evidenzbasierte Unterrichtspraxis erwerben (Teilprojekt 1)

Laufzeit: 2015-2018

Projektinhalt:

Eine Kernaufgabe von Lehrkräften liegt -nach den Standards der Kultusministerkonferenz für die Lehrerbildung (2004; 2014)- in der gezielten und wissenschaftlich fundierten Planung, Organisation und Reflexion von Lehr- und Lernprozessen sowie in der kompetenten Wahrnehmung von schulischen Beurteilungs- und Beratungsaufgaben. Dabei gilt das Leitbild der evidenzbasierten Profession: Lehrkräfte sollen ihre Entscheidungen nach Möglichkeit auf empirische Evidenz und eine nachgewiesene Wirksamkeit gründen. Solch eine evidenzbasierte adaptive Unterrichtspraxis ist insbesondere in heterogenen Klassenzimmern relevant. Um diese umzusetzen, benötigen Lehrkräfte entsprechende professionsbezogene Forschungskompetenzen, z.B. bei der Diagnose von Lernvoraussetzungen, bei der (adaptiven) Planung pädagogischer Interventionen oder bei der Evaluation der (differentiellen) Wirksamkeit dieser Interventionen.

Im Rahmen von K2Teach wird am Arbeitsbereich Qualitätssicherung und Evaluation im Bildungswesen ein Seminar zur Förderung der Kompetenz zur Evaluation von Lehr-Lernprozessen mit dem Ziel einer datengestützten Unterrichtsentwicklung konzipiert, in die Lehramtsausbildung an der FUB implementiert und evaluiert. Dies geschieht in enger Kooperation mit dem Institut für Schulqualität (ISQ), Prof. Dr. Bettina Hannover (Arbeitsbereich Schul- und Unterrichtsforschung, FUB) und Prof. Dr. Annette Kinder (Arbeitsbereich Lernpsychologie, FUB).

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Katharina Thoren und Marina Wenger

Förderung: BMBF

Weitere Informationen: http://www.fu-berlin.de/sites/k2teach/index.html


Schulumwelten

Laufzeit: 2015-2019

Projektinhalt:

Die Schule ist als institutionelle Lernumwelt von besonderer Bedeutung für Kompetenz- und Persönlichkeitsentwicklung. Zusätzlich zu unterschiedlichen individuellen Voraussetzungen von Schülern/-innen unterscheiden sich auch die Bedingungen im Unterrichts- und Schulkontext. Dabei stellt sich die Frage, wie unterschiedlich Schulen in ihren Leistungen sowie in ihren Schul- und Unterrichtsmerkmalen sind. Das Promotionsprojekt soll in diesem Zusammenhang den empirischen Kenntnisstand zur Variabilität schulischer Lernumwelten erweitern. Dabei stehen bedeutsame Bedingungen des Unterrichts- und Schulgeschehens (bspw. Kontextmerkmale und Qualitätsmerkmale des Unterrichts) im Fokus der Betrachtungen. In drei Teilstudien werden sowohl Daten aus internationalen Large-Scale-Assessments aber auch aus regionalen Schulinspektoraten für die Analysen genutzt.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Marina Wenger


Dissertationsprojekt: Profiles in Students’ Achievement and Achievement Motivation: Gender Differences, Top Performers, and Life Outcomes

In meiner Dissertation beschäftige ich mich mit Leistungs- und Leistungsmotivationsprofilen von Schülern. Genauer interessieren mich dabei drei Fragestellungen:

  1. Inwiefern unterschieden sich die Leistungs- und Leistungsmotivationsprofile von 15-jährigen Spitzenleistern in Mathematik zwischen Jungen und Mädchen? Und inwiefern können diese Profile herangezogen werden, um den sogenannten „Gender-Gap“ im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) zu erklären?
  2. Welcher funktionale Zusammenhang besteht zwischen akademischer Leistung und akademischem Selbstkonzept bei Kindern im Grundschulalter sowie bei Jugendlichen in der Sekundarstufe?
  3. Welche prädiktive Bedeutung haben Notenprofilen und das Notenniveau für das Bildungsniveau und den beruflichen Erfolg über die Lebensspanne?

Um diese Fragen zu beantworten, verwende ich Daten aus Large-Scale-Assessments (PISA, TIMSS und PIRLS) sowie luxemburgische Längsschnittdaten (MAGRIP, Zeitspanne 40 Jahre). Die Verwendung von Daten aus Large-Scale-Assessments und Längsschnittdaten ermöglicht es, repräsentative Ergebnisse zu erhalten sowie Entwicklungsverläufe zu messen.

Das Dissertationsprojekt wird über ein Stipendium der International Max Planck Research School on the Life Course (LIFE) finanziert.

Doktorandin: Lena Keller


Abgeschlossene Projekte

Evaluation des Zusammenhangs zwischen Schülerleistung, Einschulungsalter und Jahrgangsübergreifendem Lernen in Berlin (ALTERJÜL)

Laufzeit: 2013-2016

Projektinhalt:

Kinder unterscheiden sich deutlich in ihren Lernvoraussetzungen beim Schuleintritt. Bildungsverwaltungen reagieren unterschiedlich auf diese Heterogenität: So unterscheiden sich gesetzliche Richtlinien darin, ab welchem Alter Kinder eingeschult oder wie viele Klassenstufen sie gemeinsam unterrichtet werden. Im Projekt wird durch eine Re-Analyse von Daten aus mehreren repräsentativen Schülerleistungsstudien im Rahmen mehrerer Studien untersucht, wie jahrgangsübergreifendes Lernen (JÜL) in der Schulanfangsphase implementiert wird und wie sich Einschulungsalter und JÜL auf die schulische Entwicklung auswirken. Das Projekt richtet sich an Kinder und Jugendlich in Berlin, da durch die jüngsten Bildungsreformen zur schrittweisen Einführung von JÜL und der Absenkung des Einschulungsalters in Berlin die Forschungssituation eines natürlichen Experimentes entstanden ist.

Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Katharina Thoren

Publikationen: Erste Ergebnisse zur Evaluation der Früheinschulung


Weiterentwicklung, Normierung und Validierung des Instruments Lernausganglage Berlin (LauBe)

Laufzeit: 2013-2015

Projektinhalt:

In den ersten Wochen der Schulanfangsphase bearbeiten fast alle Kinder in Berlin die Lernausgangslage Berlin (LauBe) mit dem Ziel, ihre individuellen Eingangsvoraussetzungen in den Fächern Mathematik und Deutsch zu erfassen. In diesem Forschungsprojekt geht es um die Weiterentwicklung, Normierung und Validierung des Diagnoseinstruments LauBe. Das Projekt wird von der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft gefördert.

Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen: Dominique Gönder und Caroline Magister.