PAI– Peer-Assistierte Soziale und Identifikatorische Integration geflüchteter Schülerinnen und Schüler


  • Laufzeit: 2016-2018
  • Gefördert durch: Robert Bosch Stiftung
  • Projektleitung: Prof. Dr. Bettina Hannover und Dr. habil Lysann Zander
  • Mitarbeiterin: Laura Trölenberg

Ziel des Projektes ist es, zugewanderte Kinder und Jugendliche darin zu unterstützen, dass sie eine positive Identität als Mitglied der Aufnahmekultur Deutschland entwickeln. Weiter geht es darum, verschiedene Vorstellungen über Geschlecht, die ggf. mit Herkunfts- und Aufnahmekultur verbunden sind, in eine nicht konflikthafte Identität zu integrieren. Darüber hinaus besteht zum jetzigen Zeitpunkt besonderer Handlungsbedarf in Bezug auf die soziale Integration von zugewanderten Kindern beim Übergang von den sogenannten Willkommensklassen in die Regelklassen. Zur Erreichung dieser Ziele, sollen in einem quasiexperimentellen Design in Schulen (oder erweiternd auch in anderen Ausbildungseinrichtungen) dyadische Peerbeziehungen (sog. Companionships) etabliert werden. Jeder Schüler/jede Schülerin mit einem Fluchthintergrund aus einer Willkommensklasse wird mit einem in Deutschland sozialisierten Peer aus einer zugeordneten Regelklasse verbunden und von studentischen Mitarbeitenden und Volunteers aus unserem Forschungsteam bei der Etablierung einer Beziehung "auf Augenhöhe" begleitet. Die Zugehörigkeitsintervention baut auf Techniken auf, die in Amerika bereits erfolgreich für die Integration von Angehörigen ethnischer Minoritäten in akademischen Settings erprobt worden sind. In den Aspekten „Augenhöhe“, Implementation im organisationalen Kontext einer Ausbildungsinstitution, Begleitung der Patenschaft durch einen trainierten Mentor und durch die wissenschaftliche Evaluation der Wirkung (durch Einsatz umfangreicher psychometrischer Testverfahren, soziometrischer Befragungen und Erhebung von Beobachtungsdaten) unterscheidet sich das geplante Projekt von anderen, in denen Paten- und Mentorenschaften mit Flüchtlingen etabliert werden. Die Wirksamkeit sämtlicher Interventionen wird in einen quasiexperimentellen Versuchsplan mit Messwiederholungen über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren evaluiert. Erste Ergebnisse zur Wirksamkeit der Intervention können nach einem halben Jahr geliefert werden.