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Dokumentarische Methode
Die Entwicklung der dokumentarischen Methode ist eng mit dem Arbeitsbereich Qualitative Bildungsforschung verbunden. Als Methodologie wurde sie in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts von Karl Mannheim entworfen und in 60er Jahren von der Ethnomethodologie, insbesondere von Harold Garfinkel, aufgegriffen. In der heutigen Form wurde sie zuerst 1983 und dann vor allem 1989 von Ralf Bohnsack am Institut für Soziologie der Universität Erlangen-Nürnberg − ursprünglich im Zusammenhang mit dem Gruppendiskussionsverfahren − für die sozialwissenschaftliche Empirie fruchtbar gemacht.
Auf dieser Grundlage konnte sie dann seit 1991 am Arbeitsbereich Qualitative Bildungsforschung der Freien Universität Berlin vor allem im Kontext größerer Forschungsprojekte zur Jugend- und Devianzforschung weiterentwickelt werden. Inzwischen hat die dokumentarische Methode in den Sozial- und Erziehungswissenschaften bis hin zur Informatik und Medizin ein breites Anwendungsgebiet gefunden. Dieses reicht von der Kindheits-, Jugend- und Genderforschung und die Erwachsenenbildung über die Medizinsoziologie, die Polizei- und die Organisationskulturforschung bis hin zur Ritualforschung und Mediennutzungsanalyse.
Das methodische bzw. methodologische Spektrum umfasst die Gesprächsanalyse und das Gruppendiskussionsverfahren, die Auswertung von Interviews, die teilnehmende Beobachtung und die Evaluationsforschung bis hin zur Bild- und Videoanalyse.
Die dokumentarische Methode bildet die methodologische Grundlage der Forschung im Rahmen des ces, des centrums für qualitative evaluations- und sozialforschung.
