Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie


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Paulo Freire Institut » Rezeption von Freire in Europa



Von befreiender Pädagogik zur Pädagogik der Autonomie

Die Systematisierung der Erfahrungen in der Praxis mit den dialogischen Ansätzen Paulo Freires ist eines der Zeile des Paulo Freire Instituts. Es gibt in Deutschland und Europa zahlreiche BildungsarbeiterInnen, die sich unter anderem an den Prinzipien und Inspirationen Freires orienteren. Die Systematisierung der praktischen Arbeit steht jedoch noch ganz am Anfang. Um den Austausch und die Auseinandersetzung mit Freire-Pädagogik voran zu treiben, wurde im Oktober 2007 unter dem Titel "Von befreiender Pädagogik zur Pädagogik der Autonomie - Eine Begegnung mit Paulo Freire heute" eine Tagung veranstaltet.

Zur Konzeption der Tagung:

 

Der dialogische Bildungsansatz von Paulo Freire hat ganze Generationen von Pädagogen angeregt, sich mit der „Kultur des Schweigens“ in Gegenwart und Vergangenheit und der eigenen Biographie auseinanderzusetzen. Die Frauenbewegung, die interkulturelle Bildung, die internationale Friedens- und Konfliktbearbeitung haben sich von der Freire-Konzeption inspirieren lassen. Der Hauptbezug hierbei war das in 28 Sprachen übersetzte Werk Freires „Die Pädagogik der Unterdrückten“.

Inzwischen haben Globalisierung, Menschenrechtsverletzungen, Kultur- und Religionskämpfe und Umweltfragen zu einer erneuten Auseinandersetzung mit der befreienden Pädagogik geführt. Neue Arbeiten von Paulo Freire, die er nach seiner Rückkehr in Brasilien publizierte, wo er 1997 starb, bieten einen reichen Schatz für diese Theorie-Praxisreflexionen und haben zu der Herausgabe von drei neuen Büchern in deutscher Sprache durch das Comenius-Institut in Münster geführt.

Eines dieser Bücher ist die „Pädagogik der Autonomie - Autonomie in der Pädagogik“ in der sich Freire intensiv mit Bildungsfragen angesichts von neoliberaler Entwicklung auseinandersetzt und welches eine besondere Bedeutung für die aktuelle Diskussion hat.

Ziel des zweitägigen Seminars ist es, im Dialog verschiedener Praxismodelle befreiender Pädagogik erste Ansätze einer Systematisierung für ein aktuelle, ethisch begründete politische Bildungsarbeit und das globale Lernen in Deutschland zu entwickeln. Dieses gilt für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit. Mit dem Seminar wollen wir im Sinne eines intergenerationellen Dialogs „von unten“ Raum für folgende Debatten geben:

• Wie wurde die „Pädagogik der Unterdrückten“ der 70er in der „Pädagogik der Autonomie“, dem Titel des letzten Buches Freires, das einen Monat vor seinem Tod vor 10 Jahren veröffentlicht wurde, weiterentwickelt?

• Wie kann eine ethisch begründete Bildungsarbeit die angesichts von Globalisierung und der Verletzung von Menschenrechten notwendig ist, gestaltet und dabei die Anregungen von Freire und der „educación popular“ aus vielen Ländern des Südens aufgegriffen werden?

• Wie lässt sich eine kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Praxisansätzen der Freire Pädagogik in Deutschland gestalten? • Welche Relevanz hat die Freire-Konzeption angesichts von Globalisierung, Menschenrechtsverletzungen und Um-weltzerstörung?

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Stand 06.10.2010

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