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Elternforschungsgruppen nach französischem Vorbild
Ausgangslage
Die aktuelle Debatte über Elternschaft wird wesentlich von Experten und Politikern geführt. Dabei sieht die vorherrschende Meinung Probleme (der Integration und Entwicklung) von Kindern und Jugendlichen im Versagen der Eltern begründet.
Die Idee
Bei dem Projekt „Eltern Forschen“ gehen professionell moderierte Gruppen von Eltern mit Unterstützung von Sozialforscherinnen und -forschern auf wissenschaftliche Weise Fragen zum Thema „Eltern sein in der heutigen Zeit“ nach.
Die „Elternforschungsgruppen“ in Berlin sind im Rahmen des Workpacks "Parents Voices" des DECET-Netzwerks entstanden und ein Kooperationsprojekt der INA, des Jugendamts Friedrichshain-Kreuzberg, der RAA Berlin und der Alice Salomon Hochschule. Das Konzept wurde in Frankreich unter dem Namen „UPP – Université Populaire des Parents“ von ACEPP (Association collectifs enfants parents professionnels), einem nationalen Dachverband von Eltern-Kind-Initiativkitas, entwickelt.
ACEPP hat ähnlich den Early Excellence Centres (EEC) in Großbritannien eine Herangehensweise für die Begleitung von Eltern entwickelt, die die Ressourcen der Eltern und nicht ihre Schwierigkeiten und Defizite in den Blick nimmt. Eltern, als ernstzunehmende Experten für das Leben ihres Kindes und ihrer Lebenssituation, tragen zur öffentlichen Debatte bei. Sie entwickeln ihre Sicht auf Probleme des Elternseins, der gesellschaftlichen Einbettung und institutioneller Unterstützungssysteme.
Das Vorgehen
Etwa 3 Jahre lang werden jeweils einmal pro Monat Gruppentreffen durchgeführt. Die Eltern formulieren eine kollektive Forschungsfrage, die sie bearbeiten. Die Wissenschaftlerin ist jedes zweite oder dritte Mal dabei, unterstützt bei der Wahl und Anwendung der Methoden, verschafft Zugänge zu Quellen und Räumen der Hochschule und zu einem möglichen Abschlusszertifikat. Zur Zeit arbeiten vier Gruppen in Berlin.
Das erwartete Ergebnis
Das Praxiswissen der Eltern wird dem der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Bildungsinstitutionen gegenübergestellt. Die Eltern nehmen durch Diskussionsveranstaltungen, Präsentationen und die Veröffentlichung der Forschungsergebnisse am Ende des Projektverlaufs Einfluss auf die gesellschaftliche Debatte und veröffentlichen ein Produkt mit ihren Ergebnissen.
Grundtvig
Durch Förderung im Programm Grundtvig-Lebenslanges Lernen der NA-BIBB konnten seit 2008 mehrere europäische Seminare von Eltern, Moderatorinnen und Moderatoren sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durchgeführt werden. Der Austausch ermöglichte, von den französischen Pionieren zu lernen und das Konzept parallel in Belgien und Deutschland zu implementieren. Die große finale Konferenz soll im März 2012 in Brüssel stattfinden.
Weiterführende Informationen (in Bearbeitung)
Kontakt
Katinka Beber mail@katinkabeber.de


