Akkulturation als Wirkmechanismus von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im Hinblick auf deren Schulleistung und Wohlbefinden. Eine Analyse der Daten des Nationalen Bildungspanels (NEPS)

Mitarbeiter/innen:
Förderung:

Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) 

Projektnummer: LI 3067/1-1

Projektlaufzeit:
01.06.2018 — 31.05.2020

Gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen des Schwerpunktprogramms „Education as a Lifelong Process“ (DFG Priority Programme 1646)

Akkulturation als Wirkmechanismus von Schülerinnen und
Schülern mit Migrationshintergrund im Hinblick auf deren
Schulleistung und Wohlbefinden. Eine Analyse der Daten des
Nationalen Bildungspanels (NEPS)


Dr. Nanine Lilla und Prof. Dr. Marianne Schüpbach


Vor dem Hintergrund der Ergebnisse aus Schulleistungsstudien darf bezweifelt werden, dass es
dem deutschen Schulsystem hinreichend gelingt, seine Funktionen für die Gruppe der
Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund zu erfüllen. Zur Erklärung des wiederholt
schlechten Abschneidens im Vergleich zu Schülerinnen und Schülern ohne
Migrationshintergrund wurden in der empirischen Bildungsforschung in zahlreichen Studien
unterschiedliche Hintergrundvariablen betrachtet, die charakteristisch für Schülerinnen und
Schüler mit Migrationshintergrund sind, z.B. das sozioökonomische Kapital der Familie, die
Zuhause gesprochene Sprache, oder die Bedeutung der Herkunftskultur. Bislang fehlt es jedoch
an Studien, die die Wechselwirkungen dieser einzelnen Variablen in einem integrativen
Zusammenhang betrachtet haben.
Die Theorie der Akkulturation bietet ein Modell, welches zur Betrachtung der Interaktion der
einzelnen Hintergrundmerkmale und der möglichen Auswirkungen im schulischen Kontext
geeignet erscheint. Im geplanten Forschungsprojekt sollen aufbauend auf den Erkenntnissen der
Forschung zur Akkulturation unterschiedliche Dimensionen von Akkulturation, deren
Wechselspiel mit der Schulleistung bzw. dem Wohlbefinden sowie deren Wirkung auf die
Entwicklung von Schulleistung bzw. Wohlbefinden im Fokus stehen. Insbesondere sollen
folgende Fragestellungen untersucht werden.

  •  Welche Akkulturationsorientierungen herrschen in unterschiedlichen Schultypen des

     deutschen Schulsystems vor?

  •  Wie wirken sich die Akkulturationsorientierung und/oder das Akkulturationsverhalten  

     (kognitiv, sozial) auf (a) die Schulleistung bzw. (b) das Wohlbefinden aus?

  •  Welche Unterschiede liegen zwischen (a) Schulstufen, (b) Schulformen und (c) den

      Kohorten vor?

Mittels Analyse der Datensätze aus dem Nationalen Bildungspanel (NEPS, Blossfeld, Roßbach
& von Maurice, 2011) soll für den deutschen Kontext erstmalig die Akkulturation als
Wirkmechanismus von Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund im Hinblick auf deren
Schulleistung und Wohlbefinden in einem repräsentativen Datensatz untersucht werden.

Acculturation as an effective mechanism on immigrant
students’ academic achievement and well-being. An analysis of
data of the National Educational Panel Study (NEPS)

Abstract