Lebenswirklichkeit nach dem Mauerfall

Zur Rekonstruktion der DDR-Erinnerungskultur(en) der Nachwendegeneration

Martin Kriemann

Kurzbeschreibung

Die Rekonstruktion von Erfahrungs- und Verarbeitungsformen der Jugendgeneration in Bezug auf eine gesellschaftlich relevante historische Phase ist für die Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit und der mit ihr verbundenen SED-Diktatur notwendig und wichtig. Der Fall der Deutschen Mauer und die darauf folgenden Veränderungen haben in nahezu alle Bereiche der Gesellschaft gewirkt. In dieser Studie untersuche ich, wie heutige Jugendliche, die seit ihrer Geburt in Strukturen des gesellschaftlichen Umbruchs biographisch eingebettet sind, bspw. in ihren Familien, in staatl. Institutionen, Kirchen etc. (vgl. Lindner 2006), Erinnerung an die DDR-Vergangenheit und die Wiedervereinigung herstellen (konstruieren), welche Bedeutung dieser Teil der deutsch-deutschen Geschichte in ihrem Leben hat und welche Formen der Vermittlung historischen Wissens anschlussfähig sind, also wie sich ein adäquater Umgang mit Erinnerung gestaltet. Die Untersuchung kann insgesamt als Frage nach möglichen Langzeitwirkungen der in der DDR und der BRD erfahrenen Sozialisation der Menschen auf das Denken und Verhalten der heutigen Jugendgeneration begriffen werden. Sie wird an der Schnittstelle zwischen (politischer und gesellschaftlicher) Transformations- und Generationsforschung der rekonstruktiven Sozialforschung verortet.

Vorgehen / Methoden

Die für diese empirisch - rekonstruktive Studie notwendigen Daten werden in Gruppendiskussionen mit Realgruppen (Schulklassen, Studiengruppen, Peergruppen etc.) im gesamten Bundesgebiet erhoben. Die Daten werden mit der Dokumentarischen Methode nach Ralf Bohnsack ausgewertet. Ziel der Studie ist es, typische handlungsleitende Orientierungen zu identifizieren und Aussagen über ihre soziale Genese zu treffen.