Emanzipation als ästhetische Praxis

Theoretische Herleitung einer Forschungsheuristik

Simon Obenhuber


Kurzbeschreibung

Emanzipation (als Loslösung von Abhängigkeit und Unterdrückung) war lange Zeit ein diskursbündelnder Begriff der Pädagogik, hat aber mit der Zeit seinen rebellischen Glanz verloren. Wenn der Versuch in der intendierten Studie ist, Emanzipation als Praxis zu beschreiben, wird hier an eine Idee von Klaus Mollenhauer angeknüpft, der im Jahr 1982 die Erforschung von Alltagsprozessen für eine erfolgsversprechende Fortführung der Emanzipationsforschung hielt. Zudem wird, im Kontext der ästhetischen Erfahrung, die Idee von Theodor W. Adorno einer unreglementierten oder lebendigen Erfahrung eingebracht, welche durch mimetische Bezugnahme eine Möglichkeit zur Emanzipation im Alltag bietet - als Gegenpol zur konformen Weltaneignung. Wolfgang Lempert hat diese Vorstellung von Emanzipation als »Reflexion der repressiven Genese« und Bedürfnisartikulation schon 1973 konkretisiert. Auf welche Vorschläge sich hier, unter anthropologischen Vorzeichen des Körpers, konzentriert werden soll.


Vorgehen/Methode

Die Veranschaulichung der Emanzipation als ästhetische Praxis soll anhand einer »theoretischen Herleitung zu einer möglichen Forschungsheuristik« geschehen, wie aus dem Untertitel hervorgeht. Der fokussierte Gegenstand soll dabei der alltägliche Umgang mit der ästhetischen Erfahrung sein (Handlungslogik). Diese sollen wiederum, im Laufe der Arbeit, als konstituierendes Moment einer »emanzipativen Spielpraxis« beschrieben werden. Dabei soll der Forschungsfokus auf einer Unterscheidung der zugrundeliegenden (idealgedachten) Handlungslogiken entwickelt werden (Kapitel 1-5), welche zum Ende (Kapitel 6) dann in ihren realtypischen Formen im empirischen Material dimensioniert und diskutiert werden sollen.

Welches Vorgehen dann nicht nur die angekündigte Forschungsheuristik offenlegt, sondern einen Ausblick auf zukünftige Forschung zum Emanzipationsbegriff initiiert. Im Ganzen entsteht nicht nur dieser theoretische, empirische und alltagsnahe Neuzugang zur pädagogischen Thematik der Emanzipation: Es werden dabei Bezugseffekte zwischen pädagogisch-anthropologischer Forschung und methodischer Kontrolle exemplifiziert.