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Dyadische Techniken der Verhaltensänderung: Entwicklung einer Taxonomie

Projekt:

Der positive Zusammenhang zwischen sozialen Beziehungen und Gesundheit gilt inzwischen als unbestritten. Trotz jahrzehntelanger Forschung und einer Vielzahl an Theorien und empirischen Befunden zum besseren Verständnis des protektiven Effekts enger Beziehungen (z.B. romantische Partnerschaft) auf die Gesundheit sind die spezifischen Prozesse noch nicht geklärt. Dies auch, weil die heterogene Nomenklatur und die Vielzahl von Konstrukten unterschiedlicher Komplexität eine Synthese der zahlreichen Ergebnisse über die verschiedenen Disziplinen hinweg erschwert. Gleichzeitig deuten die Ergebnisse einer steigenden Anzahl dyadischer Interventionsstudien, die Partner*innen in die Gesundheitsverhaltensänderung involvieren, insgesamt auf einen vielversprechenden Ansatz hin. Aufgrund der unzureichenden Beschreibung von Interventionsinhalten und der unsystematischen Kennzeichnung der Interventionsstrategien ist jedoch wenig darüber bekannt, was genau diese dyadischen Interventionen erfolgreich macht. Während bereits bestehende Taxonomien der Verhaltensänderungstechniken mehrheitlich auf der individuellen Eben angesiedelt sind (z.B. Zielsetzung, Selbstkontrolle), bleiben dyadische Interventionstechniken unterrepräsentiert und unzureichend differenziert. Um dyadische Prozesse in der Veränderung von Gesundheitsverhalten verstehen zu können, ist es von zentraler Bedeutung, dyadische Techniken der Verhaltensänderung systematisch und zuverlässig zu identifizieren. Das hier vorgestellte Lead Agency Projekt "Developing a Taxonomy of Dyadic Behavior Change Techniques" zielt auf die Entwicklung und Evaluation einer umfassenden und zuverlässigen Taxonomie theoretisch fundierter, klarer und präziser dyadischer Techniken ab, die gesundheitsförderliches (z.B. körperliche Aktivität oder gesunde Ernährung) oder -riskantes Verhalten (z.B. Rauchen oder exzessiver Alkoholkonsum) verändern. Beispielhaft soll die Aufmerksamkeit zunächst auf romantische Paare als wichtige und gut beforschte Dyade bei der Gesundheitsverhaltensänderung gelegt werden. Auf Grundlage einer systematischen Literaturrecherche und unter Einbeziehung eines Netzwerks internationaler Expert*innen soll eine international anerkannte Taxonomie dyadischer Techniken zur Verhaltensänderung entworfen werden,

  • die eine präzise Beschreibung dyadischer Interventionsinhalte gewährleistet,
  • die die Entwicklung theoriebasierter dyadischer Interventionen zur Verhaltensänderung leitet und
  • die eine Synthese von Evidenz über die effektive dyadische Verhaltensänderung bei Paaren über verschiedene Disziplinen hinweg erleichtert
  • und eine Grundlage für die Etablierung zukünftiger Taxonomien mit anderen Dyaden-Konstellationen (z.B. Eltern-Kind, Freund*innen) oder Kontexten (z.B. mentale Gesundheit, Stress) bildet.

For the english project description see: https://osf.io/r43v6/

Projektlaufzeit

Mai 2021 bis April 2024

 

Projektleitung: 

Studienteam UZH:

Dr. Corina Berli (Principle Investigator, PI)

Prof. Dr. Urte Scholz (Co-PI)

Dr. Karoline Villinger (Investigator)                   

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Selina Caviezel, Dharneeka Jeyam

Lehrstuhl Angewandte Sozial- und Gesundheitspsychologie, Psychologisches

Institut, Universität Zürich

 

Studienteam FUB:

Prof. Dr. Nina Knoll (Co-PI)

MSc. Sally Di Maio (Investigator)

Wissenschaftliche Hilfskräfte: Amelie Führ, Amelie Spliesgart 

Arbeitsbereich Gesundheitspsychologie, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Freie Universität Berlin

 

Prof. Dr. Gertraud Stadler (Co-PI)

Geschlechtersensible Präventionsforschung, Institut für Geschlechterforschung in der Medizin, Charité Berlin

 

Prof. Dr. Caterina Gawrilow (Project Partner)

Arbeitsbereich Schulpsychologie, Fachbereich Psychologie, Eberhard Karls

Universität Tübingen

 

Projektförderung

Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF; 10001CL_192438 / 1) & Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG; KN 937/5-1, STA 1693/1-1)

   

Publikationen