Univ.-Prof. Dr. (i.R.) Manfred Zaumseil

Prof. (i.R.)

E-Mail
zaumseil(at)zedat.fu-berlin.de

Sprechstunde

nach Vereinbarung (Anmeldung über E-Mail oder Telefon: 4367480)

Ich bin seit dem 1. 4. 2008 pensioniert. Mein Aktivitätsschwerpunkt hat sich an die INA verlagert: Internationale Akademie für innovative Pädagogik, Psychologie und Ökonomie gGmbH (INA) http://www.ina-fu.org.

Arbeitsschwerpunkte

1. Kultur und psychische Gesundheit und Krankheit. – International mental health

2. Psychosoziale Folgen von Naturkatastrophen

3. Professionelle  und nicht -professionelle Unterstützungssysteme im kommunalen Zusammenhang - Struktur Psychosozialer Versorgung – Partizipation / Empowerment von Nutzern psychosozialer Dienste

4. Teamsupervision in Institutionen psychosozialer Versorgung

 

Katastrophenforschung

Abgeschlossenes Drittmittel-Projekt (Finanzierung: Thyssenstiftung) in Java/Indonesien - Okt. 2008 bis Dez. 2011:

„Individuelle und kollektive langfristige Bewältigung von extremen Leid und externer Hilfe nach einer Naturkatastrophe“.

Das Ziel der Studie war es, zwei bis 5 Jahre nach einem schweren Erdbeben herauszufinden, wie Menschen, die bei Naturkatastrophen extremes Leid und Unglück erfahren haben, langfristig sowohl dieses Leid verarbeiten, als auch, wie sie die ihnen gewährten Hilfeleistungen deuten und emotional verarbeiten und wie sie dabei mit einer fortbestehenden Bedrohung umgehen.

Die Studie war Hintergrund für das Buch:

Manfred Zaumseil, Silke Schwarz, Mechthild von Vacano, Gavin Brent Sullivan, Johana E. Prawitasari-Hadiyono, (Eds.) (Dec. 2013) Cultural psychology of coping with disasters. The case of an earthquake in Java, Indonesia.  Springer, New York Inc. , ISBN:978-1-4614-9353-2

Description:

This book offers a broad theoretical foundation by relating and contrasting relevant international literature with the outcomes of a particular research project. It provides a critical reevaluation of the complex phenomena of coping with disasters on a general level by applying this integrative theory of disaster coping to a specific context. A cultural psychological model is developed in order to suggest ways of understanding and assessing local and cultural specificity. This interaction of the general and locally specific is central to our understanding of cultural psychology of coping with disaster. The book provides a basic overview, by presenting various approaches to coping with natural disasters and relating them to each other in a coherent manner. So far, most research approaches either focus on technical, social, psychological or cultural aspects of coping, neglecting their interconnectedness. Coping is seldom seen as an extensive, long-term process, in which disaster relief complexly interacts and is integrated with the local actors and conditions. Until now, a perspective is missing, in which the mentioned modes of coping are integrated with cultural interpretations and practices and long-standing forms of communal self-help, which possibly develop in places that are frequently threatened by natural disasters.

 

Entwicklung von soziokulturell spezifischen Masterstudiengängen in International mental health. (Kooperation mit Prof. Cramer/ München www.sw.hm.edu/die_fakultaet/personen/professoren/cramer/index.de.html)

In Kooperation mit Prof. Cramer / München geht es in dem Projekt um die exemplarische Entwicklung und Neukonzeption von jeweils landesspezifisch kulturell und soziostrukturell angemessenen Masterstudiengängen für den Umgang mit psychischem Leid und der Förderung psychischer Gesundheit. Diese Entwicklung soll im Rahmen eines internationalen Austauschs zwischen Südost-asiatischen Ländern und Deutschland erfolgen.

Anders als in technischen, (z. B. Maschinenbau) oder theoretischen (Mathematik) Gebieten lassen sich im Bereich der Prävention bzw. des Umgangs mit psychischem Leid die Verfahren und konzeptionellen Vorstellungen nicht standardisieren und Theorien und Diagnosen mit universellem Anspruch haben nur eine eingeschränkte Gültigkeit. Die Durchsetzung von Top-down Strategien scheitert sowohl an den lokalen Bedingungen soziostruktureller Art als auch an der Andersartigkeit und Besonderheit der Formen psychischen Leids in nicht-westlichen Kontexten des Personseins.

Die innovative Grundidee des Projekts ist, dass es bei einer Hochschul-Qualifikation im IMH Bereich nicht um einen Export westlicher Lehrinhalte und Lernmethoden, sondern um die Entwicklung einer Strategie der Neuentwicklung angemessener Studieninhalte und Arbeitsformen im jeweiligen soziokulturellen Kontext geht. Dies erfordert einen interdisziplinär angelegten breiten sozialwissenschaftlich inspirierten Ansatz zum mental health Bereich, der auch die Psychiatrie aus allein medizinischen Bezügen herauslöst.

Dies soll exemplarisch jeweils unter Einbeziehung von Experten aus Hochschule, Praxis und Verwaltung realisiert werden: Für die Entwicklung des curriculums werden miteinander kooperierende Netzwerke gebildet: In Deutschland mit Experten, die sich mit kultureller Differenz und Migration befassen, in südostasiatischen Ländern mit Experten, die sich theoretisch und praktisch mit psychischem Leid und der Förderung psychischer Gesundheit im eigenen Land befassen.   (Antragsphase – noch keine Finanzierung)

 

Chronizität im Alltag psychiatrischer Versorgung

Als Mitantragsteller bin ich an der ethnograpischen Forschung zur Produktion von Chronizität im Alltag psychiatrischer Versorgung beteiligt. Die Forschung wird im Institut für Europäische Ethnologie / Humboldt Universität durchgeführt

s. www.euroethno.hu-berlin.de/forschung/drittmittelprojekte/chronizitaet

Projektleitung: 
Prof. Dr. Stefan Beck, wiss. Mitarbeiterinnen:
 Dr. Milena Bister,
 Martina Klausner, M.A.

 

Supervision

Ich biete in verschiedenen Einrichtungen der psychosozialen Versorgung Teamsupervision an.

 

Mitgliedschaften in berufl. und wissenschaftlichen Gesellschaften

  • Gesellschaft für gemeindepsychologische Forschung und Praxis (GgFP)
  • Neue Gesellschaft für Psychologie (NGfP)
  • Deutsche Gesellschaft für soziale Psychiatrie (DGSP)
  • European Association of South-East Asian Studies
Ausgewählte Veröffentlichungen

Zum Herunterladen:

  1. Zaumseil, M. Prawitasari-Hadiyono, J. (2011) Living in a landscape of risk in Java / Indonesia.
  2. Zaumseil M. (2012) Der Diskurs über Trauma im Kontext von Katastrophen - Einsichten aus dem Umgang mit extremem Leid in Java / Indonesien

 

Publiziert:

  • Manfred Zaumseil, Silke Schwarz, Mechthild von Vacano, Gavin Brent Sullivan, Johana E. Prawitasari-Hadiyono, (Eds.) (Dec. 2013) Cultural psychology of coping with disasters. The case of an earthquake in Java, Indonesia.  Springer, New York Inc. , ISBN:978-1-4614-9353-2
  • Zaumseil, Manfred, Prawitasari-Hadiyono, Johana (2012) Researching coping mechanisms in response to natural disasters: the earthquake in Java, Indonesia (2006) In: Ute Luig (ed), 2012, Negotiating disasters: Politics, Representation, Meanings Frankfurt a. M.: Peter Lang Verlag.  
  • Zaumseil, M. (2010): Diversity politics & -management - Der Umgang mit alten und neuen Verschiedenheiten. Zwei Beispiele aus Berlin und Yogyakarta (Indonesien) In: H. Keupp, R. Rudeck, H. Schröer, M. Seckinger & F. Straus (Hrsg.): Armut und Exklusion – Gemeindepsychologische Analysen und Gegenstrategien. dgvt-Verlag, Tübingen p 63- 79.
  • Vock R., Zaumseil M., Zimmermann R. B., Manderla S. (2007) Mit der Diagnose „chronisch psychisch krank“ ins Pflegeheim? Die Situation in Berlin. Frankfurt a. M.: Mabuse-Verlag.
  • Zaumseil, M. (2007) Qualitative Sozialforschung in klinischer Kulturpsychologie. Psychotherapie & Sozialwissenschaft – Zeitschrift für qualitative Forschung und klinische Praxis 9, 2/2007, 99-116.
  • Zaumseil, M. (2006) Der alltägliche Umgang mit Schizophrenie in Zentral-Java In: Wohlfart E, Zaumseil M (Hrsg.) Transkulturelle Psychiatrie- Interkulturelle Psychotherapie – Interdisziplinäre Theorie und Praxis. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, Sept. 2006 S. 331-360.
  • Zaumseil, M. (2006) Beiträge der Psychologie zum Verständnis des Zusammenhangs von Kultur und psychischer Gesundheit bzw. Krankheit. In: Wohlfart E, Zaumseil M (Hrsg.) Transkulturelle Psychiatrie- Interkulturelle Psychotherapie – Interdisziplinäre Theorie und Praxis. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, 2006, S.3-50.
  • Wohlfart E, Zaumseil M (Hrsg.) Transkulturelle Psychiatrie- Interkulturelle Psychotherapie – Interdisziplinäre Theorie und Praxis. Berlin, Heidelberg: Springer Verlag, Sept. 2006
  • Zaumseil, M. (2000) Ein neues Verständnis von von Chronischer Krankheit ?. in: Hermann, A. I. Schürmann & M. Zaumseil (Hrsg.) Chronische Krankheit als Aufgabe - Betroffene, Angehörige und Behandler zwischen Resignation und neuem Aufbruch. Tübingen: dgvt-Verlag. S. 7-20.
  • Zaumseil, M. & Leferink, K. (Hrsg.) (1997) Schizophrenie in der Moderne - Modernisierung der Schizophrenie. Lebensalltag, Identität und soziale Beziehungen von psychisch Kranken in der Großstadt. Bonn: Psychiatrieverlag.
  • Zaumseil, M. Angermeyer, M. C. (1997) Die (Wieder)entdeckung von Kultur und subjektiver Bedeutung in der Untersuchung von psychischer Gesundheit und Krankheit. In: M. C. Angermeyer & M. Zaumseil, M. (Hrsg.) (1997) Ver-rückte Entwürfe - Kulturelle und individuelle Verarbeitung psychischen Krankseins (S. 9-27). Bonn: Psychiatrieverlag.
  • Angermeyer, M. C. & Zaumseil, M. (Hrsg.) (1997) Ver-rückte Entwürfe - Kulturelle und individuelle Verarbeitung psychischen Krankseins. Bonn: Psychiatrieverlag.