Making a New Home in Germany: How do Newly Arrived Arabic Refugee Youth Acculturate to Life in Germany?

Nach neusten Schätzungen sind im Jahr 2015 mehr als 21 Millionen Menschen weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung geflohen – davon waren mehr als die Hälfte Kinder und Jugendliche. Geflüchtete Jugendliche fliehen oft unter schwierigsten Umständen und sind bei Ihrer Ankunft im Aufnahmeland mit der Aufgabe konfrontiert, sich ein neues Zuhause aufzubauen. Wie reagieren geflüchtete Jugendliche auf diese Herausforderungen und wie erleben sie den Anpassungsprozess an ihre neue soziokulturelle Umgebung (Akkulturation)? Akkulturation ist ein vielschichtiger Prozess und eine Reihe von Faktoren auf der individuellen, sozialen sowie der gesellschaftlichen Ebene spielen dabei eine Rolle. In den letzten zwei Jahren sind vor allem geflüchtete Jugendliche aus Syrien, Irak und Afghanistan in Deutschland angekommen. Aufgrund der Aktualität der Ereignisse wissen wir sehr wenig darüber, welche Faktoren bei der Akkulturation von neu angekommene geflüchtete Jugendliche in Deutschland eine Rolle spielen.

Dieses Projekt macht es sich zur zentralen Aufgabe, Akkulturation bei geflüchteten, arabischsprachigen Jugendlichen zu untersuchen, die die größte Gruppe der Neuankömmlinge darstellt. In dem Projekt soll unter anderem folgenden Fragen nachgegangen werden: (1) Was sind die größten Herausforderungen, mit denen sich neuangekommene geflüchtete Jugendliche konfrontiert sehen?, (2) Wie wirken sich psychische Gesundheit und allgemeines Wohlbefinden auf die kulturelle Anpassungsprozesse aus?, (3) Welche Rolle spielen dabei Familien- und Freundesnetzwerke?, (4) Wie sind Sozialverhalten und Vertrauen von der Fluchterfahrung geprägt?, (5) Welche Wünsche und Hoffnungen haben geflüchtete Jugendliche für die Zukunft?

Geflüchtete Jugendliche stellen eine besonders vulnerable Population dar. Daher ist es wichtig, sie so in den Forschungsprozess zu involvieren, dass mögliche negative Folgen verhindert und ein Bezug zum eigenen Leben und zu eigenen Erfahrungen hergestellt wird. Um dies zu erreichen, wird das Projekt mit einem gemischt-methodischen Ansatz vorgehen (mixed methods): standardisierte, quantitative Messinstrumente, die üblicherweise in Studien mit Geflüchteten zum Einsatz kommen, werden mit qualitativen Ansätzen kombiniert, die verstärkt geflüchtete Jugendliche selbst zu Wort kommen lassen. Zudem wird das Projekt als eine Longitudinalstudie implementiert, um detailliertere Einblicke in den zeitlichen Ablauf des Akkulturationsprozesses zu erhalten. Dieses Projekt soll neue Erkenntnisse liefern, wie sich neu angekommene, geflüchtete Jugendliche in Deutschland ein neues Zuhause aufbauen, und kann darüber hinaus auch eine Grundlage zur Entwicklung von gezielten Interventions- und Akkulturationsprogrammen bilden.

Projektmitarbeiterin: Lina Alhaddad

Kollaborationspartner_innen: Christine Knaevelsrud (FU Berlin), Nadine Stammel (FU Berlin), Robin Goodwin (University of Warwick)


Dieses Projekt wird gefördert durch ein Zusatzmodul der Volkswagen Stiftung für geflüchtete Wissenschaftler_innen.