Becoming a normative being – Biological foundations and culture-specific socialisation of normativity

Menschen werden nicht als kompetente Mitglieder ihrer Gesellschaft geboren, sondern verbringen einen Großteil ihrer ersten Entwicklungsjahre damit, die Normen, Werte, Denk- und Verhaltensweisen ihrer Gruppe zu lernen. Diese frühe Entwicklungsphase ist entscheiden sowohl aus Sicht des Kindes, das kulturelles Wissen erwerben muss, als auch aus Sicht der Eltern, die kulturelles Wissen vermitteln müssen. Um besser zu verstehen, wie sich Menschen in den ersten Lebensjahren zu normativen Wesen entwickeln, ist es daher notwendige, beide Perspektiven zu integrieren und dabei zu beachten, dass sich Arten und Weisen kultureller Wissensvermittlung zwischen Kulturen unterscheiden. Wir wollen untersuchen, wie die kleinkindlichen biologischen Bedürfnisse zum Erwerb kulturellen Wissens von kulturspezifischen elterlichen Wissensvermittlungsstrategien geprägt werden. Zunächst werden wir auf biologisch angelegte soziale Lernmechanismen fokussieren und an Kleinkindern untersuchen, ob ein Verstehen von Normen dem eigenen normativen Verhalten vorausgeht. Im nächsten Schritte werden wir in einer älteren Altersgruppe untersuchen, wie diese biologisch angelegten Lernmechanismen von kulturspezifischen elterlichen Vermittlungspraktiken geprägt werden - dafür wird eine experimentelle Studie zum Eltern- und Kinderverhalten in verschiedenen Kulturen durchgeführt werden. In weiteren Studien wird eine Verknüpfung zwischen den experimentell gewonnenen Studienerkenntnissen und alltäglichen sozialen Interaktionen hergestellt, in dem die Vermittlung normativen Verhaltens in natürlichen Alltagssituationen bei Familien aus verschiedenen Kulturen weltweit beobachtet wird. Unsere Studien werden verschiedene physiologische, neuronale und verhaltensbasierte Untersuchungsmethoden integrieren und diese mit natürlichen Beobachtungen in verschiedenen Kulturen kombinieren.

Projektmitarbeiter: Moritz Köster

Kollaborationspartner_innen: Shoji Itakura (Kyoto University),Joscha Kärtner (Universität Münster), Katja Liebal (FU Berlin)


Dieses Projekt wird gefördert durch ein Zusatzmodul (Freigeist Fellowship) der Volkswagen Stiftung.