Aus dem Bereich Evaluation: Berufswege, Berufssituation und Berufszufriedenheit von Absolvent/innen der Freien Universität Berlin - ausgewählte Befunde der Absolventenbefragung 2013

Juliane Ludwig und Rainer Watermann

17.11.2016

Welche beruflichen Wege schlagen die Absolvent/innen der Freien Universität Berlin nach ihrem Studium ein? Als wie angemessen bewerten sie ihre berufliche Situation und wie zufrieden sind sie im Beruf? Zur Beantwortung dieser und weiterer Fragen führt die Arbeitsstelle Lehr- und Studienqualität in Kooperation mit dem International Centre for Higher Education Research (INCHER) jährlich eine Absolventenbefragung durch. Ausgewählte Befunde für den Abschlussjahrgang 2013 geben Einblicke in die Berufswege, Berufssituation und Berufszufriedenheit der Befragten.     

Mit der Befragung der Absolvent/innen der Freien Universität Berlin verfolgt diese das Anliegen, einen Beitrag zur Qualitätsentwicklung der Hochschulausbildung zu leisten. Die jährlich als Onlinebefragung und Vollerhebung durchgeführte Panelstudie, in der die Absolvent/innen zum ersten Mal ca. 1,5 Jahre und wiederholt ca. 4 bis 5 Jahre nach Studienabschluss zu ihrem Studium und Berufsweg befragt werden, erhebt neben rein quantitativen Kriterien des Berufserfolgs (Einkommen, Position, Beschäftigungsbedingungen, etc.) individuelle Motive und die Zufriedenheit der Befragten. Es werden Einschätzungen und Aussagen zur Verwertbarkeit der im Studium erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten, zu den Berufsanforderungen und zur Adäquanz der Tätigkeit getroffen. Die Ergebnisse sollen für die Qualitätsentwicklung an der Freien Universität genutzt werden.

Berufswege der Absolvent/innen

Die aktuellen Befunde der Absolventenbefragung des Abschlussjahrgangs 2013 geben Hinweise auf die unterschiedlichen, nach dem Studium eingeschlagenen Berufswege der Absolvent/innen der Freien Universität Berlin. Während ca. jede/r zweite Befragte mit abgeschlossenem Bachelorstudium berichtet, sich ca. 1,5 Jahre nach Studienabschluss in einem Aufbaustudium zu befinden, entscheidet sich ungefähr jede/r dritte Absolvent/in mit Staatsexamen oder Masterabschluss für eine Promotion. Eine abhängige Beschäftigung nehmen nach eigenen Angaben am häufigsten Befragte mit Promotionsabschluss (83%), Masterabschluss (57%) und Staatsexamen (50%) auf. Von den Bachelorabsolvent/innen üben 28% eine abhängige und 12% eine selbstständige Beschäftigung aus. Auch 12% der Befragten mit abgeschlossener Promotion sind nach Studienabschluss auf selbstständiger Basis tätig (vgl. Abb. 1). Mehrheitlich berichten jene Befragten aller Abschlüsse, die nach Studienabschluss eine abhängige Beschäftigung suchen, von einem reibungslosen Übergang ins Beschäftigungssystem. Die durchschnittliche Stellensuche beträgt 3 bis 4 Monate nach Studienabschluss. Ein relativ geringer Anteil der Absolvent/innen ist zum Befragungszeitpunkt nicht erwerbstätig, hiervon 12% der Befragten mit Staatsexamen, jeweils 8% mit Bachelor- und Masterabschluss und 6% mit Promotionsabschluss (vgl. ebd.).

Abbildung_1

Abb. 1: Berufswege der Absolvent/innen der Freien Universität Berlin (Mehrfachnennung möglich, Angaben in Prozent)

Die Mehrheit der befragten Absolvent/innen verbleibt nach Studienabschluss am Hochschulstandort. Mehr als 60% der Bachelorabsolvent/innen haben ein weiteres Studium an einer Berliner Universität aufgenommen. Auch von jenen Absolvent/innen, die nach Studienabschluss einer abhängigen Beschäftigung nachgehen, haben 62% Berlin nicht verlassen. Die geringe Mobilitätsbereitschaft deutet darauf hin, dass Berlin von den Absolvent/innen mehrheitlich als attraktiver Lebens-, Studien- und Beschäftigungsstandort wahrgenommen wird.

Angemessenheit der Berufssituation der Absolvent/innen

Daneben nehmen jene Befragten in abhängiger Beschäftigung eine Einschätzung zur Angemessenheit der eigenen beruflichen Situation (Tätigkeit, Berufsstatus, Einkommen, etc.) in Relation zur im Studium erworbenen Qualifikation vor. Die Bewertung erfolgt anhand einer fünfstufigen Antwortskala (1 = in hohem Maße, 5 = gar nicht).[1] Diesbezüglich wird ermittelt, dass die Mehrheit der erwerbstätigen Absolvent/innen die eigene berufliche Situation in Bezug auf die Ausbildung als angemessen bewertet. Nach eigenen Angaben befinden sich 3/4 der Befragten mit Promotionsabschluss (74%) und mehr als jede/r zweite Masterabsolvent/in (52%) in einer ausbildungsadäquaten Beschäftigung. Etwas weniger häufig bewerten Befragte mit Bachelorabschluss (49%) und Staatsexamen (45%) ihre berufliche Situation als angemessen in Relation zu den im Studium erworbenen Kenntnissen und Fähigkeiten (vgl. Abb. 2).

Grafik_Angemessenenheit

Abb. 2: Angemessenheit der eigenen beruflichen Situation der erwerbstätigen Absolvent/innen der Freien Universität Berlin (Angaben in Prozent)

Grafik_Zufriedenheit

Abb. 3: Allgemeine Berufszufriedenheit der erwerbstätigen Absolvent/innen der Freien Universität Berlin (Angaben in Prozent)

 Allgemeine Berufszufriedenheit der Absolvent/innen

Der Befund einer mehrheitlich angemessenen Berufssituation der erwerbstätigen Absolvent/innen spiegelt sich in deren allgemeinen Berufszufriedenheit wider, die ebenfalls über eine fünfstufige Antwortskala (1 = sehr zufrieden, 5 = sehr unzufrieden) erhoben wird.[2] Demnach sind 77% der Befragten mit abgeschlossener Promotion, 68% der Bachelorabsolvent/innen, 64% der Masterabsolvent/innen und 62% der Befragten mit Staatsexamen (sehr) zufrieden mit der eigenen beruflichen Situation (vgl. Abb. 3).

Insgesamt werden die Befunde zu den Berufswegen, zur Berufssituation und Berufszufriedenheit der Studienabsolvent/innen der Freien Universität Berlin als positiv gewertet. Der überwiegende Teil der Absolvent/innen geht 1,5 Jahre nach Studienabschluss einem weiteren Studium oder einer bildungsadäquaten Berufstätigkeit nach oder entscheidet sich für eine Promotion. Nur wenige Absolvent/innen sind nicht erwerbstätig. Die Mehrheit verbleibt am Hochschulstandort und ist mit der eigenen Berufssituation zufrieden. Insbesondere für Befragte mit abgeschlossener Promotion ergibt sich hinsichtlich der Einschätzung der Angemessenheit und Zufriedenheit mit der eigenen Berufssituation eine positive Bilanz. Mit einer Wiederholungsbefragung ca. 4 bis 5 Jahre nach Studienabschluss werden die Berufswege der Absolvent/innen weiterverfolgt. Zudem werden weitere Befragungen zukünftiger Absolvent/innen der Freien Universität Berlin zeigen, inwieweit die Befunde im Zeitverlauf stabil bleiben.

Hier erhalten Sie Informationen zur Absolventenbefragung der Freien Universität Berlin.


[1] Die prozentualen Anteile zur Angemessenheit der Berufssituation beziehen sich auf die ersten beiden Skalenwerte der fünfstufigen Antwortskala.

[2] Die prozentualen Anteile zur allgemeinen Berufszufriedenheit beziehen sich auf die ersten beiden Skalenwerte der fünfstufigen Antwortskala.