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McKinsey-Gutachten über Perspektiven zum deutschen Gesundheitssystem

McKinsey-Gutachten über Perspektiven zum deutschen Gesundheitssystem

Guido Grunenberg Vor dem Hintergrund des jüngsten World Health Re­ports der WHO, der Deutschland im interna-tionalen Vergleich ein äußerst ineffizientes Gesund­heitssystem beschei­nigt, beschäftigen sich R. Salfeld und J. Wettke von der Unternehmensberatung McKinsey in ihrem Gutachten vorwiegend mit Fragen der Verbes­serungs­würdigkeit und der langfris­tigen Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheits­systems.

Die Empfehlungen und Lösungsvorschläge zur Verbesserung der Qualität im deutschen Gesund­heitssystem beruhen weitgehend auf Vergleichen von Gesundheitssystemen auf inter­nationaler Ebene. Sie zielen auf Schaffung von mehr Wettbewerb, insbesondere zwischen den Leistungserbringern, Anreizsysteme, die neue Diagnosen und Therapieansätze fördern sowie verbindliche Therapierichtlinien und ein stärkeres Einbeziehung der Patienten (Stichwort mündiger Patient).

Im Hinblick auf die Finanzierbarkeit des deutschen Gesundheitssystems, das nicht unter einer Kostenexplosion, sondern unter einem Einnahmeproblem leidet, werden vor dem Hintergrund des demographischen Trends „neue“ Ansätze aufgezeigt, die nicht von Beitragserhöhungen gekennzeichnet sind.

Effizienzreserven, die zu Ausgabensenkungen ohne Leistungseinbußen führen, werden insbesondere in der Integration von ambulanter und stationärer Versorgung, der Schaffung von mehr Wettbewerb im Krankenhaussektor sowie in einer Veränderung des Anreizsystems im ambulanten Bereich gesehen.

Deregulierung und radikales Umdenken sind die Wegweiser dieses Gutachtens für eine strukturelle und qualitative Verbesserung im deutschen Gesundheitssystem. Gegenargumenten, die in Richtung einer schleichenden Entsolidarisierung oder der Einschränkung von Patientenrechten gehen, wird in dieser marktwirtschaftlichen Analyse eine Absage erteilt.

Weitere Informationen / Literatur:

IPG-Newsletter Gesundheitsfoerderung 01/02 (22.07.02)