Buchrezension: Evans, I., Thornton, H. & Chalmers, I. (2008). Medizin auf dem Prüfstand. Berlin: MWV - Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. 150 Seiten (19.95 Euro)

Rezension: Evans, I., Thornton, H. & Chalmers, I. (2008). Medizin auf dem Prüfstand. Berlin: MWV - Medizinisch Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft. 150 Seiten (19.95 Euro).

Mit einem Zitat von W. Silverman (1998) beginnt das Buch: „In der Medizin können wir uns nie über die Auswirkungen unse­res Handelns sicher sein, wir können nur das Ausmaß der Unsicherheit begrenzen.“ Evans, Thornton & Chalmers teilen die Überzeugung, dass medizinische Behand­lungen auf vernünftigen Daten basieren sollten, ihre Erfahrung hingegen zeige, dass dieses häufig nicht der Fall ist. Die­ser Umstand habe sie bewogen, dieses Buch zu verfassen.

Die Kritik der Autoren an der derzeitigen Forschung zu Behandlungseffekten ist, dass sich diese nicht an den Bedürfnissen der Patienten orientiere und zudem oft unzuverlässige Ergebnisse produziere. Unvorhergesehene nachteilige Effekte neuer Behandlungsverfahren, falsche Annahmen über Wirkweisen von Behand­lungen, sowie fehlende erwünschte Wir­kungen von Therapien werden beispiel­haft erläutert. Nicht immer werden Be­handlungen und Screeningtests ange­messen beurteilt. „Faire“ Verfahren, die sich an den Bedürfnissen der Patienten orientieren, werden eingefordert. In den letzten Kapiteln des Bandes wird der Bei­trag des Patienten skizziert, um bessere Verfahren für Behandlungsüberprüfungen zu erreichen.

Dieses Buch stellt nicht nur eine gute Ein­führung in das Thema der Behandlungs­effektforschung dar, sondern macht sich stark für einen gesundheitlichen Ver­braucherschutz, bei dem das Urteil des Patienten mehr Gewicht erhält. Hierzu wird dem Abnehmer von Gesundheitsleis­tungen (dem Patienten) notwendiges Wissen vermittelt, um zwischen Vor- und Nachteilen von Behandlungen abwägen zu können. Ein Nachteil der deutschen Bearbeitung ist, dass sich die abschlie­ßenden Empfehlungen ausschließlich auf englischsprachige Hilfsmittel und Quellen beziehen.

(IPG-Newsletter-Gesundheitsfoerderung 01/08).