Buchrezension: Coggon, D. (2007). Statistik. Einführung für Gesundheitsberufe. Bern: Huber.

Rezension: Coggon, D. (2007). Statistik. Einführung für Gesundheitsberufe. Bern: Huber (19,80 Euro)

Für Gesundheitswissenschaftler sind Grundkenntnisse in Statistik unabdingbar, nicht nur um eigene Studien kompetent zu planen, durchzuführen und präsen­tieren zu können, auch um publizierte Studien zu verstehen und deren Ergeb­nisse richtig einzuordnen zu können.

Die meisten Statistiklehrbücher sind wür­felförmig mit über 500 Seiten und verlan­gen dem Leser vielfach einen mathema­tischen Zugang zum Thema ab. Formeln werden präsentiert, Ableitungen erläu­tert, deren Anwendung in Beispielen de­monstriert. Coggon hingegen verzichtet auf Formeln, fasst diese verbal und ver­deutlicht den Gebrauch an Hand von Bei­spielen. In den neun Buchkapiteln werden folgende Fragen behandelt:
»  Wie stellt man statistische Daten sinn­voll und übersichtlich dar?
»  Welche Maßzahlen für die Beschreibung uni-, bi- und multivariater Daten gibt es?
»  Wie werden mit Hilfe statistischer Me­thoden Hypothesen geprüft?
»  Wie sind Signifikanzen, p-Werte und Konfidenzintervalle einzuschätzen, die in Fachveröffentlichungen eingesetzt werden?

Die einzelnen Kapitel schließen mit Frau­gen ab, die den Wissenszuwachs an­zei­gen, auf den letzten Seiten des Buchs werden die Lösungen der Aufgaben vor­gestellt. Viele Begriffe und Themen wer­den auf 116 Seiten behandelt, Themen, wie Power- oder Überlebensanalysen, so­wie Metaanalysen werden nicht ausge­spart.

Die Kondensierung des Inhalts von Sta­tistiklehrbüchern auf zentrale Themen und Inhalte ist verlockend, geht aber an einigen Stellen zu Lasten der Präzision. Differenziert wird z.B. zwischen nomina­len, ordinalen und quantitativen Daten, gemeint sind hier wohl (mindestens) in­tervallskalierte Daten.

Maße der zentralen Tendenz werden nur für intervallskalierte Daten berichtet (das arithmetische Mittel, im Falle von Aus­reißern der Median), für die anderen Da­tenarten fehlen entsprechende Angaben. Einige wenige Hinweise hätten ausge­reicht, um hier mehr Klarheit zu schaffen.

Ähnlich ist es in anderen Kapiteln. Unter der Überschrift: „Mit Statistikern arbei­ten“, empfiehlt der Autor dem Leser „Sie sollten versuchen, die Prinzipien der ana­lytischen Methode zu verstehen, wenn Sie mit Statistikern arbeiten, auch, wenn Sie nicht allen kleinen Details folgen können“. Sinnvoll ist es sicherlich zunächst die Pri­nzipien zu verstehen, nützlich ist es aber darüber hinaus zu wissen, wann sich die­se Prinzipien wie anwenden lassen. Etwas mehr Details hätten dem Buch gut ge­standen, wenn es darum geht, nicht nur das Wissen über, sondern auch das Ver­ständnis von Statistik zu vergrößern.

(IPG-Newsletter-Gesundheitsfoerderung 01/08).