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Buchrezension: Haisch, J., Hurrelmann, K. & Klotz, T. (Hrsg.) (2006). Medizinische Prävention und Gesundheitsförderung. Bern: Huber (Euro: 48,90)

Haisch, J., Hurrelmann, K. & Klotz, T. (Hrsg.) (2006). Medizinische Prävention und Gesundheitsförderung. Bern: Huber (Euro: 48,90)

Es ist nicht der erste Band zu ‚Prävention und Gesundheitsförderung’, der Anspruch jedoch, die Vorbehalte von Medizinern gegenüber prä­ventiven und gesundheitsfördernden Maßnah­men abzubauen, ist eine Herausforderung, vor der Studierende und Lehrende an medizi­nischen Fakultäten stehen. "Prävention und Gesundheitsförderung" ist durch die Approba­tionsordnung aus dem Jahre 2002 in das Medi­zinstudium eingeführt worden. Zweifel von Medizinern an Prävention und Gesundheitsför­derung werden nicht in der Sinnhaftigkeit der Maßnahmen verortet, sondern im zu betreiben­den Aufwand (zu hoch, zumindest im Alltag) sowie der unterstellen Effizienz (zu gering).

Um diese Haltung aufzuweichen werden in diesem Band einschlägige Befunde zu Präven­tion und Gesundheitsförderung in somatisch-medi­zinischen, psychosozial-medizinischen Kern- sowie Ergänzungsfächern zusammengetragen, deren Wirksamkeit gezeigt werden konnte. In zwei ergänzenden Kapiteln informiert das Buch über bereits bestehende medizinische Versor­gungseinrichtungen, in denen Prävention und Gesundheitsförderung geleistet wird und stellt Handlungshilfen für Ärzte bereit, wie dergestal­te Maßnahmen evaluiert werden können.Das Buch ist Lesekonventionen von Medizinern angepasst und will Anregungen für die inhalt­liche Gestaltung attraktiver Lehrveranstaltungen und Prüfungen im Fach Prävention und Gesund­ heitsförderung geben. Ob diese Impulse ausrei­chen, medizinisches Denken und Handeln von eher therapeutsich–kurativen Handlungsrou­tinen zu präventiven Interventionen zu stimu­lieren, bleibt offen ähnlich wie die Frage, ob medizinische Prävention und Gesundheitsförde­rung eine Sonderrolle in der bislang interdiszi­plinär geführten gesundheitswissenschaftlichen Diskussion einnehmen werden.