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Kurz angeklickt - Die HUK-COBURG und ihre Krankenversicherungen im Internet

Die HUK-COBURG und ihre Krankenversicherungen im Internet

Wer als gesetzlicher Versicherter den Internet-Auftritt seiner Krankenkasse kennt und erstmals auf die Website der HUK klickt, bemerkt sofort den Unterschied: Hier sollen Kunden gewonnen und nicht in erster Linie gesundheitsbezogene Informationen zur Verfügung gestellt werden. Gute und sehr gute Bewertungen in unterschiedlichen Testzeitschriften werden groß hervorgehoben, ohne dass dadurch wirklich eine Transparenz über die diversen Voll- und Zusatzversicherungsangebote für den Nutzer entsteht. Bei der Suche nach der geeigneten Versicherung ist die Aufsplittung in unterschiedliche Wahl-Tarife und Versicherungskomponen-ten zumindest für Noch-GKV-Versicherte nicht ohne Weiteres zu durchschauen.

Denn nach der Auftrennung zwischen privater Vollversicherung und privatem Zusatzschutz für Mitglieder der gesetzlichen Krankenkassen hat sich der Neukunde zu entscheiden zwischen einer Vielzahl von Tarifen, die Leistungen im ambulanten oder stationären Bereich, Kranken- und Krankenhaus-Tagegeld oder Zahnersatz betreffen und muss sich ggf. zwischen diversen „Selbstbehalten“ entscheiden. Per Tarifrechner erfolgt schnell ein (anonymes) Vertragsangebot, ein Vertragsabschluss kann allerdings online nicht erfolgen. Eventuelle Beitragszuschläge, Leistungseinschränkungen oder Leistungsausschlüsse erfährt der Neukunde erst nach schrift-lichem Auftragseingang. Es ist auch nicht zu erkennen, wann und in welchem Umfang z.B. Naturheilverfahren in Anspruch genommen werden können oder eben nicht erstattet werden, unter welchen Voraussetzungen in eine andere PKV gewechselt werden kann, wann die Rückkehr in die GKV möglich ist oder in welcher Höhe der Versicherte mit Beitragserhöhungen zu rechnen hat.

Der Ratgeber (u.a. mit Ärzte-, Notfallapotheken- und Klinik-Suchdienst) funktioniert komfortabel, wobei die Liste der Selbsthilfegruppen vor 1,5 Jahren letztmalig aktualisiert wurde. Auch das Lexikon ist sehr umfangreich und informativ.

Weniger niveauvoll und eher poppig-feuille-tonistisch kommt das Feature daher und präsentiert „Sex & Partnerschaft“ an erster Stelle. Bei den „Nachrichten“ geht es u.a. um Gurken („Sauer macht lustig und satt“), Schönheits-OPs, Schizophrenie („Kranker Geist macht sexy“) oder um Penisgröße („Dicke Dinger“). Informationen zu Gesundheitsförderungs- und Präventionsangeboten erfolgen höchstens im Mitglieder-Be-reich, der nicht eingesehen werden konnte. Insgesamt sind zumindest Teile des „Ratgebers“ als sehr brauchbar zu bezeichnen, und auch der schnelle und anonyme Tarifrechner erlaubt ei-nen schnellen Überblick über die (minimal) zu erwartende Höhe der Versicherungsprämie. Als alleinige Information für einen Versicherungs-wechsel verschafft der Internet-Auftritt der HUK allerdings viel zu wenig Transparenz.Die HUK Coburg kooperiert mit der Barmer Ersatzkasse im Bereich der Zusatzversicherungen.

IPG-Newsletter Gesundheitsfoerderung 04/05 (19. Dez. 05)