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Buchrezension: Franke, A. (2006). Modelle von Gesundheit und Krankheit. Bern: Huber.

Franke, A. (2006). Modelle von Gesundheit und Krankheit. Bern: Huber. (Euro 19,95).

„Wenn man einen Zustand mit einem Namen versieht, kann man fälschlicherweise den Eindruck gewinnen, etwas verstanden zu haben, so dass man aufhört, nachzudenken und Fragen zu stellen“. Mit diesem Zitat von Kendall (1978, S. 3) beginnt die Einleitung.

In gut lesbaren, übersichtlich strukturierten Kapiteln geht die Autorin der Frage nach, warum Gesundheit und Krankheit schwer voneinander abzugrenzen sind und wie man Gesundheit oder Krankheit trotz dieser Schwierigkeiten den­­noch verstehen kann. Den Begriffsbestimmungen folgen die mit diesen Begriffen assoziierten Modellvorstellungen. Die Darstellung von Krankheitsmodellen beginnt mit naturalis-tischen Modellen, berücksichtigt das biomedizinische Krankheitsmodell sowie das Risikofaktorenkonzept und darüber hinaus ein weiteres Bündel an Konzepten, die das Krankheitsge-schehen aus verschiedenen Perspektiven beleuchten. Die Darstellung zu Gesundheitsmodellen schließt das Modell der Salutogenese sowie dessen Weiterentwicklungen ein, skizziert das Forschungsfeld zu Resilienz sowie Gesundheit im Sinne der Weltgesundheitsorganisation. Geschlechtsspezifische, sozialepidemiologische sowie subjektive Perspektiven auf Gesundheit und Krankheit runden die Darstellung ab.

Insgesamt bietet das Buch einen guten Überblick über Modellvorstellungen in diesem Bereich, die – wie obige Nennung schon vermuten ließ – durch eine große Spannweite des Entwicklungsstandes der verschiedenen Modelle gekennzeichnet ist. Jedes Kapitel ist als Lerneinheit aufgebaut, mit prägnanten Einführungs-texten und mit Lehrfragen, die eine weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema an-regen wollen. Für Gesundheitswissenschaftler, die in der Weiterbildung arbeiten, aber auch für an gesundheitswissenschaftlichen Fragen interessierte Personen unbedingt empfehlenswert (bg).