Buchrezension: Lauterbach, K.W., Stock, S. & Brunner, H. (2006). Gesundheitsökonomie. Bern: Huber.

Lauterbach, K.W., Stock, S. & Brunner, H. (2006). Gesundheitsökonomie. Bern: Huber..

In Zeiten knapper werdender Mittel im bundesdeutschen Gesundheitswesen erlangen ökonomische Betrachtungen eine immer größere Bedeutung. Wer die anhaltenden Diskussionen um Kostenentwicklungen und Reformbemühungen verstehen und kritisch begleiten will, benötigt zumindest grundlegende Einsichten in das Spannungsfeld von Gesundheit und Ökonomie.

In diesem Sinne wendet sich das 2006 erschienene Lehrbuch Gesundheitsökonomie, unter anderem herausgegeben von dem derzeit sicherlich profiliertesten Gesundheitsökonomen und -politiker Karl Lauterbach, vor allem an Praktiker des Gesundheitswesens ohne wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse.

Das Buch gliedert sich in vier große Teile. Im ersten Abschnitt „Ethik und Ökonomie im Gesundheitswesen“ wird ein weiter Bogen vom Gesundheitsbegriff bis zu Gerechtigkeitsüberlegungen in der Gesundheitsökonomie und grundlegenden ethischen Theorien im Bereich des Gesundheitswesens gespannt. Der zweite Teil über die „Ökonomischen Grundlagen des Gesundheitssystems“ bietet einen ausführlichen Einblick in die Organisation des bundesdeutschen Gesundheitssystems, von Kosten- und Finanzierungsaspekten über das Krankenversicherungssystem bis zur ambulanten, stationären und Arzneimittelversorgung. Aktuelle Diskussionen um Probleme und Reformansätze werden hier aufgenommen, Standpunkte skizziert und kompetent bewertet. Gesundheitssystemvergleiche sind ein wichtiges Instrument der Gesundheitsökonomie. Im dritten Abschnitt „Vergleiche von Gesundheitssystemen“ werden Zweck und methodische Grundlagen solcher Vergleiche erläutert, und paradigmatische Gesundheitssysteme verschiedener Länder vorgestellt (jedoch nicht verglichen). Auch der vierte Abschnitt widmet sich den Methoden der Gesundheitsökonomie. „Methoden der gesundheitsökonomischen Bewertung“ sind ökonomische Evaluationen medizinischer Maßnahmen mittels Entscheidungs- und Wirtschaftlichkeitsanalysen, die in diesem Abschnitt näher erläutert und durch weitere Informationen zur Bedeutung der Lebensqualität für die Gesundheitsökonomie abgerundet/ergänzt werden. Durch seinen breiten Fokus, den unvoreingenommenen Blick und die Fülle an Informationen kann dieses Werk eine Bereicherung für jeden darstellen, der ob aus eigenem Interesse oder gezwungenermaßen mehr über die ökonomischen Grundlagen des Gesundheitswesens erfahren will. Der Lehrbuchcharakter wird durch ein klare Gliederung der Inhalte und Kontrollfragen am Ende jedes Kapitels betont. Das Buch gibt dem Leser das notwendige Rüstzeug an die Hand, um sich kompetent in die Reformdiskussionen einmischen, oder diese zumindest besser nachvollziehen zu können.

(IPG-Newsletter-Gesundheitsfoerderung 04/07; 17. Dez. 07).