Buchrezension: Hurrelmann, K., Klotz, T. & Haisch, J. (Hrsg) (2007). Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung (2., überarbeitete Auflage). Bern: Huber.

Hurrelmann, K., Klotz, T. & Haisch, J. (Hrsg) (2007). Lehrbuch Prävention und Gesundheitsförderung (2., überarbeitete Auflage). Bern: Huber .

Knapp drei Jahre nach der Erstauflage ist nun das Lehrbuch „Prävention und Ge­sundheitsförderung“ in einer überarbeite­ten Version erschienen. Diese ist 400 Sei­ten stark und damit gegenüber der Erst­auflage um 120 Seiten ergänzt. Kapitel 1 bündelt die Grundlagen der Krankheits­prävention und Gesundheitsförderung dem ein Überblick über gesundheitsbezo­gene Förderungsmöglichkeiten in ver­schiedenen Lebensabschnitten folgt (Kind­heit, Jugend, Erwachsenenalter, und das Alter). Kapitel 3 enthält Präventions­ansätze bei epidemiologisch relevanten Störungen und Krankheiten, Kapitel 4 die jeweiligen fachspezifischen Perspektiven. Abgerundet wird die Themenvielfalt durch Zielgruppen und Settings der Prävention und Gesundheitsförderung sowie deren Umsetzung durch die Politik.

Die Darstellung der Begrifflichkeiten in Kapitel 1 hilft dem Leser Prävention und Gesundheitsförderung zu konturieren und in historischer Perspektive zu entschlüs­seln. In der Grundlegung führen die Auto­ren den Leser behutsam an die verschie­denen Aspekte der Konzeptualisierung und Operationalisierung von Prävention und Gesundheitsförderung und unter­stützen die Bemühungen des Lesers bei der Entschlüsselung beider Begriffe.

Mit der entwicklungsorientierten Darstel­lung von Prävention und Gesundheits­förderung strukturieren die Autoren die lebensaltersspezifischen Herausforderun­gen dieser Interventionsstrategien, in denen das Kinder- und Jugendalter vom Interventionszeitpunkt her besonders günstig ist. Obwohl das Erwachsenenalter der längste Lebensabschnitt ist, sind Interventionskonzepte in diesem Lebens­abschnitt gering konturiert. Hier gilt es individuelles Risikoverhalten zu modifizie­ren, der Betrieb und die Familie sind als Setting für Interventionen benannt, wobei die Familie in der derzeitigen Interven­tionspraxis bislang kaum eine Rolle spielt.

In Kapitel 4 wird die fachspezifische Prä­vention ins Visier genommen. Anders als die interdisziplinäre Entwicklung des Fachs Gesundheitswissenschaften vermu­ten ließe, sind hier ausschließlich medi­zinische Teildisziplinen vertreten, psycho­soziale Perspektiven hingegen gar nicht erwähnt.

Kapitel 5 nennt Familien, Schulen, Betrie­be, Städte und Gemeinden als Settings für Prävention und Gesundheitsförderung als Zielgruppen werden Frauen und Män­ner sowie Migranten hervorgehoben. Schnabel plädiert in seinem einführenden Beitrag für eine zeitgleiche Intervention in verschiedenen Settings um einen maxi­malen Präventionsnutzen zu erzielen.

Das Buch ist sicherlich die umfassendste und aktuellste Darstellung zu Prävention und Gesundheitsförde­rung. Als Einfüh­rung in die Thematik ist es für Neuein­steiger unterschiedlicher Fachdisziplinen gut geeignet. Die Publikation ist lese­freundlich gestal­tet durch die Hervorhe­bung wichtiger Aspekte, am Ende eines jeden Ka­pitels werden Prüfungsfragen und Lese­empfehlungen gegeben. Dies unterstreicht den Lehrbuchcharakter die­ses Buches, für das wir uns in der dritten Auflage eine Öffnung gegenüber nicht­medizinischen Themen und Handlungs­feldern der Prävention und Gesundheits­förderung wünschen würden

(IPG-Newsletter-Gesundheitsfoerderung 04/07).