Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt "Prävention pädosexueller Übergriffe"

Wissenschaftliche Begleitforschung zum Projekt "Prävention pädosexueller Übergriffe/
Projekt am Arbeitsbereich

  • Auftraggeber: SUB/WAY Berlin e.V.
  • Laufzeit: 01.02.2003 - 31.07.2004
  • Projektleitung: Prof. Dr. Dieter Kleiber, Dr. Burkhard Gusy
  • Projektdurchführung: Sven Brandes, MPH

Ausgangslage:

Der Auftraggeber SUB/WAY berlin e. V. ist ein vom Berliner Senat gefördertes Projekt für minderjährige männliche Jugendliche, die auf der Strasse unterwegs sind und der Prostitution nachgehen. Entstehungshintergrund des Projektes „Prävention pädosexueller Übergriffe“ ist die Erfahrung von SUB/WAY berlin e.V., dass männliche Jugendliche, die in Kneipen oder am Bahnhof Zoo erstmals für die Sozialarbeit sichtbar werden, offenbar häufig über langjährige Vorerfahrungen in der Prostitutionsszene verfügen. Über die konkreten Umstände, unter denen männliche Jugendliche diese ersten Erfahrungen mit dem Millieu machen, gibt es kaum wissenschaftlich gesichertes Wissen.

Das Projekt „Prävention pädosexueller Übergriffe“ umfasst zum einen die praxisorientierte Entwicklung und Erprobung neuer Zugangskonzepte in diesem Bereich und zum anderen erstmalig auch eine empirische Bestandsaufnahme zur Häufigkeit sexuell intendierter Beziehungsangebote und -aufnahmen zu minderjährigen männlichen Jugendlichen durch erwachsene Männer im öffentlichen Raum Berlins. Der wissenschaftlich-empirische Teil wird am IPG durchgeführt.

Ziele:

  • Ermittlung der Prävalenz sexuell intendierter Beziehungsangebote und -aufnahmen zu minderjährigen männlichen Jugendlichen durch erwachsene Männer im (halb-) öffentlichen Raum Berlins.
  • Ermittlung der Prävalenz daraus resultierender sexueller Handlungen.
  • Beschreibung der Gruppe männlicher Jugendlicher mit entsprechender Erfahrung hinsichtlich Alters- und Sozialstruktur, Freizeitverhalten und weiteren Merkmalen
  • Analyse der Einflussgrössen (Risikofaktoren, Protektivfaktoren), die zu einer erhöhten Vulnerabilität bzw. Resilienz gegenüber sexuell intendierten Beziehungsaufnahmen beitragen.
  • Abschätzung des Bedarfs an sozialpädagogischen Angeboten auf Basis der ermittelten Daten.
  • Wissensbasierte Praxisberatung hinsichtlich neuer Zugangswege der Präventionsarbeit und der Erarbeitung von sexualpädagogischen und –therapeutischen Konzepten

Methoden:

Die Stichprobenziehung erfolgt auf der Grundlage einer Kartierung von ausgewählten öffentlichen und halböffentlichen Plätzen in Berlin. 500 männliche Jugendliche werden vor Ort in standardisierten Interviews computergestützt befragt.
Die Auswertung erfolgt über übliche statistische Verfahren. Ergänzend werden halboffene Interviews zur Darstellung exemplarischer Fälle durchgeführt.

Die Ergebnisse der Studie werden vorrausichtlich im August 2004 veröffentlicht.

 

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