Schwule Männer und HIV/AIDS 2013

 

Schwule Männer und HIV/AIDS 2013: Schutzverhalten und Risikomanagement in den Zeiten der Behandelbarkeit von HIV

  • Laufzeit: 1.6.2013 - 30.9.2014
  • Mittelgeber: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit
  • Projektleitung: Dr. Jochen Drewes
  • Mitarbeit: Martin Kruspe (M.Sc.)

Hintergrund

Auch in der vierten Dekade der HIV-Pandemie in Deutschland sind schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben (MSM), überdurchschnittlich von HIV/AIDS betroffen. Das Robert-Koch-Institut schätzt, dass sich mit ungefähr 51.000 Fällen mehr als drei Viertel der derzeit geschätzt 78.000 in Deutschland lebenden Menschen mit HIV/AIDS über gleichgeschlechtliche Sexualkontakte (in der Regel ungeschützten Analverkehr) infiziert haben. Der Verlauf der HIV-Epidemie bei MSM in Deutschland seit dem Jahr 2000 war anfangs von einem Anstieg gekennzeichnet, der ab etwa 2004 trotz leichter Schwankungen ein Plateau erreichte. Die aktuellsten Schätzungen lassen seit 2011 einen erneuten Anstieg der HIV-Inzidenzen unter MSM vermuten, der aber im Vergleich zu dem in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends zu verzeichnenden Anstieg moderat ausfällt.

Die kontinuierliche Untersuchung von Wissen, Einstellungen und Verhalten von schwulen und anderen MSM in Bezug auf HIV und andere sexuell übertragenen Infektionen (STI) ist essentiell, um Schwankungen in der Inzidenz dieser Erkrankungen zu verstehen und auf dieser Basis angemessene Präventionsmaßnahmen entwickeln zu können.

In Deutschland werden diese Fragen, eingebettet in die sozialwissenschaftliche Analyse der Lebenssituation schwuler und anderer MSM, seit 1991 im Rahmen der Wiederholungsbefragung Schwule Männer und HIV/AIDS bearbeitet. Neun dieser Befragungen wurden bisher im zwei- bis dreijährigen Rhythmus unter Leitung von Dr. Michael Bochow durchgeführt. Diese als Trendanalysen konzipierten Studien stellen einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsberichterstattung in Deutschland dar.

Die Studie

Die vorliegende Studie stellt die zehnte Durchführung der Wiederholungsbefragung Schwule Männer und HIV/AIDS dar. Sie wird internetbasiert durchgeführt und erreicht ihre Teilnehmer über kooperierende Internetportale, die sich an schwule und andere MSM in Deutschland richten.

Die Ziele dieser Studie liegen in der Untersuchung der Lebenssituation von schwulen und anderen MSM in Deutschland, sowie ihrem Wissen, ihren Einstellungen und ihrem Verhalten hinsichtlich HIV und anderen STI. Dabei legt die aktuelle Studie die folgenden inhaltlichen Schwerpunkte:

  • Monitoring des sexuellen Schutz- und Risikoverhaltens, sowie des Wissens und der Einstellungen hinsichtlich HIV und anderen STI schwuler und anderer MSM
  • Untersuchung von Wissen, Einstellungen und Verhalten hinsichtlich biomedizinischer HIV-Präventionsstrategien bei schwulen und anderen MSM
  • Erfassung der seelischen Gesundheit von schwulen und anderen MSM und ihrem Zusammenhang mit HIV-spezifischen Risikoverhalten

Die beiden letzten Aspekte stellen eine neue Schwerpunktsetzung dar, die aktuellen Entwicklungen in der HIV-Prävention Rechnung trägt.

Kontakt

Fragen, Anmerkungen und Kommentare richten Sie bitte an jochen.drewes[at]fu-berlin.de.

Weitere Informationen

Bochow, M. Lenuweit, S., Sekuler, T. & Schmidt, A. J. (2013). Schwule Männer und HIV/Aids: Lebensstile, Sex, Schutz- und Risikoverhalten 2010 (AIDS-Forum DAH Bd. 60). Berlin: Deutsche AIDS-Hilfe e.V.