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Dr. Linda Oña

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Mitarbeiterin (Postdoc, Drittmittel) im Projekt "Grammar of the body" (ERC)

Kompositionalität in emotionalen Ausdrücken von Schimpansen

Dieses Projekt ist Teil einer ERC-geförderten Kollaboration (GRAMBY – Grammar of the body) mit Prof. Wendy Sandler von der Haifa Universität in Israel (http://signlab.haifa.ac.il).

Durch Kompositionalität, eine der Attribute der menschlichen Sprache, können Menschen eine unbegrenzte Anzahl von unterscheidbaren und bedeutungsvollen Einheiten aus einer Anzahl von kleineren Einheiten erzeugen, die eine andere Bedeutung hätten, wenn alleinig benutzt (Jackendoff, 2011).

Vorläufige Daten deuten darauf hin, dass wir Kompositionalität auf einer grundlegenderen Ebene der menschlichen Kommunikation, in emotionalen Ausdrücken (Sandler, unveröffentlicht) beobachten können. Wir untersuchen in einem vergleichenden Forschungsansatz Emotionen und fokussieren dabei auf körperliche und Gesichtsausdrücke. Wie tief verwurzelt dieser "unbegrenzte Gebrauch von begrenzten Einheiten' in unserem kommunikativen Ausdruckssystem ist, ist eine der Kernfragen dieses GRAMBY Teilprojektes. Unsere Hypothese ist, dass die Kompositionalität von verkörpert emotionaler Kommunikation eine Rolle bei der Entwicklung der Kompositionalität der Sprache spielt. Entgegen der Meinung dass Sprache nur mit dem Blick auf geistige Fähigkeiten untersucht werden kann, betonen wir, dass Sprache und ihre grundlegenden Ausdrücke ein verkörpertes System ist, das im ganzen Körper und seinen Artikulatoren ausgedrückt wird, sowohl bei Menschen als auch unseren nächstlebenden Verwandten, den Schimpansen (Pan troglodytes).

Ziel dieses Projektes ist nach Vorstufen von Kompositionalität bei Schimpansen in Situationen zu suchen, in denen sie emotionale Ausdrücke zeigen, wie beispielsweise in Spiel-Interaktionen oder in agonistischen Auseinandersetzungen.

Wir möchten

1) einzelne Einheiten der Signale und

2) Kombinationen von Signalen aus verschiedenen Modalitäten

mit Hilfe des ChimpFACS und eines neu-etablierten Schimpansen-Körper-Kodierungssystem identifizieren, um zu untersuchen, ob und wie Schimpansen solche Kombinationen in Interaktionen mit Artgenossen nutzen und wie deren Verwendung die Reaktion des Empfängers beeinflusst.

Peer-reviewed journals

Scheider L, Waller B, Oña L, Burrows A, Liebal K (2016) Social Use of Facial Expressions in Hylobatids. PLoS ONE 11(3): e0151733. doi:10.1371/journal.pone.0151733

Scheider L, Burrows A, Oña L, Liebal K, Waller B (2014) A comparison of facial expression properties in five hylobatid species. American Journal of Primatology, 76:618-628

Akudibillah G, Boas SEM, Carreres B, Dallinga MG, van Dijk A-J, Gupta, Shishir K, et al. (2014) Scientific Report: Training Workshop Interdisciplinary Life Sciences. PeerJ;2:e654v1. doi:10.7287/peerj.preprints.654v1

Waller BM, Peirce K, Caeiro C, Scheider L, McCune S, Kaminski J (2013) Neotenous facial expressions give dogs a selective advantage. Plos One 8(12): e82686. doi:10.1371/journal.pone.0082686

Scheider L, Kaminski J, Call J, Tomasello M (2012) Do Domestic Dogs interpret Pointing as a Command? Animal Cognition, 16:3, 361-372.

Scheider L, Grassmann S, Kaminski J, Tomasello M (2011) Domestic Dogs Use Contextual Information and Tone of Voice when following a Human Pointing Gesture. PLoS ONE 6(7): e21676. doi:10.1371/journal.pone.0021676

 

Buchkapitel

 Scheider L (2016). Capacités sociocognitives du chien domestique (Canis familiaris). In V Servais (ed). La science [humaine] de chiens. Le bord de L’eau, Lormont. pp 97-109.