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Dr. Manuela Ersson-Lembeck

 

 

Manuela Lembeck

Wiss. Mitarbeiterin (Drittmittel): Kommunikation in Eltern-Kind Interaktionen: ein artübergreifender Vergleich

Adresse
Habelschwerdter Allee 45
Raum JK24/121d
14195 Berlin
E-Mail
m.lembeck(at)fu-berlin.de

Ich bin wissenschaftliche Mitarbeiterin und arbeite im aktuellen Forschungsprojekt zum Thema Eltern-Kind-Kommunikation vor allem im 1. Lebensjahr. Im Detail interessieren mich folgende Fragen: Wie flexibel kommunizieren Mutter und Kind im Laufe der kindlichen Entwicklung? Welche Rolle spielen Mimik, Gestik und Körpersprache in der Interaktion? Wie werde Emotionen kommuniziert? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Primaten? Für die Beantwortung dieser Fragen werden vorwiegend verhaltensbiologische Untersuchungen durchgeführt, die im natürlichen Alltagskontext eingebettet sind. Ziel des Projekts ist es, nicht nur neue Erkenntnisse zu gewinnen, welche die evolutionären Grundlagen des menschlichen Fürsorgeverhaltens beleuchten, sondern auch entwicklungspsychologische Modelle und Methoden erstmals in den artvergleichenden Kontext zu setzen, um eine gemeinsame Basis für weitere interdisziplinäre Forschungsprojekte zu schaffen. 

Für weitere Informationen zum Projekt oder Auskunft zu einer Praktikums- oder Qualifizierungsarbeit, kontaktieren Sie mich gerne unter: m.lembeck@fu-berlin.de

Seminar (12593a):  Elterliche Kompetenzen und Interaktionsformen im 1. Lebensjahr: ein Kultur- und Artvergleich (Modul: Psychologie als affines Fach)

Multimodale Kommunikation in Eltern-Kind Interaktionen: ein artübergreifender Vergleich von Menschen, Schimpansen, Bonobos und Gibbons

In dieser Studie sollen Eltern-Kind Interaktionen im Laufe des 1. Lebensjahr des Kindes untersucht werden. Diese treten primär im Kontext des elterlichen Fürsorgeverhaltens auf und sorgen dabei über Körpernähe, Fütter-, Pflege- und Spielsituationen zur Entwicklung einer intensiven Langzeitbeziehung bei Menschen, wie auch anderen Primaten.

Dabei soll der Schwerpunkt in der Untersuchung der Entwicklung dieser sozialen Bindung liegen, die bei Menschen und nicht-menschlichen Primaten durch den Begriff der Kommunikation geprägt ist: Dabei müssen Eltern und Kind lernen, wie visuelle, taktile und vokale Signale ausgetauscht und korrekt interpretiert werden. Beispielsweise signalisiert Lächeln eines Babys Zufriedenheit, während Weinen ein Bedürfnis ausdrückt. Mit zunehmendem Alter des Kindes entsteht ein fein abgestimmtes Kommunikationssystem, das eine sichere Basis für die spätere Interaktion mit anderen bietet. Mehr noch, man vermutet, dass frühkindliche Erfahrungen die kindliche Emotionsregulation fördern und die Entwicklung des Signalgebrauchs im sozialen Leben einleiten.

Dieses Projekt soll durch den artübergreifenden Vergleich die Frage untersuchen, ob es einen evolutionären Trend in der Eltern-Kind Interaktion gibt und wie sich dieser in Veränderungen im Emotionsausdruck zeigt. Ergebnisse könnten Hinweise darauf liefern, welche emotionalen Signale wir mit nicht-menschlichen Primaten teilen und welche vielleicht einzigartig menschlich sind.

Liebal, K., Schneider, C. & Ersson-Lembeck, M. (2018). How primates acquire their gestures: evaluating current theories and evidence. Animal Cognition, 1-14. https://doi.org/10.1007/s10071-018-1187-x

Lembeck, M. (2016). Parenting behaviour in the first year of life: A cross-species comparison of humans, chimpanzees, bonobos and gibbons. Dissertation, FU Berlin.

Waller, B.M., Lembeck, M., Kuchenbuch, P., Burrows, A.M., & Liebal, K. (2012). GibbonFACS: A muscle-based facial movement coding system for the monogamous small apes. International Journal of Primatology, 33(4), 809-821

Lembeck, M., Franz, C. (2008). Differential parental investment and behavioural development in gibbons: Comparison between Siamang (Symphalangus syndactylus) and Lar gibbon (Hylobates lar). Mammalian Biology 73, Supplement 1: 23 (Abstract only)