Gewinnerinnen und Gewinner des Marie-Schlei-Preises 2014

Seit 2000 vergibt der Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie der Freien Universität Berlin den Marie-Schlei-Preis.

Mit der Namensgebung wird Marie Schlei, eine Berliner Lehrerin der ersten Stunde nach dem Krieg gewürdigt, die ihren Aufstieg bis zur Entwicklungshilfeministerin unter Helmut Schmidt, 1976-1978, unter anderem ihrer Vision verdankte, Entwicklungshilfe für Frauen gesellschaftlich zu etablieren.

Ziel des Preises ist es, Frauen des Fachbereichs zu fördern sowie wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Frauen- und Geschlechterforschung sichtbar zu machen.

Der Schwerpunkt der Auszeichnung von Arbeiten unterlag bis heute drei Phasen.

Zu Beginn lag der Schwerpunkt sowohl auf der Frauenförderung als auch wurden bevorzugt Arbeiten ausgezeichnet, die sich mit Genderthemen auseinander setzten. In der zweiten Phase lag der Schwerpunkt auf der Förderung von Frauen, die wissenschaftlich hochwertig arbeiten. Das Thema Gender wurde zu einem nachgeordneten Kriterium. 2011 kam es zu einer erneuten Diskussion des Schwerpunktes des Marie-Schlei-Preises. Die Diskussion endete mit der Einführung von zwei Kategorien, einmal als Frauenförderpreis für beste wissenschaftliche Arbeiten ohne Themenbindung, und einmal als Preis für die besten wissenschaftlichen Arbeiten mit Genderthematik, für den sich Frauen und Männer bewerben können.

Gewinnerinnen 2014

Frau Pauline Neumann und Frau Mona Brettschneider in der Kategorie A Diplom Masterarbeiten

Frau Dr. Irina Kumschick in der Kategorie A Dissertationen

Frau Dr. Melanie Rau in der Kategorie B Dissertationen mit Genderthematik

!!! Wir gratulieren recht herzlich. !!!

 

Kurzinformationen zu den Arbeiten und zur Auszeichnung 

 

Changing the Interpretation and Judgemental Bias in Social Phobia: A Pilot Study to Evaluate an Internet-Based Intervention“

Die Gemeinschaftsarbeit von Frau Neumann und Frau Brettschneider beinhaltet die Evaluation eines neu entwickelten, internetbasierten Programms zur Veränderung der Interpretations- und Judgemental-Biases bei PatientInnen mit sozialer Phobie. Die Studie liefert vielversprechende Hinweise für die Wirksamkeit des vorgestellten Programmes als eine niedrigschwellige und ökonomische Option in der Behandlung sozialer Ängste. Hervorzuheben ist, dass die Autorinnen auch außergewöhnlich viel an der Entwicklung des Programms beteiligt waren.

Mit der Auswahl dieser Arbeit würdigt die Kommission die hohe praktische Bedeutung der Evaluation eines niedrigschwelligen Interventionsprogramms bei sozialer Phobie, da dieses von Betroffenen leichter angenommen werden kann.

Lesen und Fühlen

Frau Dr. Kumschick hat ihre Dissertation innerhalb des Clusters of Emotions angefertigt. Sie hat in einem ersten Schritt eine literaturbasierte Intervention zur Steigerung emotionaler Kompetenzen im Grundschulalter entwickelt und in einem zweiten Schritt die Wirksamkeit dieser Intervention untersucht. Dazu entwickelte sie das Diagnoseinstrument „Im Labor der Gefühle“. Dieses multimethodal angelegte Diagnoseinstrument ermöglicht es erstmalig im deutschsprachigen Raum, verschiedene Facetten der emotionalen Kompetenz kindgerecht und multimethodal zu erfassen.

Mit der Auswahl dieser Arbeit würdigt die Kommission insbesondere die präzise und hochwertigen Entwicklung der Instrumente, die auch aus ästhetischer Sicht hochwertig sind.

 

Geschlechtsbezogene Bildungsdisparitäten.

Frau Dr. Raus Dissertation beginnt mit einer kritischen daten-basierten Analyse von journalistischen Positionen, die Jungen als Bildungsverlierer darstellen. Sie kann zeigen, dass diese Positionen wissenschaftlich nicht belegt werden können. An Hand eigener 3 Studien zum Thema „Geschlechtsbezogene Bildungsdisparitäten“ zeigt sie, dass Jungen keineswegs eindeutige Bildungsverlierer sind, sich jedoch ein feminines Stereotyp schulisch erfolgreicher Jugendlicher etabliert hat. Außerdem liefert ihre Arbeit Hinweise darauf, dass nicht Jungen als Gesamtgruppe bei Lehrerinnen schlechter lernen, sondern nur Jugendliche mit frauenfeindlichen Einstellungen.

Mit der Auswahl dieser Arbeit würdigt die Kommission die hohe bildungspolitische Relevanz der Ergebnisse: Ein besonderer Verdienst ist die wissenschaftliche Aufklärung populistischer Positionen.


Preisträger*innen anderer Jahre

Preisträger*innen 2019

Preisträger*innen 2018

Preisträger*innen 2017

Preisträger*innen 2016

Preisträger*innen 2015

Preisträger*innen 2013