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Forschung

Die Hochschulambulanz führt verschiedene psychologische Studien durch, unter anderem zu

  • Depressionen haben unterschiedliche Verläufe

Menschen, die von Depressionen betroffen sind, schildern unterschiedliche Geschichten. Manche erlebten eine Episode bereits im Kinder oder Jugendalter, oder schildern sogar, dass sie sich gar nicht vorstellen können, wie es ist, sich gesund und frei zu fühlen. Andere schildern einzelne, gut abgegrenzte Episoden, fühlen sich aber immer auch wieder fit und wohl. Wieder andere kommen in ganz akuten, zugespitzten Situationen. Unsere Forschung untersucht, welche Interventionsformen für wen hilfreich sind. Für Menschen, die seit mindestens 2 Jahren durchgängig ein depressives Erleben haben, ergänzen wir die Einzeltherapie zeitweise mit einer Gruppentherapie. Auch hier "respondieren" Menschen unterschiedlich. Mit Hilfe von Fragebogenuntersuchungen nähern wir uns der Frage an, wer besonders profitiert und weshalb.

  • Psychotherapie der Sozialen Angststörung:
    Viele Menschen sind von Schüchternheit betroffen. Bei einigen von ihnen wird die Unsicherheit in sozialen Situationen so beeinträchtigend, dass sie therapeutische Unterstützung benötigen. Eine Gruppentherapie, die speziell auf soziale Ängste ausgerichtet ist, stellt in diesen Fällen eine der effektivsten Behandlungsstrategien dar. Im Rahmen einer DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) – geförderten Studie untersuchen wir die zentralen Wirkmechanismen dieser spezialisierten Form der Gruppentherapie. Eine Schlüsselrolle nehmen hier wahrscheinlich unter anderem negative selbstbezogene Überzeugungen (z.B. „Ich bin ungeschickt“), die sich auf soziale Situationen beziehen, ein. In der PANDA-Studie werden Veränderungen dieser Überzeugungen durch die Gruppentherapie und damit einhergehende Veränderungen von Hirnfunktionen untersucht. Hauptziel ist es, besser zu verstehen, wie genau sich die Gruppentherapie auf das Denken und auf wichtige Hirnfunktionen auswirkt. So können langfristig noch präzisere und effektivere Behandlungsstrategien entwickelt und Therapieerfolg genauer vorhergesagt werden.

    Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Integration neuer Medien in die Behandlung. Internet- oder Smartphone gestützte Interventionen können die Therapie unterstützen und werden als eigenständige Behandlungsform oder als zusätzliche Behandlungsoption erprobt. Ziel unserer Forschung ist es, Menschen mit einer Sozialen Angststörung eine optimale, wissenschaftlich fundierte Therapie zu bieten. Durch die Mitarbeit der Patientinnen und Patienten, zum Beispiel durch das Ausfüllen von Fragebögen vor und nach der Therapie, kann die Behandlung fortwährend evaluiert und verbessert werden.

  • Prävention von Misshandlung und Förderung der psychischen Gesundheit bei Kindern von Müttern mit Borderline-Persönlichkeitsstörung – ProChild

    ProChild ist ein Forschungsverbund, der durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Rahmen der Ausschreibung „Verhaltensstörungen im Zusammenhang mit Gewalt, Vernachlässigung, Misshandlung und Missbrauch in Kindheit und Jugend“ gefördert wird. Weitere Informationen finden Sie hier.

    Teilprojekt 1: Evaluation eines Trainings zur Förderung der Erziehungskompetenz von Müttern mit Borderline Persönlichkeitsstörung – Eine randomisierte kontrollierte Studie

    • Laufzeit: 2019 bis 2023
    • Projektleitung: Prof. Dr. Babette Renneberg
    • Wissenschaftliche Mitarbeitende: Dr. Charlotte Rosenbach, M.Sc. Jana Zitzmann
    • Studentische Mitarbeitende: Larissa Rombold, Celina Bertram

    Hintergrund

    Kinder von Müttern mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung haben ein deutlich erhöhtes Risiko, Gewalt und Vernachlässigung zu erleben. Viele der betroffenen Familien stehen im Kontakt mit dem Jugendhilfesystem. Ziel des Vorhabens ist es zu überprüfen, ob ein neu entwickeltes Gruppentraining für Mütter mit einer Borderline Störung dazu beiträgt, die Erziehungskompetenz der Mütter zu stärken sowie Gewalt und Vernachlässigung der Kinder zu reduzieren. Die Teilnahme der Mütter am Training soll zu einer gesunden Entwicklung der Kinder beitragen. Empfehlungen für eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfe, dem Gesundheitswesen und den Familien werden abgeleitet.

    Die Kompetenzen und Defizite der Mütter und ihrer Kinder werden auf verschiedenen Ebenen erfasst: Es wird überprüft, ob sich im Verlauf Veränderungen nachweisen lassen hinsichtlich epigenetischer Faktoren, im subjektiven Erleben, in der Emotionsregulation, in der Mutter-Kind-Interaktion sowie in der Kooperation zwischen Jugendhilfe, Gesundheitswesen und Familie.

    Das übergeordnete Ziel ist es, neue und wirksame Wege zu finden, um den Kreislauf der Übertragung von Missbrauch und Gewalt von Eltern auf Kinder zu unterbrechen. Es wird erwartet, dass das Training für die Mütter die Erziehungs- und Emotionsregulationsfertigkeiten verbessert und so Kindesmisshandlung und Vernachlässigung in dieser Hochrisikogruppe verringert.

    *Dieses Manual ist auf Englisch kostenlos verfügbar auf: https://refubium.fu-berlin.de/handle/fub188/26429

    Bei Fragen, Anregungen, Wünschen oder Kommentaren schicken Sie bitte eine E-Mail an c.rosenbach[at]fu-berlin.dej.zitzmann[at]fu-berlin.de