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Plastizität im blinden Gehirn

Etwa ein Viertel unseres Gehirns ist damit beschäftigt visuelle Reize zu verarbeiten, mit dabei: der Occipitallappen. Aber, was passiert, wenn das Gehirn keine visuellen Reize mehr bekommt? Kann das Gehirn diese Hirnareale “umfunktionieren” oder sind sie einfach stumm? 

Eine große Sammlung an Literatur hat bereits bewiesen, dass diese ursprünglich visuellen Teile des Gehirns weiter benutzt werden. Zum Beispiel sind sie aktiv bei der Verarbeitung anderer Sinneseindrücke, zum Beispiel beim Tasten und Hören (z.B.: Sadato et al., 1996) . Das führt unter anderem auch dazu, dass blinde Menschen in Tast- und Hörtests oft deutlich besser abschließen als sehende Versuchspersonen (z.B.: Röder et al., 1999). 

Neue Studien deuten auch auf eine mögliche Involvierung des visuellen Kortexes bei der Sprachverarbeitung (z.B.: Bedny et al., 2015). Es ist jedoch noch nicht geklärt, welche Funktionen der visuelle Kortex hier übernimmt und wie sehr diese Funktionen den ursprünglichen “visuellen” Funktionen ähneln.

In unserer Forschung verwenden wir Verfahren zur Messung von Gehirnaktivitäten wie MRT und EEG. Durch die Anwendung von multivariaten Analysetechniken, entschlüsseln wir so die Repräsentationen von Wörtern und semantischen Kategorien. 

Wir sind immer auf der Suche nach blinden Versuchspersonen. Wenn Sie Interesse haben an einer Studie teilzunehmen, kontaktieren Sie uns gerne unter carina.kaltenbach@fu-berlin.de. Gerne können Sie auch unseren Newsletter abonnieren, hier teilen wir Aufrufe für Studien, sowie Ergebnisse und sonstige Neuigkeiten.

Keywords

  • Blindheit
  • Forschung
  • Neurowissenschaften
  • Plastizität