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Film Symposium: 100 Years Gordian Troeller

1.Dezember 2016, 9:00-18:00 Uhr
Fachhochschule Potsdam, Campus Kiepenheuerallee 5

Mit dem Symposium wurde an die Persönlichkeit und das Lebenswerk des Publizisten und Filmemachers Gordian Troeller (*16.März 1917 †22.März 2003) erinnert. In zahlreichen Reportagen und Dokumentarfilmen hat er sich mit der westlichen Entwicklungspolitik auseinandergesetzt, in der er eine Form des Kolonialismus sah.

Im Mittelpunkt des Symposiums stand die Filmreihe „Kinder der Welt“. Aus den insgesamt 36 Filmen dieser Reihe wurden drei ausgewählt:

„…denn ihrer ist das Himmelreich“ (Bolivien, 1984)
„Straßenproletariat“
(Nicaragua, 1992)
„Ihre Zukunft ist ihre Vergangenheit“
(Senegal, 1996).

In ihnen wird auf präzise und anschauliche Weise nachgezeichnet, wie die mit der europäisch-bürgerlichen Gesellschaft entstandene Kindheitsideologie mittels Missionstätigkeit und sogenannter Entwicklungshilfe anderen Völkern und Kulturen aufgedrängt und von diesen aufgenommen wird. Sie stellen eine fundamentale Kritik an westlichen Entwicklungsvorstellungen und Erziehungspraktiken dar, indem sie diese mit den Kindheiten und Generationenbeziehungen in nicht-westlichen Kulturen konfrontieren. Sie fordern dazu auf, darüber nachzudenken, wie eine „gute Kindheit“ beschaffen sein könnte und was wir von anderen, als fremd erscheinenden Kulturen, namentlich den Kindern selbst, lernen können.

Zum Programm

Beim Symposium gab es kurze Einführungen in die Filme. Nach den Vorführungen standen jeweils zwei mit den Filmen vertraute Personen zur Verfügung, um Fragen zu beantworten und weitere Erläuterungen zu geben.

Ingrid Becker-Ross-Troeller hat gemeinsam mit Gordian Troeller die meisten Filme aus der Reihe „Kinder der Welt“.

Christel Adick ist Professorin für Vergleichende Erziehungswissenschaft (im Ruhestand) an der Ruhr-Universität Bochum und hat einen Band mit Analysen zum Filmwerk Gordian Troellers mit herausgegeben.

Manfred Liebel ist Professor a.D. für Soziologie an der Technischen Universität Berlin; er war Mitgründer und Leiter des MA Childhood Studies and Childrens’s Rights (MACR) an der Freien Universität Berlin und ist Schirmherr des MACR an der Fachhochschule Potsdam; an einem der vorgestellten Filme hat er mitgewirkt.

Urszula Markowska-Manista ist Dozentin an der Maria Grzegorzewska-Universität (UNESCO Chair Janusz Korczak) in Warschau und leitet gemeinsam mit Stefan Thomas den MACR an der Fachhochschule Potsdam.

Christian Herrmanny ist stellv. Pressesprecher der „Kindernothilfe“ und hat die Medienöffentlichkeit zum Filmwerk Gordian Troellers untersucht.

Rebecca Budde ist Mitgründerin und Koordinatorin des MACR.

Link zum Flyer (PDF, 507 kB)
Weitere Informationen zu Gordian Troeller finden Sie unter http://gordian-troeller.de/