Wie Zukunftsbegriffe wandern
Die Masterarbeit untersucht, wie Zukunftsbegriffe wie „Künstliche Intelligenz“ und „Nachhaltigkeit“ prägen, wie wir über Zukunft sprechen und Verantwortung zuschreiben, und verfolgt diese Begriffe über verschiedene gesellschaftliche Arenen hinweg.
News vom 09.06.2026
Zukunftsbegriffe wirken nicht im luftleeren Raum. Begriffe wie "Künstliche Intelligenz" und "Nachhaltigkeit" prägen, wie wir über Zukunft sprechen, was wir für möglich halten und welche Verantwortung wir wem zuschreiben. Die Masterarbeit von Konrad Fux verfolgt diese Begriffe über verschiedene gesellschaftliche Arenen hinweg und fragt: Wie wandern sie von der Wissenschaft in die Öffentlichkeit - und was verändert sich dabei?
Dafür kombiniert die Arbeit fünf Datenquellen, unter anderem wissenschaftliche Publikationen, Suchanfragen, Presseartikel und den Katalog der Deutschen Nationalbibliothek. So entsteht eine Art "Begriffsbiografie" in Phasen: Aufkommen, Aufmerksamkeitsspitzen, Stabilisierung, mögliche Ermüdung. Die Ergebnisse zeigen zwei unterschiedliche Bewegungsmuster: "Künstliche Intelligenz" startet stark im wissenschaftlichen Diskurs, erfährt seit den 2010er-Jahren einen massiven Aufmerksamkeitszuwachs und wird erst mit Verzögerung breit institutionell verankert. "Nachhaltigkeit" dagegen wächst langsam, zirkuliert über lange Zeit durch Wissenschaft, Politik, Medien und Titelkultur und stabilisiert sich als normativer Leitbegriff.
Die Arbeit schlägt dafür einen Minimalstandard vor, wie sich solche Begriffsbiografien künftig systematisch rekonstruieren lassen - anschlussfähig an Diskurs- und Wissenschaftsforschung, ohne in Spezialmethoden zu kippen. Damit wird "Begriffsbiografie" von einer Metapher zu einem praktischen Werkzeug für Zukunftsforschung.
Arbeit wurde von Dr. Marcus John und Wenzel Mehnert betreut. Wir gratulieren Konrad Fux herzlich zum erfolgreichen Abschluss seines Studiums!





