Michael Fürst zur Sonderausstellung "Gender Gap" des Schwulen Museums Berlin

Im hegemonialen, d.h. vorherrschenden Diskurs wird unverändert von einer „bipolaren Geschlechterwelt“ bzw. einer „natürlichen Zweigeschlechtlichkeit“ ausgegangen. Die Einteilung in „Frau“ und „Mann“, „weiblich“ und „männlich“ erscheint vielen als selbstverständlich und dient als Orientierung für einen geschlechtsspezifischen Umgang mit der jeweiligen Person. Daraus ergibt sich die Frage nach den (linguistischen und gesellschaftlichen) Räumen, die für solche Personen existieren, welche sich jenseits dieser festgeschriebenen Geschlechtergrenzen bewegen und sich nicht als eindeutig „männlich“ oder „weiblich“ definieren wollen oder können? Der Film „Gender_ Gap“ und der dazugehörige Teacher´s Guide sollen einen Anstoß bieten, darüber nachzudenken, ob die Unterteilung in „Mann“ und „Frau“ wirklich unsere vielfältigen Lebenswirklichkeiten wiederspiegeln kann oder diese zweigeschlechtliche Einteilung vielleicht solche Grenzen zieht wodurch alternative Lebensformen ausgeschlossen und als „Normabweichend“ diskriminiert bzw. als „Nichtexistent“ aus der öffentlichen Diskussion herausgehalten werden.

von Nina Kleinow