Susanne Hochreiter über Literatur, Lesen, Queer-Reading und strukturelle Asymetrie in der Wissenschaft

Was viele Leserinnen und Leser immer schon getan haben: Umdichten

Die Uniassitentin am Institut für Germanistik der Uni Wien Susanne Hochreiter ist auch Gleichbehandlungsbeauftragte an der philosopisch-kuklturwissenschaftlichen Fakultät. Sie gelangt von der Kinder- und Jugendliteratur zum Queer-Reading und fragt nach den Normierungsprozessen, die in einem Text zu finden sind, sowie die Aussparungen. "Also die Norm und die Abweichung sind immer in einem Text dargestellt." Über die strukturelle Benachteiligung weiblicher Wissenschaftlerinnen gelangt sie unmittelbar zur Frage der Familienplanung, zur Wahrnehmung weiblicher Leistungen und einer erwünschten Professionalität von Führungskräften. "Die Frauen, die es in diese Positionen schaffen, sind nicht notwendigerweise feministisch und nicht notwendigerweise Mentorinnen für anderen. Oft im Gegenteil. Und das müssen sie auch gar nicht sein! ( ) Aber "wenn es schon keinen politischen-emanzipatorischen Ansprüche gibt, dann würde ich wenigstens einen professionellen Anspruch erwarten, den die erfüllen. Und das bedeutet zum Beispiel ganz gezielte Schulungen, die auch solche Fragen ganz gezielt thematisieren."

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