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Untersuchungsdesign

Im Projektvorhaben wird ein multimethodischer Ansatz gewählt, der quantitative und qualitative Elemente aus einer interdisziplinären Perspektive gezielt verbindet, um Gelingensbedingungen der Digitalisierung von Kitas umfassend und gleichzeitig vertieft mit Blick auf digitale Ungleichheiten zu analysieren. Die quantitativen Analysen nehmen eine globale Bestandsaufnahme der einzelnen Qualitätsdimensionen in der Organisation Kita bezüglich digitaler Bildung unter der Perspektive digitaler Ungleichheit vor und untersuchen ihre Wechselbeziehungen mit multivariaten Verfahren. Gleichzeitig sind sie Grundlage für die darauf aufbauenden qualitativen Fallstudien, die auf organisationale und pädagogische Praktiken und milieuspezifische Interaktions- und Gebrauchspraktiken der Adressat:innen frühkindlicher Bildung fokussieren. Erstere nutzt ein organisationstechnografisches Vorgehen, das zur Forschung zur Digitalisierung von Organisationen bereits erprobt wurde. Ziel eines solchen Vorgehens ist, die Herstellung der Mensch-Technik-Ordnung in den organisationalen und pädagogischen Praktiken und die darin erzeugten digitalen Ungleichheiten analytisch herauszuarbeiten. Der zweite Zugang bringt ebenfalls eine medienfokussierte Ethnographie respektive Technographie als Strategie des Feldzugangs zur Anwendung, um mittels verschiedener Datenerhebungen in Komparationen auf die digitale Praxis bezogene milieuspezifische Interaktions- und Gebrauchspraktiken zu rekonstruieren. Dieses handlungsleitende Wissen ist durch Erfahrungen mit digitalen Medientechniken (in Kitas) mit spezifischen Milieus assoziiert, weshalb Dimensionen digitaler Ungleichheit auf diesem Wege rekonstruiert werden können.

Die Analysen zielen insgesamt auf die Typisierung von Einstellungen und Haltungen, spezifischen organisationalen und pädagogischen Praxismustern sowie milieuspezifischen Interaktions- und Gebrauchspraktiken der Adressat:innen frühkindlicher Bildung. In einer multiperspektivischen Analyse (AP 4) werden diese aufeinander bezogen, wodurch die relevanten Mechanismen, durch die digitale Ungleichheit hergestellt wird, analytisch identifiziert und zu einer Typologie verdichtet werden. Aus dieser lassen sich übergeordnete Qualitätsmerkmale der Digitalisierung von Kitas ableiten, die einen reflexiven Umgang mit digitaler Ungleichheit ermöglichen.