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Schulisches Burnout

Schulisches Burnout

Haben die im Schnitt besseren Schulnoten der Mädchen auch „Nebenwirkungen“ für diese?

Wir untersuchten, ob Mädchen mehr schulbezogenes Burnout berichten als Jungen und was die Gründe hierfür sind. Eine erste Studie zur Erklärung von Geschlechtsunterschieden im schulischen Burnout zeigte, dass Mädchen ihren Selbstwert stärker als Jungen von ihrem schulischen Erfolg abhängig machen (kontingenter akademischer Selbstwert) und dies mit einer stärker ausgeprägten extrinsischen (statt intrinsischen) schulischen Motivation einhergeht (Herrmann, Koeppen & Kessels, 2019).

Eine weitere Studie, in der wir eine repräsentative Stichprobe aus Belgien nutzen konnten (Kessels & Van Houtte, in press), zeigte, dass sich Mädchen nicht nur stärker in der Schule engagieren als Jungen, sondern auch geringeres Wohlbefinden berichten. Entgegen unserer Annahme war es aber nicht so, dass das Wohlbefinden von Mädchen besonders niedrig war, wenn sie vorrangig extrinsisch motiviert waren und sich gleichzeitig stark in der Schule engagierten. Im Gegenteil deutete sich an, dass bei denjenigen Mädchen, die sich stärker schulisch engagieren, eine extrinsische Motivation dem subjektiven Wohlbefinden weniger abträglich war. Kann schulisches Engagement also bei Mädchen das Wohlbefinden sogar dann positiv beeinflussen, wenn sie an den Unterrichtsinhalten nicht interessiert sind? Dies würden für hohe selbstregulatorische Kompetenzen sprechen.

Ausgewählte Publikationen:

Kessels, U. & Van Houtte, M. (2021). Side effects of academic engagement? How boys’ and girls’ well-being is related to their academic engagement and motivational regulation. Gender and Education. https://doi.org/10.1080/09540253.2021.2011840

Herrmann, J., Koeppen, K. & Kessels, U. (2019). Do girls take school too seriously? Investigating gender differences in school burnout from a self-worth perspective. Learning and Individual Differences, 69, 150-161. https://doi.org/10.1016/j.lindif.2018.11.011