Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht möglicher Themenschwerpunkte sowie Beispiele für theoretische Arbeiten im Rahmen von Masterarbeiten im Arbeitsbereich Sachunterricht und seine Didaktik. Die aufgeführten Themen dienen als inhaltliche Orientierung und greifen zentrale fachdidaktische sowie bildungswissenschaftliche Fragestellungen auf.
Die Übersicht ist nicht als abschließender Themenkatalog zu verstehen. Auch eigene thematische Interessen, alternative theoretische Zugänge oder weiterführende Fragestellungen können im Rahmen der Masterarbeit entwickelt und in Absprache betreut werden.
Masterarbeiten können untersuchen, wie sich Professionalität von Lehrkräften (weiter-)entwickelt und welche Bedingungen Professionalisierungsprozesse fördern oder hemmen (z. B. Studium, Referendariat, Fortbildung, Schulentwicklung).
In den Blick genommen werden können u. a. Reflexionsprozesse, emotionale Dimensionen professionellen Handelns, Subjektorientierung, der Umgang mit Heterogenität sowie Spannungsfelder zwischen Anspruch, Belastung und Ressourcen.
Mögliche Leitfragen:
Wie definieren Lehrkräfte „professionelles Handeln“ in unterschiedlichen schulischen Kontexten?
Welche Rolle spielen Überzeugungen, Habitus und Berufsbiografie in Professionalisierungsprozessen?
Wie wirken (Selbst-)Reflexion, Belastungserleben und Ressourcen auf professionelle Entwicklung?
Welche Bedeutung haben emotionale Erfahrungen für professionelle Urteilsbildung und Unterrichtshandeln?
Im Zentrum stehen Kompetenzen, die Lernende (und Lehrkräfte) für eine dynamische, unsichere Zukunft benötigen, sowie die Frage, wie diese curricular und didaktisch verankert werden können.
Einbezogen werden können theoretische Modelle von Begabung und Potenzial, diagnostische Zugänge sowie die Förderung fachlicher und überfachlicher Kompetenzen, insbesondere im Sachunterricht.
Mögliche Leitfragen:
Welche Future Skills werden in Schule oder Hochschule besonders priorisiert – und warum?
Wie lassen sich Future Skills valide beobachten, fördern und beurteilen?
Welche didaktischen Settings (z. B. Projektlernen, fächerverbindender Unterricht, Service Learning) unterstützen Future Skills besonders?
Welche Spannungen entstehen zwischen Kompetenzorientierung, Leistungsbewertung und Future-Skills-Förderung?
Futures Literacy fokussiert die Fähigkeit, Zukunftsvorstellungen bewusst zu nutzen, um Gegenwart zu verstehen und Handlungsoptionen zu erweitern.
Thematisiert werden können phänomenorientierte und vielperspektivische Zugänge zur Weltdeutung sowie die Rolle von Zukunftsbildern in Lern- und Entscheidungsprozessen.
Mögliche Leitfragen:
Welche Zukunftsbilder dominieren bei Lernenden oder Lehrkräften und wie beeinflussen sie Entscheidungen im Lernprozess?
Wie verändert Futures-Literacy-Arbeit (z. B. Szenarien, Zukunftswerkstätten) Motivation, Agency oder Problemlöseorientierung?
Wie kann Futures Literacy in Fachunterricht und Querschnittsthemen integriert werden?
Welche Gelingensbedingungen und Barrieren zeigen sich bei der Umsetzung im schulischen Alltag?
Im Fokus stehen pädagogische, didaktische und organisationale Fragen digitaler Transformation, insbesondere der reflektierte und verantwortliche Einsatz von KI im Lernen und Lehren.
Dazu gehören Konzepte digitaler Souveränität, digitaler Mündigkeit sowie Sicherheit im digitalen Raum, insbesondere im Kontext sachunterrichtlicher Medienbildung.
Mögliche Leitfragen:
Wie verändern KI-Tools Lernprozesse (z. B. Schreiben, Recherchieren, Üben, Feedback)?
Welche Kompetenzen benötigen Lehrkräfte für KI-gestützte Unterrichtsplanung und Diagnose?
Welche Vorstellungen von digitaler Sicherheit und Selbstbestimmung liegen aktuellen Medienbildungskonzepten zugrunde?
Welche Auswirkungen hat KI auf Leistungsbewertung, Prüfungsformate und Chancengerechtigkeit?
Transformative Bildung untersucht Lernprozesse, die Perspektiven, Deutungsmuster und Handlungsorientierungen nachhaltig verändern, häufig im Kontext gesellschaftlicher Krisen, Nachhaltigkeit und Zukunftsfragen.
Berücksichtigt werden können emotionale Dimensionen von Lernprozessen sowie subjektive und perspektivische Transformationen.
Mögliche Leitfragen:
Woran lässt sich „Transformation“ in Bildungsprozessen empirisch erkennen?
Welche Lernarrangements fördern Perspektivwechsel, Ambiguitätstoleranz und Handlungsfähigkeit?
Wie gehen Lernende und Lehrkräfte mit Unsicherheit, Dilemmata und emotionalen Herausforderungen um?
Demokratiebildung kann sowohl Unterricht (politische Bildung) als auch Schulkultur (Partizipation, Konfliktkultur, Mitbestimmung) in den Blick nehmen.
Ein besonderer Fokus kann auf Gemeinschaft als Lernbedingung, Normbildungsprozessen, sozialer Kohäsion sowie Mobbingprävention im schulischen Kontext liegen.
Mögliche Leitfragen:
Wie erleben Schüler*innen Partizipation tatsächlich – und was wirkt eher symbolisch?
Wie werden soziale und moralische Lernziele curricular und didaktisch verankert?
Welche Unterrichtspraktiken stärken Urteilsfähigkeit, Diskurskompetenz und Perspektivenübernahme?
Der Schwerpunkt liegt auf Reflexion als Professionalisierungs- und Lerninstrument: Qualität, Tiefe, Auslöser und Wirkung von Reflexion (z. B. in Praxisphasen) sowie Portfolios als Format.
Berücksichtigt werden können emotionale Erfahrungen, Theorie-Praxis-Bezüge und professionelle Identitätsentwicklung.
Mögliche Leitfragen:
Woran zeigt sich „gute“ Reflexion (Tiefe, Perspektivenvielfalt, Theoriebezug, Handlungsbezug)?
Welche Unterstützungsformate verbessern Reflexionsqualität?
Wie beeinflussen (digitale) Portfolios Selbststeuerung, Motivation und professionelle Identitätsentwicklung?
Zukunftsbildung bündelt Ansätze, die Lernende befähigen, mit Unsicherheit umzugehen, Zukunft aktiv mitzugestalten und verantwortungsbewusst zu handeln.
Dazu gehören begabungsfördernde Zugänge, Potenzialentfaltung sowie phänomenorientierte Formen der Welt- und Zukunftsdeutung.
Mögliche Leitfragen:
Wie kann Zukunftsbildung curricular verankert werden (fachlich, fächerübergreifend, projektorientiert)?
Welche Lernformate stärken Zukunftskompetenzen wie Antizipation, Systemdenken und Gestaltungsfähigkeit?
Wie wirken Zukunftsthemen auf Hoffnung, Selbstwirksamkeit und Engagement von Lernenden?