Trans*-Spezialambulanz
Unsere Fachambulanz richtet sich an Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 20 Jahre, die sich mit Themen wie Trans*, Non-Binarität oder Geschlechtsinkongruenz/ Geschlechtsdysphorie beschäftigen. Von Geschlechtsinkongruenz spricht man, wenn das eigene Gefühl von Geschlecht über längere Zeit nicht zu dem Geschlecht passt, was einem bei der Geburt zugewiesen wurde. Wenn das so belastend ist, dass dadurch Unwohlsein und Stress ausgelöst wird, sprechen wir von Geschlechtsdysphorie.
Auch Eltern und andere Bezugspersonen sind willkommen. Vielleicht möchten Sie Ihr Kind besser unterstützen, haben Fragen oder Sorgen bezüglich der Geschlechtsidentität oder Geschlechtsdysphorie Ihres Kindes oder suchen Orientierung im Themenfeld Transition.
Bei jüngeren Kindern, die zum Beispiel beim Spielen oder in der Kleidung zeigen, dass sie sich geschlechtlich anders erleben, können wir gemeinsam mit den Eltern schauen, was das Kind braucht und wie ein entwicklungsförderndes Umfeld gestaltet werden kann. Auch bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen werden die Bezugspersonen je nach Möglichkeit eng in das Behandlungsangebot mit eingebunden.
Eine Vorstellung kann sinnvoll sein, wenn:
- Du dich über längere Zeit unwohl mit deinem bei Geburt zugewiesenen Geschlecht fühlst.
- Du dir wünschst, dein Geschlecht körperlich anders zu leben und über geschlechtsangleichende Maßnahmen nachdenkst.
- Du dich belastet fühlst und dir Unterstützung im Umgang mit den psychischen Belastungen, zum Beispiel Ängste oder Depressionen, wünscht, oder Unterstützung im Umgang mit Ausgrenzungs- und Diskriminierungserfahrungen.
- Du dir eine Unterstützung und Begleitung in der Auseinandersetzung mit deiner Geschlechtsidentität und den damit zusammenhängenden Belastungen wünschst.
- Eltern oder Bezugspersonen Unterstützung im Umgang mit der Geschlechtsidentität ihres Kindes suchen.
Was wir anbieten
In unserer Fachambulanz bieten wir eine individuell auf das jeweilige Anliegen zugeschnittene Beratung, Diagnostik und Behandlung an. Dabei orientieren wir uns an der aktuellen S2k-Leitlinie zu Geschlechtsinkongruenz und Geschlechtsdysphorie bei Kindern und Jugendlichen, die Empfehlungen für eine fachkundige Begleitung von jungen Menschen in diesem Bereich gibt. Unser Angebot umfasst:
- Diagnostik und Indikationsstellung
Manche Jugendliche und junge Erwachsene wünschen sich ab der Pubertät geschlechtsangleichende Maßnahmen wie Pubertätsblocker oder eine Hormontherapie. Nach einem gemeinsamen Kennenlernen und diagnostischen Gesprächen besteht die Möglichkeit ein Indikationsschreiben für solche Maßnahmen auszustellen. Die Diagnose einer anhaltenden Geschlechtsinkongruenz bzw. Geschlechtsdysphorie ist eine zwingende Voraussetzung für die Indikationsstellung. Wir schauen gemeinsam, wie du dein Geschlecht erlebst, wie deine Entwicklung verlaufen ist, und ob du Belastungen erlebst, die durch eine medizinische Behandlung gelindert werden können. Wie du dein Geschlecht erlebst, kannst nur du selbst sagen.
- Transitionsbegleitung
Wenn medizinische Schritte in Frage kommen, ist uns zu Beginn eine informierte Entscheidungsfindung wichtig, in die alle Beteiligten einbezogen werden. Wir begleiten dich in enger interdisziplinärer Zusammenarbeit mit endokrinologischen Fachkräften. Auch bei sozialen oder alltäglichen Veränderungen während einer Transition stehen wir beratend zur Seite.
- Psychotherapeutische Unterstützung
Viele trans* Kinder und Jugendliche erleben Belastungen durch Diskriminierung, Ausgrenzung oder innere Konflikte. Das kann häufig zu psychischen Problemen führen oder sie verstärken. Als Teil unserer Hochschulambulanz bieten wir auch ambulante Psychotherapie an. In einer umfassenden Diagnostik können wir schauen, ob psychische Belastungen vorliegen, die behandlungsbedürftig sind. Im Rahmen einer Psychotherapie können begleitende psychische Probleme, wie Ängste oder Depressionen, behandelt werden. Psychotherapie kann auch prozessbegleitend in der Auseinandersetzung mit deiner Geschlechtsidentität stattfinden. Dann kann es darum gehen, deinen eigenen Weg mit deiner Identität zu finden, schwierige Gefühle zu verarbeiten und eigene Stärken zu nutzen. In beiden Fällen entscheidest du dich immer freiwillig für oder gegen den Beginn einer Psychotherapie.
- Einbezug von Eltern und Bezugspersonen
Wir beziehen Eltern aktiv in das Behandlungsangebot mit ein, indem wir Ihnen ausreichend Raum für Ihre möglichen Bedenken und Unsicherheiten in Bezug auf Ihr Kind anbieten und gemeinsam überlegen, wie eine Unterstützung ihres Kindes am besten aussehen kann. Das Ziel ist es, gegenseitiges Vertrauen zu stärken und gemeinsam einen Rahmen zu schaffen, in dem Eltern die Entwicklungsschritte ihres Kindes gut mittragen können.
Kooperationen und Netzwerke
Wir arbeiten eng mit spezialisierten Endokrinolog*innen außerhalb unserer Ambulanz zusammen, die wir bei Bedarf einbeziehen können. Außerdem vermitteln wir hilfreiche Kontakte zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen oder Community-Angeboten. So stellen wir sicher, dass du gut vernetzt bist und Unterstützung über verschiedene Ebenen hinweg bekommst.
Unser Team
Prof. Dr. Claudia Calvano - Psychotherapeutische Leitung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin (VT)
Sophie Maurer - Klinische Psychologin, Psychologische Psychotherapeutin i.A. (TP)
Anmeldung
Die Anmeldung erfolgt regulär über das Kontaktformular der Spezialambulanz für Trans*gesundheit.