Springe direkt zu Inhalt

Dyadische Online-Intervention für PTBS nach schwerer Sepsis

Eine schwere Sepsis ist ein lebensbedrohliches Ereignis. Circa 70 Prozent der Erkrankten leiden in der Folge unter klinisch relevanten Symptomen einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS). Auch für ihre Lebenspartner kann das Miterleben einer Sepsis traumatisch sein, und bis zu 62 Prozent der Partner leiden ebenfalls unter PTBS-Symptomen (Jaenichen, Brunkhorst, Strauß & Rosendahl, 2012; Rosendahl, Brunkhorst, Jaenichen & Strauß, 2013).

Der Großteil der Betroffenen erhält jedoch keine psychotherapeutische Behandlung (Rosendahl et al., 2013; Wintermann et al., 2015). Die Wirksamkeit von Onlinetherapie bei PTBS ist gut belegt, wurde aber noch nicht an Patienten nach schwerer Sepsis und deren Lebenspartnern untersucht (Küster, Niemeyer & Knaevelsrud, 2016). Zudem besteht Forschungsbedarf hinsichtlich der Auswirkungen von Onlinetherapie auf den Partner in der Paar-Dyade und den Einfluss des dyadischen Copings auf die Behandlungseffekte.

Aufbauend auf den Vorarbeiten unserer Arbeitsgruppe sollen im Rahmen des Projektes 98 Paare, bei denen einer oder beide Partner unter klinisch relevanten Symptomen einer PTBS leiden, in einer randomisierten Interventionsstudie für zehn Einzelsitzungen und eine Partnerintervention mit einer internetbasierten Psychotherapie behandelt werden. Eine ausführliche Prozess- und Abschlussevaluation wird zur Untersuchung der Wirksamkeit und der relevanten Veränderungsmechanismen bei beiden Partnern durchgeführt.

 

 Ziele des Projektes


1) die Überprüfung der Wirksamkeit und Anwendbarkeit einer internet-basierten Therapie der PTBS bei Patienten, die eine schwere Sepsis überlebt haben, sowie bei deren Partnern,

2) die Erhebung des Langzeiterfolges der Therapie nach 3, 6 bzw. 12 Monaten,

3) die Untersuchung dyadischer Konkordanz der Therapieeffekte und

4) die Untersuchung des Einflusses von dyadischem Coping auf die Therapieeffekte.

Darüber hinaus werden weitere Fragestellungen explorativ untersucht.

 

Kooperationspartner



         


Weiterführende Literatur


Jaenichen, D., Brunkhorst, F.M., Strauss, B., & Rosendahl, J. (2012). [Physical and mental long-term sequelae following intensive care of severe sepsis in patients and relatives]. Psychotherapie, Psychosomatik, medizinische Psychologie, 62, 335-343.

Küster, A, Niemeyer, H., & Knaevelsrud, C. (2016). Internet-based interventions for posttraumatic stress: A meta-analysis of randomized controlled trials. Clinical Psychological Review, 43, 1-16.

Rosendahl, J., Brunkhorst, F.M., Jaenichen, D., & Strauss, B. (2013) Physical and mental health in patients and spouses after intensive care of severe sepsis: a dyadic perspective on long-term sequelae testing the Actor-Partner Interdependence Model. Critical Care Medicine 41, 69-75.

Wintermann, G.B., Weidner, K., Strauss, B., et al. (2016). Predictors of posttraumatic stress and quality of life in family members of chronically critically ill patients after intensive care. Ann Intensive Care, 6, 69.

 

Publikationen


Gawlytta, R., Wintermann, G.-B., Jaenichen, D., Knaevelsrud, C., Niemeyer, H. , Böttche, M. & Rosendahl, J. (2017). Posttraumatische Belastungsstörung nach intensivmedizinischer Behandlung einer Sepsis. Trauma & Gewalt, 11(4), 308–318.

Gawlytta, R., Wintermann, G.-B., Böttche, Niemeyer, H., Knaevelsrud, C., & Rosendahl, J. (2017). Posttraumatische Belastungsstörung nach Intensivtherapie: Häufigkeit, Risikofaktoren und Behandlungsansätze. Medizinische Klinik - Intensivmedizin und Notfallmedizin. doi:10.1007/s00063-017-0266-0

Gawlytta, R., Niemeyer, H., Böttche, M., Scherag, A., Knaevelsrud, C., & Rosendahl, J. (2017). Internet-based cognitive–behavioural writing therapy for reducing post-traumatic stress after intensive care for sepsis in patients and their spouses (REPAIR): study protocol for a randomised-controlled trial. BMJ open, 7(2), e014363.

Mitarbeiter*innen und Kooperationspartner*innen


Ansprechpartner


Wenn Sie sich für die zwei leben Onlinetherapiestudie interessieren, können Sie sich gerne direkt an unser Team wenden:

zweileben@med.uni-jena.de.

Sie können uns auch über das Kontaktformular auf der Projekt-Webseite http://www.zweileben.net

oder telefonisch über 03641 - 9 35482 kontaktieren.

 

Projektleitung


Die Studie „Reducing post-traumatic stress after severe sepsis in patients and their spouses (REPAIR)“ wird unter der Leitung von PD Dr. Jenny Rosendahl (Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinikum Jena) und Prof. Dr. Christine Knaevelsrud durchgeführt.