Fragen und Antworten zur Aufgabenanalyse

Eine qualitative Aufgabenanalyse ist schon einmal ein guter Anfang. Eine quantitative Aufgabenanalyse kann aber zusätzlich helfen, die allgemeinen Eindrücke über die Aufgabe zu bestätigen oder zu entkräften. Dies kann zum Beispiel sinnvoll sein, wenn erwogen wird, eine Aufgabe aus der Gesamtbewertung herauszunehmen oder wenn Aufgaben für zukünftige Lernerfolgskontrollen in späteren Jahren ausgewählt werden.

Bei der Schwierigkeit sind insbesondre geringe Lösungsanteile/Schwierigkeitsindices unter 0,2 problematisch. Bei einem solchen Wert erfährt man über einen Großteil der Schülerinnen und Schüler der Klasse wenig, außer, dass sie die Aufgabe nicht lösen konnten. Da der Informationsgewinn durch die Aufgabe gering ist, ersetzt man sie besser durch eine Aufgabe mittlerer Schwierigkeit, bei der mehr Schülerinnen und Schüler eine Chance haben sie (zumindest teilweise) zu lösen und die dadurch den Kompetenzgrad einer größeren Schülerinnenanzahl abbilden kann. Sehr leichte Aufgaben (Schwierigkeitsindex>0.8) sollte man im Gegensatz zu sehr schweren Aufgaben auch später wieder verwenden, da sie die (immer sinnvolle und wichtige) Information liefern, dass bestimmte Lernziele vom Großteil der Klasse erreicht wurden.

In der Regel sollten Aufgaben mit einer Trennschärfe unter 0,3 in späteren Lernerfolgskontrollen möglichst nicht mehr verwendet werden. Eine solche niedrige Trennschärfe ist meist ein Hinweis darauf, dass die Aufgabe nicht gut geeignet ist, den Kompetenzgrad der Schülerinnen und Schüler abzubilden.

Schulische Lernerfolgskontrollen sind meist heterogen, da z. B. unterschiedliche Kompetenzbereiche und Anforderungsbereiche gemessen werden. Daher sind die Trennschärfewerte in der Regel nicht allzu hoch, Werte über 0,7 erhält man selten. Andererseits sind die geprüften Kompetenzen bzw. Anforderungsbereiche auch nicht unabhängig voneinander, so dass Trennschärfewerte über 0,3 in jedem Fall zu erwarten sind.