Sachunterricht goes KI
Projektumsetzung
Freie Universität Berlin, Fachbereich Erziehungswissenschaft und Psychologie, Grundschulpädagogik, Sachunterricht und seine Didaktik
Aufgrund der Herausforderungen aktueller rechtspopulistischer Strömungen und ihren regressiven Absichten, wollen wir die politische und demokratische Bildung im Sachunterricht und darüber hinaus gezielt fördern.
Dafür haben wir die Projekte #AndYou? und #AndYourSchool? Initiiert, die politische und demokratische Bildung anregen sollen.
Es gibt aber noch das ‚Sachunterrichtsspecial‘:
Hier haben Sie die Möglichkeit Prompts für die Generierung eines persönlichen Zukunftsszenarios zu nutzen, aber auch für das Unterrichtsfach Sachunterricht und für Ihr eigenes Unterrichten im Fach Sachunterricht, um die im Internet vorliegenden Daten (wie Wahlprogramme der Parteien) auf das Fach Sachunterricht zu beziehen und einen Eindruck davon zu bekommen, was es für das Fach bedeuten würde, wenn eine Partei die nächste Bundestagswahl gewinnt und ihre aktuellen politischen Pläne umsetzt.
Kurzbeschreibung
Im Zentrum dieses Projekts steht die Frage, wie politische Bildung durch Futures Literacy, also die Fähigkeit, Zukunftsszenarien zu antizipieren und zu reflektieren, bereichert werden kann. Unsere Vision ist es, Lehrende und Lernende zu befähigen, sich kritisch und kompetent mit der Zukunft auseinanderzusetzen und dabei die eigene Rolle und Verantwortung in einer demokratischen Gesellschaft zu erkennen und aktiv zu gestalten.
Projektziele
- Kompetente Urteilsbildung: Kompetenzbildung für das Treffen fundierter Entscheidungen über politische Parteien und deren Programme.
- Kritische Reflexion und Szenarienbildung: Durch das Nachdenken über mögliche Zukunftsszenarien unter verschiedenen politischen Konstellationen wird die Fähigkeit gefördert, die eigene Situation und die Auswirkungen politischer Entscheidungen kritisch zu reflektieren.
- Selbstbestimmte Entscheidungen und Zukunftswünsche: Die Teilnehmer*innen sollen ermutigt werden, selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen und eigene Zukunftsvorstellungen zu entwickeln.
- Verständnis für Handlungsalternativen: Die Fähigkeit, unterschiedliche Handlungsalternativen durch vorausschauendes und systematisches Denken zu verstehen, wird gefördert.
- Verantwortung übernehmen: Die Teilnehmer*innen lernen, Verantwortung für sich selbst und die Gesellschaft zu übernehmen und zur Entwicklung demokratischer und wünschenswerter Zukünfte beizutragen.
- Förderung politischer Bildung und Demokratiefähigkeit: Politische Bildung und Demokratiebildung sind zentrale Bausteine für die Stabilität und Weiterentwicklung demokratischer Gesellschaften und Bildungssysteme. Sie fördern das Verständnis und die aktive Teilnahme an politischen Prozessen, was für den Erhalt demokratischer Werte und Institutionen entscheidend ist.
Warum ist das wichtig?
Um die Stabilität und Weiterentwicklung demokratischer Gesellschaften zu gewährleisten, sind politische Bildung und Demokratiebildung unerlässlich. Diese Bildungsfelder fördern das Verständnis und die aktive Teilnahme an politischen Prozessen, was für den Erhalt demokratischer Werte und Institutionen entscheidend ist. Ohne ein fundiertes Verständnis für politische Prozesse riskieren Demokratien, dass Bürger*innen unzureichend informiert sind und anfälliger für populistische und autoritäre Einflüsse werden. Zudem wird die soziale Kohäsion gestärkt und ein Bewusstsein für die Bedeutung von Diversität in einer demokratischen Gesellschaft gefördert.
Projektunterstützung
“Wir sind dabei! Mit der Projektberatung von @Civic Coding – Innovationsnetz KI für das Gemeinwohl heben wir unser Projekt auf die nächste Stufe. Wir freuen uns auf Hands-On Unterstützung durch die Expert*innen von @zukunft zwei und @N3XTCODER.
Hier findet ihr mehr Informationen zur Civic Coding Projektberatung: https://lnkd.in/dAXH4HpF”
Projektveröffentlichungen
- Möller, W. (2024). #AndYou? - Wie sieht deine Zukunft unter der Regierung verschiedener Parteien aus? Politisches Weiterdenken: Futures Literacy Prompts im Kontext politischer Bildung. Workbook. Freie Universität Berlin. DOI: 10.17169/refubium-43757. Unter: https://www.researchgate.net/publication/381953749_AndYou_-_Wie_sieht_deine_Zukunft_unter_der_Regierung_verschiedener_Parteien_aus_Politisches_Weiterdenken_Futures_Literacy_Prompts_im_Kontext_politischer_Bildung
- Möller, W. (2024). #AndYourSchool? - Politisches Weiterdenken anregen: Futures Literacy Prompts im Kontext politischer Bildung. Workbook. Freie Universität Berlin. DOI: . http://dx.doi.org/10.17169/refubium-43925 Unter: https://www.researchgate.net/publication/382253354_AndYourSchool_-_Politisches_Weiterdenken_anregen_Futures_Literacy_Prompts_im_Kontext_politischer_Bildung
Part 2: Lehre reflektieren mit textgenerativen KI-Tools
Kurzbeschreibung
Mit Hilfe von textgenerativen KI-Tools bieten wir Lehrenden eine neue Möglichkeit zur Reflexion und Weiterentwicklung ihrer Lehre. Das Reflexionsportfolio soll dabei helfen, die eigene Lehrtätigkeit kontinuierlich zu verbessern und den spezifischen Herausforderungen des jeweiligen Fachbereichs gerecht zu werden.
Wir laden Sie ein, dieses Werkzeug zu nutzen und freuen uns auf Ihre Teilnahme und Ihr Feedback!
Hintergrund
Die Hochschullehre ist ein dynamisches Feld, das Lehrenden sowohl vielfältige Herausforderungen als auch Chancen zur kontinuierlichen Weiterentwicklung bietet. Mit dem Projekt "Sachunterricht goes KI" möchten wir Lehrende dabei unterstützen, ihre Lehre selbstbestimmt und reflektiert zu gestalten und sich aktiv mit den Potenzialen digitaler Tools auseinanderzusetzen.
Projektidee
Für die Umsetzung wird die LEGO® SERIOUS PLAY® Methode (Kristiansen et al., 2009; Kristiansen & Rasmussen, 2014) genutzt. Sie ist für komplexe Probleme oder Themen geeignet, führt zur gemeinsamen Begriffs- oder Prozessverständigung und zur Visualisierung, Exploration und Reflexion der vorhandenen Bedeutungsperspektiven von Teilnehmenden. Der Ansatz lebt von wertungsfreier Heterogenität, ermöglicht eine hohe Partizipation und zeigt verschiedene Perspektiven auf. Damit entspricht die Methode den Kernvoraussetzungen zur Initiierung transformativer Bildungsprozesse (s. bspw. Mezirow, 1997; Singer-Brodowski, 2016).
Durch die LEGO® SERIOUS PLAY® Methode können selbstinitiierte Projekte der Teilnehmenden erwachsen, die im Sinne der transformativen Bildung einem notwendigen Wechselspiel zwischen Aktion und Reflexion Raum geben und dadurch Bedeutungsperspektiven explorieren und veränderbar machen können.
Das Projekt adressiert folgende Zielgruppen, welche in gesonderten Teilstudien auf Grundlage der folgenden Fragen untersucht werden:
- Zielgruppe der Hochschuldozierenden: Gibt es ein gemeinsames (Begriffs-) Verständnis zwischen Akteur*innen in der Lehrkräfteprofessionalisierung im Hochschulkontext?
- Zielgruppe der Studierenden: Gibt es ein umfassendes Konzept der Facetten der Professionalität einer Lehrkraft bei Studierenden niedriger bzw. hoher Semester?
- Zielgruppe der Lehrkräfte: Welchen Facetten der Lehrkraftprofessionalisierung kommt nach praktisch tätigen Lehrkräften die größte Bedeutung zu?
- Zielgruppe der Schüler*innen: Welche Facetten einer Lehrkraft empfinden Angehörige der Generation Alpha als bedeutsam?
Projektziele
1. Reflexion der eigenen Lehre: Das Portfolio soll Lehrende dazu anregen, ihre Lehrmethoden, Inhalte und Interaktionen mit Ihren Schüler*innen zu reflektieren. Diese Reflexion hilft dabei, Stärken zu identifizieren und Potenziale für Verbesserungen zu erkennen.
2. Dokumentation von Entwicklungen und Erfolgen: Lehrende können ihre Fortschritte und Anpassungen in der Lehre dokumentieren, um fundierte Entscheidungen für zukünftige Veränderungen zu treffen.
3. Feedback und kollegialer Austausch: Das Portfolio dient als Grundlage für den Austausch mit Kolleg*innen. Durch das Teilen von Erfahrungen und das Einholen von Feedback können neue Perspektiven und Ideen entwickelt werden.
4. Weiterbildungsanreize: Das Portfolio kann individuelle Weiterbildungsbedarfe aufzeigen und Hinweise auf hilfreiche Ressourcen und Entwicklungsmöglichkeiten geben.
Projektveröffentlichungen
- Möller, W. (2024). (Hochschul-) Lehre reflektieren mit textgenerativer KI - „Reflect Me“. Workbook. Freie Universität Berlin. DOI: 10.17169/refubium-43452. Unter: https://www.researchgate.net/publication/381186798_Hochschul-_Lehre_reflektieren_mit_textgenerativer_KI
„Sachunterricht goes KI“ bündelt Projekte, in denen wir erforschen, wie textgenerative KI als didaktisches Werkzeug in Lehre und Unterricht und als dialogischer Reflexionspartner in der Lehrkräftebildung wirken kann, mit dem Ziel, Lern- und Professionalisierungsprozesse im Fach Sachunterricht zukunftsfähig zu gestalten.
Part 3: Professionalisierungsprozesse angehender Lehrkräfte mit KI-gestützter Reflexion unterstützen
Kurzbeschreibung
Part 3 des Projekts „Sachunterricht goes KI“ richtet den Blick auf die Professionalisierung angehender Lehrkräfte. Im Zentrum steht die Frage, wie textgenerative KI als dialogischer Reflexionspartner genutzt werden kann, um zukunftsorientierte und identitätsbezogene Reflexionsprozesse im Lehramtsstudium (Schwerpunkt: Sachunterricht) zu unterstützen. Anhand eines Lehrforschungsprojekts werden KI-gestützte Reflexionsanlässe erprobt und mit besonderem Fokus auf das Nachdenken über Zukunft, gesellschaftliche Transformationen und die Rolle der Lehrkraft in diesem Kontext, empirisch ausgewertet.
Hintergrund und Forschungsfokus
Angehende Lehrkräfte stehen vor der Aufgabe, ihren zukünftigen Beruf vor dem Hintergrund tiefgreifender gesellschaftlicher und technologischer Veränderungen zu denken: digitale Transformation (inklusive KI), Nachhaltigkeit, Diversität, soziale Ungleichheit und globale Krisen prägen den schulischen Alltag. Professionalisierung bedeutet daher heute nicht nur, Unterricht „gut zu planen“, sondern auch, ein reflektiertes professionelles Selbstverständnis und eine zukunftsfähige Haltung zu diesen Transformationsprozessen zu entwickeln.
Im Projekt wird untersucht,
- wie textgenerative KI als „Mentor-Bot“ prospektive Reflexion anregen kann (z. B. zur Frage: „Was ist die ideale Lehrkraft der Zukunft?“),
- wie sich KI-gestützte Reflexionsprozesse von klassischen schriftlichen Reflexionen unterscheiden und
- in welcher Weise Themen wie gesellschaftliche Transformation, Zukunft der Schule und eigene professionelle Rolle stärker eingebunden werden.
Vorgehen
In einem Seminar zur Sachunterrichtsdidaktik reflektieren Masterstudierende ihre Vorstellungen von guter, zukunftsfähiger Lehrtätigkeit. Ein Teil der Studierenden nutzt dazu einen bereitgestellten KI-Prompt („Mentor-Bot“), der als dialogischer Reflexionspartner agiert, Nachfragen stellt, Perspektiven anbietet und auf Spannungsfelder aufmerksam macht. Die Reflexionen werden qualitativ ausgewertet, um zu rekonstruieren,
- welche Inhalte (z. B. Beziehungsgestaltung, Fachlichkeit, Umgang mit Heterogenität, Verantwortung für Demokratie und Nachhaltigkeit) in den Blick geraten und
- welche Reflexionstiefe erreicht wird (z. B. beschreibend, analytisch, transformativ, meta-reflexiv).
Die Auswertungsergebnisse werden wiederum genutzt, um didaktische Designs für KI-gestützte Reflexionsanlässe in der Lehrkräftebildung weiterzuentwickeln.
Erste Ergebnisse und Bedeutung für Professionalisierung
Erste Auswertungen deuten darauf hin, dass KI-gestützte Reflexionsdialoge insbesondere dort wirksam sind, wo sie prospektive und identitätsbezogene Fragen in den Vordergrund rücken: Studierende setzen sich intensiver mit ihrem zukünftigen Rollenbild als Lehrkraft auseinander, thematisieren Spannungen (z. B. zwischen Fürsorge, Leistungsanforderungen und gesellschaftlichen Erwartungen) und beziehen gesellschaftliche Transformationsprozesse expliziter auf ihr eigenes professionelle Selbstverständnis.
Die KI-gestützte Reflexion scheint dabei vor allem:
- Zukunftsdenken zu unterstützen: Über Szenarien und Nachfragen werden Vorstellungen darüber angeregt, wie Schule und Unterricht in einer sich wandelnden Gesellschaft gestaltet werden können.
- Professionelle Identitätsarbeit zu vertiefen: Studierende reflektieren, wofür sie als Lehrkraft stehen möchten, welche Verantwortung sie übernehmen und wie sie mit Unsicherheiten umgehen wollen.
- Komplexität sichtbar zu machen: KI-Impulse helfen, Ambivalenzen und Antinomien im Lehrberuf (z. B. Nähe vs. Distanz, individuelle Förderung vs. Standardisierung) zu benennen und zum Gegenstand von Reflexion zu machen.
Die Ergebnisse zeigen zugleich, dass diese Potenziale nicht „automatisch“ entstehen, sondern stark von Promptgestaltung, Einbettung ins Seminar und der begleitenden Rolle der Lehrenden abhängen.
Verbindung zu Zukunft und gesellschaftlicher Transformation
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist, das Nachdenken über Zukunft, gesellschaftliche Transformationen und die Rolle von Schule nicht abstrakt zu belassen, sondern mit der konkreten Professionalisierung angehender Lehrkräfte zu verknüpfen. Die KI-gestützten Reflexionsanlässe helfen Studierenden dabei,
- gesellschaftliche Entwicklungen (z. B. Digitalisierung, KI, Nachhaltigkeit, Diversität) als Teil ihres zukünftigen beruflichen Handlungsfeldes zu begreifen und
- diese Entwicklungen mit eigenen Werten, professionellen Leitbildern und Vorstellungen guter Bildung in Beziehung zu setzen.
So wird KI nicht als „technisches Add-on“, sondern als Medium genutzt, das neue Räume für dialogische, zukunftsorientierte Professionalisierung im Lehramtsstudium eröffnet.
Projektveröffentlichungen
- Möller, W. (in Vorbereitung).
Reflexion mit textgenerativer KI in der Lehrkräftebildung - Potenziale dialogischer KI-Impulse für professionelle Reflexionskompetenzen und Professionalisierungsprozesse angehender Lehrkräfte. Tagungsbandbeitrag. - Möller, W. (2024). (Hochschul-)Lehre reflektieren mit textgenerativer KI – „Reflect Me“ [Workbook]. Freie Universität Berlin. DOI: 10.17169/refubium-43452
- Möller, W. (2025). "Reflect Me" - textgenerative KI als Reflexionstool nutzen Prompt-Workbook für Studierende[Workbook]. Freie Universität Berlin. DOI: 10.17169/refubium-48235
