Springe direkt zu Inhalt

Forschung

Integration und Teilhabe Geflüchteter // إندماج اللاجئين ومشاركتهم

Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.07.2017 — 31.03.2021

For an English version click here. للغة العربية انظر أسفل الصفحة Projektkurzdarstellung Hintergründe und Ziele des Projekts Die Zahl der Geflüchteten, die in der Bundesrepublik Deutschland Schutz suchen, ist 2015 auf ca. 900.000 angestiegen und hat 2016 abermals ein Niveau von ca. 300.000 erreicht. Zu den Haupther­kunftsländern zählen Syrien, Irak und Eritrea. Die meisten dieser Menschen erwerben einen Aufenthaltsstatus für einen längeren oder dauerhaften Verbleib in Deutschland und haben so einen Anspruch auf Hilfen nach SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende - vulgo: Hartz IV). Eine wesentliche Quelle für die Erlangung von persönlicher sowie gesellschaftlicher Anerkennung und eines nicht margi­na­len sozialen Status stellt – auch – für Ge­flüchtete eine gelungene Erwerbsintegration dar. Erwerbsarbeit hat in Arbeitsgesell­schaf­ten wie Deutschland eine zentrale Funktion für die öko­no­mi­sche, soziale und kulturelle Integration und Teilhabe des Einzelnen. Tiefer­ge­hen­de, sy­ste­ma­tische Erkenntnisse über die erfolgreiche Vermittlung von Geflüch­te­ten in Arbeit so­wie über die Bedingungen gelingender, nachhaltiger Arbeitsaufnahme liegen für diese Grup­pe bis­lang jedoch kaum vor. Im Mittelpunkt des Projekts „Integration und Teilhabe Geflüchteter“ soll daher als Fragestellungen stehen, wie sich Prozesse erfolgreicher Übergänge von Geflüchteten aus dem Grundsicherungsbezug in möglichst nachhaltige und bedarfsdeckende Erwerbsarbeit vollziehen und ausgestalten und welche Folgen solche Über­gänge für Geflüchtete im Hinblick auf soziale Integration und Teilhabe an der aufnehmenden Migrationsgesellschaft haben. Von Interesse ist auch, wie Übergänge überhaupt zustande kommen und welche Faktoren diese erleichtern oder behindern. Indem wir Übergänge als einen Prozess betrachten, nehmen wir die jeweils relevanten (institutionellen) Kontexte, übergangsrelevanten Handlungsfelder und Akteure gleichermaßen in den Blick. In die Studie sollen daher nicht nur die Geflüchteten selbst einbezogen werden, sondern auch weitere, aus institutionellen Gründen zwangsläufig in den Prozess eingebundene Akteure: Mit­arbeitende der Jobcenter, Arbeitgeber_innen sowie Vertreter_innen von (ehrenamtlichen) Geflüchteten­initiativen. Ziel des Projekts ist es, mittels Fallrekonstruktionen und Fallvergleichen eine Daten-­basierte Theorie des Zustandekommens von Übergängen in Erwerbsarbeit und von möglichst nachhaltiger Erwerbs­integration zu gewinnen. Aus dieser Theorie sollen im Weiteren Hand­lungsempfehlungen abgeleitet werden, die zur Gestaltung (arbeitsmarkt-)integrationsfördernder Maßnahmen herangezogen werden können.   Methodisches Vorgehen Um die genannten Forschungsziele zu erreichen, ist ein multimethodisches Vorgehen vorge­sehen: Bezogen auf die Geflüchteten soll ein kontrastives Sample zusammengestellt werden. Die Datenerhebung findet bundesweit an verschiedenen Untersuchungsstandorten statt. Da­ten von Geflüchteten werden im Rahmen einer Erstbefragung – mittels leitfadengestützter Interviews, Verfahren der qualitativen Netzwerkerhebung und eines sozio-demographischen Fragebogens – sowie einer vertiefenden Zweitbefragung erhoben. Die Interviews mit den Ge­flüchteten werden u.a. auf biographische Hintergründe, Erwerbs(-rollen-)Verständnisse, psychosoziales Wohlbefinden, Umgang und Erfahrungen mit Behörden sowie auf den Übergangsprozess an sich fo­kussieren. Ausgehend davon werden die mit Beratung und Vermittlung befassten zuständigen Fachkräfte der Jobcenter und Arbeitgeber_innen sowie ggf. weitere für den Übergang relevante (etwa ehrenamtliche) Akteure interviewt. Hier sollen u.a. spezifische Anforderungen, Probleme und eventuelle Konfliktfelder der Geflüchtetenbetreuung im SGB II-Kontext thematisiert werden. Die Auswertung der Daten soll mittels hermeneutisch-rekonstruktiven in Kombination mit fall­vergleichend-typisierenden Verfahren sowie mit qualitativer Netzwerkanalyse erfolgen.       ملخص المشروع خلفية وأهداف المشروع  في عام 2015، ارتفع عدد طالبي الحماية في جمهورية ألمانيا الاتحادية إلى 900000 شخص، وازداد هذا العدد 300000 في عام 2016. إن أغلب اللاجئين قد أتوا من سوريا، العراق وإريتريا. معظمهم تحَصَّل على إقامة طويلة أو دائمة في ألمانيا، وبالتالي أصبح لديه حق المطالبة بالحصول على الدعم الاجتماعي وفقاً لقانون الدعم الاجتماعي الذي يعرف ب "هارتس فير" (Hartz IV) (التأمين الأساسي للباحثين عن عمل - فولغو: هارتس فير). إن الحصول على عمل مدفوع الأجر، هو أحد أهم العوامل الرئيسية للاندماج الاجتماعي. ففي مجتمعٍ قائمٍ على العمل كالمجتمع الألماني، يلعب العمل المدفوع الأجر دوراً أساسياً في الاقتصاد، الاندماج الثقافي ومشاركة الأفراد. ولكن لا زال ينقصنا الكثير من الفهم العميق والمنهجي لعملية إندماج اللاجئين في سوق العمل بشكلٍ ناجحٍ ومستدام. إن نقطة ارتكاز مشروع "إندماج اللاجئين ومشاركتهم" هي طرح السؤال حول ما هي الطريقة الأنجح لانتقال اللاجئين من حالة تأمين تغطية الاحتياجات الأساسية إلى عمل مدفوع الأجر ومستديم. وفي نفس الوقت، معرفة تأثيرات هذا الانتقال فيما يتعلق بالاندماج الاجتماعي للاجئين ومشاركتهم في المجتمع المتلقي لهم. كما أنه من المهم معرفة كيفية حدوث هذا الانتقال وما هي العوامل التي قد تسهل حدوثه أو تعيقه. حينما ننظر إلى هذا الانتقال كعملية، فإننا نأخذ بعين الاعتبار اللاعبين الأساسيين المؤثرين في سياق حدوث هذه العملية كالمؤسسات مثل مركز العمل (Job Center)، أرباب العمل ومؤسسات المجتمع المدني التي تعنى بشؤون اللاجئين. ولذا، يسعى هذا المشروع إلى إعادة بناء الحالات ومقارنتها للحصول على نظرية مبنية على معلومات حسية تخولنا معرفة كيفية إندماج اللاجئين في سوق العمل. منهاج البحث: من أجل تحقيق أهداف البحث المذكورة أعلاه، سيتم اتباع مقاربة متعددة الأساليب: سيتم جمع عينات متباينة فيما يتعلق باللاجئين، كما أن جمع البيانات سيتم على صعيد ألمانيا في مناطقٍ مختلفة. لجمع المعلومات من اللاجئين، سيتم استخدام مسح أولي عبر مقابلات نوعية، واستبيان اجتماعي-ديموغرافي يتبع بمقابلة ثانية تعقيبية. هذه المقابلات مع اللاجئين سترتكزعلى خلفية السيرة الذاتية، فهم التجربة في العمل، الصحة الذهنية، وكيفية التعامل مع السلطات ومع العملية الانتقالية. كما وأنه سيتم اجراء مقابلات مع الاختصاصيين ذوي الصلة بالموضوع كموظفي مركز العمل (Job Center)، وأرباب العمل والاستشاريين والوسطاء (متطوعي مؤسسات المجتمع المدني مثلاً). وهنا، سيتم تحديد المتطلبات والمشاكل والمجالات المحتملة للنزاع في نظام رعاية اللاجئين في سياق الدعم الاجتماعي (SGB II). سيتم تقييم البيانات التي سيتم جمعها بأسلوب تفسيري-ترميمي (هرمينوتيك) ودمجها مع الأمثلة المجموعة من الحالات المقارنة وتحليلها بأسلوب نوعي. للتواصل: - شاهد ناجي (باحث) - جاكلين خزعل (طالبة مساعدة)

Interkulturalität der Versorgung am Lebensende - Anspruch und Wirklichkeit aus einer organisationsethischen Perspektive

Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.03.2017 — 31.12.2019

Angesichts der wachsenden und zunehmend alternden Bevölkerung gewinnen Fragen sozialer Gerechtigkeit bei der Verteilung zur Verfügung stehender Ressourcen im Gesundheitswesen, des Respekts unterschiedlicher Wertvorstellungen und des Umgangs mit interkulturellen Konflikten aus ethischer Perspektive immer mehr Bedeutung. Vor dem Hintergrund fehlender Chancengleichheit in der pflegerischen und hospizlichen Versorgung am Lebensende u.a. für Menschen mit Migrationshintergrund und dabei oft unzureichenden Strukturen zur Bewältigung der damit verbundenen Herausforderungen stellt sich die Frage nach möglichen Ursachen und geeigneten Lösungsansätzen. Daher möchten wir aus einer ressourcenorientierten als auch machtkritischen Perspektive rekonstruieren, welchen Stellenwert kulturelle Diversität der alternden Gesellschaft bisher in den wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Diskursen einnimmt, wie verantwortliche Akteure in Organisationen der Versorgung am Lebensende diese wahrnehmen und wie sich Vorstellungen von Sterbenden und Angehörigen im Diskurs und den Organisationen widerspiegeln. Aus einer organisationsethischen Perspektive wird untersucht, ob und in welcher Weise Interkulturalität als normatives Konzept einen Beitrag für eine gute und gerechte Versorgung leisten kann. Für ein umfassendes Verständnis ethischer Aspekte einer interkulturellen Gestaltung der Versorgung werden, begleitet von philosophischen Fachgesprächen, unterschiedliche qualitative methodische Ansätze miteinander trianguliert. Hinsichtlich der normativen Konzepte von Sterbenden und Angehörigen mit und ohne Migrationshintergrund zu ihren Erwartungen an die gesundheitliche, pflegerische und familiäre Versorgung am Lebensende werden Daten aus einem vorherigen Projekt einer Sekundäranalyse unterzogen. Eine kritische Diskursanalyse von wissenschaftlichen und gesundheitspolitischen Dokumenten u.a. zu gesetzlichen Neuregelungen des SGB XI soll rekonstruieren, wie sich diskursive Praktiken und normative Konzepte in den gesundheitspolitischen Diskursen auf die gesetzlichen und strukturellen Rahmenbedingungen der pflegerischen und hospizlichen Versorgung am Lebensende auswirken. Darauf bezogen werden die Ergebnisse von ExpertInneninterviews mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zur Bedeutung von Gemeinsamkeiten, Differenzen und möglichen Diskrepanzen von Wert-Orientierungen und Führungskräften zu deren sozialen Repräsentationen ethischer Verantwortung als Akteure in Organisationen und ihrer Rolle bei der Versorgungsgestaltung. Die Ergebnisse werden vor dem Hintergrund differenter ethischer Ansätze interpretiert. Sie fließen in ein Diskussionspapier, um Impulse für den weiteren gesundheitspolitischen Diskurs zu geben, und die Konzeption praxisorientierter Ansätze ein, die aus organisationsethischer Perspektive geeignet sind, zu einer gelingenden Versorgung am Lebensende in einer in kultureller Diversität alternden Gesellschaft beizutragen.   Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert.

MILEA

MILEA

Prof. Dr. Uwe Flick,

01.08.2014 — 31.12.2016

Herzlich Willkommen beim Projekt MILEA – Migration ▪ Lebenswelt ▪ Arbeitslosigkeit   In Kooperation mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) Nürnberg untersucht unser Projektteam der Freien Universität Berlin die Lebenssituation von Menschen mit Migrationshintergrund, die seit langer Zeit arbeitslos und auf Hilfen nach dem Sozialgesetzbuch - SGB II (Grundsicherung für Arbeitsuchende) - (Hartz IV) angewiesen sind. Während die Forschung zum Thema Arbeitslosigkeit und dem Leben im Grundsicherungsbezug in den letzten Jahren eine Vielzahl wichtiger Erkenntnisse hervorgebracht hat, ist das Wissen über die Situation und mögliche Problemlagen von Menschen mit Migrationshintergrund noch sehr gering.   Von besonderem Interesse sind für uns daher folgende Fragestellungen: Wie nehmen die Menschen ihre Situation und den Bezug der Grundsicherung wahr? Wie leben sie damit und gestalten ihren Alltag? Welche Probleme treten dabei auf? Wie sind die Menschen in ihr soziales Umfeld eingebunden? Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit SGB II-Einrichtungen? Welche Schwierigkeiten ergeben sich im Behördenkontakt und aus damit einhergehenden Ansprüchen und Vorgaben?   Im Fokus der Untersuchung stehen sowohl Menschen mit türkischem Migrationshintergrund als auch russischsprachige Migrant_innen (aus der ehemaligen Sowjetunion, „Spätaussiedler_innen“). Ihre Erwartungen und Erfahrungen werden mit qualitativen Interviews und Gruppen­­diskussionen analysiert. Ergänzt werden diese Erhebungen durch Sozialraumbegehungen, mit denen ein Einblick in das alltägliche soziale Umfeld gewonnen werden soll. Darüber hinaus werden Experteninterviews durchgeführt, um das Untersuchungsfeld zu komplettieren.   Das Projekt ist Teil der vom IAB-Forschungsbereich „Erwerbslosigkeit und Teilhabe" konzipierten und seit 2007 laufenden Studie "Armutsdynamik und Arbeitsmarkt – Entstehung, Verfestigung und Überwindung von Hilfebedürftigkeit bei Erwerbsfähigen" (Gesamtprojektleitung Dr. Andreas Hirseland ), die im Rahmen der vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) nach § 55 SGB II finanzierten Forschung zur Grundsicherung für Arbeitssuchende durchgeführt wird.

PALQUALSUM

Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.10.2013 — 31.03.2017

Palliative Lebensqualität – Inanspruchnahme von Versorgungsangeboten durch russischsprachige Migrantinnen und Migranten. Migrant_innen aus russischsprachigen Ländern sind eine der größten Migrantengruppen in Deutschland. Allerdings ist zur Versorgungssituation sowie den Erwartungen und Erfahrungen dieser Zielgruppe insbesondere in ihrer letzten Lebensphase nur wenig bekannt. Angebote der Palliativ- und Hospizversorgung werden von ihnen nur selten in Anspruch genommen. Als Ursache wird vermutet, dass fehlende Informationen über Versorgungsangebote, nicht ausreichende Deutschkenntnisse und mangelndes Vertrauen gegenüber öffentlichen Einrichtungen als Barrieren vorhanden sind. Es liegen daher kaum Erkenntnisse dazu vor, ob den physischen, psychischen, sozialen, spirituellen, kulturellen und sprachlichen Besonderheiten von Migrant_innen aus russischsprachigen Ländern für eine hohe Lebensqualität am Ende des Lebens Rechnung getragen wird. Die zentralen Forschungsfragen lauten daher: Welche Vorstellungen von gutem Sterben und Lebensqualität haben russischsprachige Migranten am Ende ihres Lebens? Wie erleben sie ihre eigene Situation und welche Erfahrungen haben sie mit den Angeboten der Palliativversorgung gemacht? Der zentrale methodologische Zugang dieser Studie besteht in etwa 30 halb- standardisierten episodischen Interviews mit russischsprachigen Migrant_innen in drei Altersgruppen (bis 20 Jahre, 20 bis 65 Jahre, über 65 Jahre), die als Patienten oder Angehörige Angebote der Palliativversorgung in Anspruch nehmen oder vor kurzem in Anspruch genommen haben. Das Sample soll sowohl Patienten unterschiedlichen Geschlechts als auch verschiedene Religionszugehörigkeiten berücksichtigen. Von besonderem Interesse sind die Bedingungen für ein positives oder negatives Inanspruchnahmeverhalten der Angebote. Komplementär zur Befragung der russisch-sprachigen Migrant_innen werden zusätzlich etwa 30 Experteninterviews mit Mitarbeitern unterschiedlicher Professionen des ambulanten und stationären Versorgungssystems durchgeführt, um die Betroffenenperspektive zu der des Versorgungssystems in Bezug zu setzen. Die Auswertung der Interviews mit den Migrant_innen folgt der Analyse von Deutungs- und Handlungsmustern mit dem Ziel einer Typenbildung, die der Experten der thematischen Vergleichsanalyse zum Zwecke der Kategorienbildung und soziologischen Konzeptualisierung, die in eine theoretische Generalisierung mündet. Die Ergebnisse dieser Studie werden in eine Handreichung mit Empfehlungen für die Verbesserung der Palliativ- und Hospizversorgung für die Migrant_innen aus russischsprachigen Ländern übertragen. Die Kurzfassung zu den Empfehlungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Hospiz- und Palliativversorgung finden Sie hier .

RUSMUB

Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.02.2012 — 31.01.2015

Hilfesuchverhalten russischsprachiger Migrant/innen mit intensivem Alkohol- und Drogenkonsum und (drohender) Hepatitis Hintergrund : Abhängigkeitserkrankungen sind auch bei Migranten in Deutschland weit verbreitet. Ins­be­sondere Migrant_innen aus russischsprachigen Ländern weisen oft harte Muster des Alko­hol- oder Dro­gen­konsums auf und haben daher ein hohes Risiko für bestimmte Suchtfolgekrankheiten wie Hepatitis C. Sie gel­ten zugleich als weitgehend unter- oder unversorgte Ziel­gruppe. Zielsetzung : In dieser Studie wird die Frage verfolgt, wie die Migrant_innen selbst ihren Substanz­ge­brauch und mögliche Folgeerkrankungen wie Virushepa­ti­ti­den wahrnehmen und bewältigen. Von be­sonderem Interesse ist, unter welchen Bedingungen sie profes­sio­nelle Unterstützung in Anspruch nehmen und welche Erwar­tungen und Erfahrungen sie damit verbinden. Den subjektiven Sichten der Betroffenen werden sek­tor­übergreifend die Erfahrungen von Mitarbeiter_innen gesundheitlicher und sozialer Institutionen gegenübergestellt. Zudem soll mit­tels teil­neh­mender Beobach­tung festgestellt werden, unter wel­chen Aspekten der Sub­stanz­ge­brauch in der Lebenswelt der Betroffenen zum Thema wird. Methode : Mit ca. 40 Migrant_innen in unterschiedlichen Stadien der Nutzung des Ver­sorgungssystems werden episodische Interviews geführt. Die Zielgruppe wird außerdem z.B. in Notunterkünften und niedrigschwelligen Begegnungsstätten teilnehmend beobach­tet. Komplementär werden ca. 30 Interviews mit Mitarbeiter_innen des Versorgungssystems geführt (Gesundheit, Ju­gendhilfe, Migration, Justiz, Schu­le/Berufs­ausbildung). Erwartete Ergebnisse : Es werden Erkenntnisse gewonnen zu ausgewählten Determinanten (z.B. Krankheitsverständnis; Schutz- und Risikobewusstsein; bisherige Erfahrungen mit dem Hilfesystem) des sucht- und hepatitisbezogenen Inan­spruch­nah­meverhaltens russischsprachiger Migrant_innen. Außerdem werden Typologien entwickelt, die sich auf ‚gelingendes’ und ‚fehlschlagendes’ Suchen und Ge­währen professioneller Hilfe beziehen. Auch werden Informationen darüber erwartet, welches Bewusstsein Mitarbeiter_innen des Versorgungssystems für die speziellen Be­dürfnisse und Bedarfe der Zielgruppe haben. Die Ergebnisse dieser Studie werden Mitarbeiter_innen des Hilfesystems rück­gemeldet, indem Implikationen für eine integrierte, zielgruppen­spe­zifische Versorgung russisch­sprachiger Migrant_innen aufgezeigt werden. Ein Handlungsmanual für die Arbeit mit der Zielgruppe wird entwickelt.

INSOMNIA II

Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.03.2011 — 31.03.2014

Schlafstörung und Multimorbidität  - Interventionen zur Förderung von Schlafqualität und Autonomie im Pflegeheim Projektziele: INSOMNIA II ist das Anschlussprojekt (zweite Förderphase) von INSOMNIA und verfolgt in einer Interventionsstudie folgende Forschungsziele: Lässt sich mit einer gezielten körperlichen und sozialen Aktivierung der Schlaf-Wach-Rhythmus von Personen in der Langzeitpflege verbessern und die negativen Auswirkungen von Schlafstörungen auf deren Autonomie und Lebensqualität verringern? Wie können Pflegemitarbeiter/-innen befähigt werden, gerade die Bewohner/-innen zu identifizieren und zu fördern, die von den Aktivierungsmaßnahmen profitieren könnten. Arbeitsschritte: In einer cluster-randomisierten, zwei-armigen kontrollierten Interventionsstudie in 14 Berliner Pflegeheimen wird die Wirkung von zwei Interventionen auf Schlaf und Schlafstörungen in Bezug auf Multimorbidität untersucht. Es werden wiederholte Phasen der Mobilisierung und sozialen Aktivierung zur Verbesserung der Schlafqualität der Bewohner/-innen angeboten. Rund 100 Personen, die von Mehrfacherkrankungen mit Schlafstörungen betroffen sind, werden aktiviert. Die Veränderung ihres Zustands und allgemeinen Wohlbefindens nach den mehrwöchigen Maßnahmen wird mit dem Status einer gleich großen nicht-aktivierten Bewohnergruppe verglichen. Fortbildungen der Mitarbeiter/-innen sollen Problembewusstsein und Fähigkeiten zur Identifizierung von und den Umgang mit Schlafstörungen der Bewohner/-innen verbessern. Die Effekte der Interventionen werden auf beiden Ebenen gemessen: Bei den Studienteilnehmenden durch physiologische, psychologische und psychosoziale Indikatoren, bei den Pflegekräften mittels Indikatoren zu Wissen und Fähigkeiten. Erwartete Ergebnisse: Prüfung der Wirksamkeit der Intervention aufgrund von sozialer Aktivierung und körperlicher Mobilisierung der Bewohner/-innen, um die persönliche Ressource Schlafqualität nachhaltig zu fördern. Entwicklung eines Problembewusstseins der Mitarbeiter/-innen für den Umgang mit Schlafstörungen, sowie die Verbesserung klinischen Wissens.

Resources for Positive Aging

Freie Universität Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick (gastgebender Hochschullehrer)

01.10.2012 — 30.09.2014

Positiv denken um positiv zu altern . Der demographische und ökonomische Wandel der letzten Jahrzehnte stellt neue Herausforderungen für die jetzt alt werdende Generation. Menschen leben länger und sind allgemein gesünder, haben aber oft eine unsichere Arbeitssituation und weniger Kinder. Deutschland ist das EU-Land mit dem größten Anteil von Menschen über 65 (Statistisches Bundesamt, 2011). Die steigende Anzahl von Minijobbern, Freiberuflern und Teilzeit-Arbeitern trägt dazu bei, dass mehr Menschen schlechtere Chancen haben, für das Alter vorzusorgen. Ein größerer Anteil alter Menschen in der Bevölkerung führt zu neuen Herausforderungen für das Renten- und Gesundheitssystem. Dies kann bei der Gesundheit im Alter zu sozialen Ungleichheiten jenseits von Bildungsniveau oder Migrationshintergrund führen. Die Frage stellt sich, wie man trotz der schwierigeren sozialen Zustände gesund und zufrieden alt werden kann: Was sind Ressourcen für gute Bewältigungsstrategien im aktuellen Kontext? Das Gesundheitsressourcen-Modell (Morgan & Ziglio, 2010) legt eine neue Herangehensweise in der Gesundheitspolitik nahe. Die Ressourcen der Menschen und der Gemeinschaft sollten im Vordergrund stehen und nicht nur Probleme und Defizite. Das Forschungsprojekt „Resources for Positive Aging“ untersucht die Frage nach den Ressourcen für ein positives Altern aus unterschiedlichen Perspektiven – von Menschen hohen und mittleren Alters, Versicherten und Nicht-Versicherten sowie Experten aus dem Gesundheits- und Versicherungssystem (z.B. Hausärzt_innen, Versicherungsvertreter_innen, Sozialarbeiter_innen). Der Fokus richtet sich auf Denkmuster, die dabei helfen, sich konstruktiv auf das hohe Alter vorzubereiten, trotz unsicherer Lebensumstände. Im Projekt werden neben Interviews Fragebogendaten (aus dem Deutschen Alterssurvey am Deutschen Zentrum für Altersfragen) mit qualitativen und quantitativen Methoden analysiert. Die Ergebnisse sollen über wissenschaftliche Publikationen und Artikel für die Zielgruppe in die Prävention, die therapeutische Praxis und die Gesundheitspolitik einfließen. Das zweijährige Forschungsprojekt wird von Dr. Catrinel Crăciun an der Freien Universität Berlin (FU) mit finanzieller Unterstützung durch die Alexander von Humboldt Stiftung durchgeführt. Diese Organisation fördert internationale Wissenschaftskooperationen und finanziert jungen Postdoktorand_innen aus dem Ausland Aufenthalte an einer deutschen Universität. Dr. Catrinel Crăciun kommt aus Rumänien und hat 2010 an der Freien Universität Berlin in Gesundheitspsychologie promoviert. In Rumänien war sie an der Babes-Bolyai Universität in Cluj als Dozentin für Gesundheitspsychologie und in der Rumänischen Gesellschaft für Gesundheitspsychologie tätig. An der FU arbeitet sie zusammen mit Prof. Dr. Uwe Flick , der sie bei der Methodik der Studie unterstützt und als gastgebender Hochschullehrer fungiert.

INSOMNIA

Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick, Prof. Dr. Vjenka Garms-Homolovà Dipl. Psych. (ASH Berlin)

01.01.2008 — 28.02.2011

Projekt im Forschungsverbund "AMA: Autonomie trotz Multimorbidität im Alter", gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) von 2008-2010. Das Projekt INSOMNIA richtet sein Erkenntnisinteresse auf das Phänomen der Schlafstörungen im Kontext von Mehrfacherkrankungen, das besonders bei Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern kaum erforscht ist. Schlafprobleme treten oft als Begleiterscheinung verschiedener Erkrankungen, gewandelter Lebenssituationen sowie bei Einnahme vieler Medikamente gleichzeitig auf und beeinträchtigen die Gesundheit, Funktionsfähigkeit und Lebensqualität der Betroffenen. INSOMNIA liefert einerseits einen Beitrag zur Epidemiologie der Schlafstörungen bei älteren, abhängig lebenden Menschen mit Mehrfacherkrankungen. Andererseits werden die Wechselbeziehungen zwischen Schlafstörungen und bestehenden Gesundheitsproblemen sowie der Einfluss der professionellen Rahmenbedingungen auf die Entstehung von Schlafstörungen untersucht. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Problembewusstsein und den Interventionsstrategien der Professionellen und pflegenden Angehörigen. Als Resultat werden gesicherte Daten zur Epidemiologie und Konsequenzen für die Versorgung alter Menschen in stationärer Langzeitpflege angestrebt. Veröffentlichungen aus dem Projekt: Flick, U./Garms-Homolová, V./Röhnsch, G. (2010). “When they sleep, they sleep” – daytime activities and sleep disorders in nursing homes”. Journal of Health Psychology , 15, 755-764. Garms-Homolová, V., Flick, U. & Röhnsch, G. (2010). Sleep disorders and activities in long term care facilities – A downhill dynamics? Journal of Health Psychology , 15, 744-754. Stephens, C. & Flick, U. (2010). „Health and Ageing – Challenges for Health Psychology“ (Editorial for the Special Issue). Journal of Health Psychology , 15, 643-648.

Aus Fehlern Lernen - Qualitätsmanagement im Kinderschutz

Alice-Salomon-Hochschule Berlin, Professur für Qualitative Forschung & Kronberger Kreis für Dialogische Qualitätsentwicklung e.V.

Prof. Dr. Uwe Flick, Prof. Dr. Reinhart Wolff (ASH Berlin)

01.04.2009 — 30.11.2010

Im Rahmen des neuen Aufgabenbereichs "Lernen aus problematischen Kinderschutzverläufen" hat das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) das Forschungs- und Praxisentwicklungsprojekt "Aus Fehlern lernen - Qualitätsmanagement im Kinderschutz" auf den Weg gebracht. Mit der Durchführung des Projekts wurde die Alice-Salomon-Hochschule Berlin in Kooperation mit dem Kronberger Kreis für Qualitätsentwicklung e.V. unter der Leitung von Prof. Dr. Reinhart Wolff und Prof. Dr. Uwe Flick beauftragt. Das Projekt will bundesweit über 40 Kommunen (soweit diese Träger der öffentlichen Kinder- und Jugendhilfe sind) mit ihren für den Kinderschutz verantwortlichen Jugendämtern in einem dialogischen Qualitätsentwicklungsprozess anleiten und unterstützen. Gemeinsam mit Leitungskräften aus der mittleren Führungsebene und Fachkräften an der Basis der am Kinderschutz beteiligten Berufssysteme der öffentlichen und freien Kinder- und Jugendhilfe des Gesundheits-, Familienhilfe- und des Bildungssystems der Schwangerschaftsberatung, Frauen- und Männerberatung der Polizei und der Feuerwehr des Familiengerichts sowie eingeladene Klienten/-innen der sozialen Dienste, am besten aus sogenannten "langwierigen" und "komplizierten", aber auch aus "erfolgreichen" Fallverläufen soll die Kinderschutzarbeit in einer Region reflektiert und weiterentwickelt werden. Es wird zwischen "Modell-Kommunen" und "Partner-Kommunen" unterschieden, die in "Qualitätsentwicklungswerkstätten" (QE-Werkstätten) zusammen arbeiten und sogenannte "Kinderschutzcluster" bilden. In den Modellkommunen werden Forschungen zur Kinderschutzpraxis und zur Kooperation dabei durchgeführt. Dazu werden ethnographische Feldphasen einschließlich systematischer Interviews mit Erhebungen der Rahmenbedingungen sowie Dokumenten- und Fallanalysen durchgeführt. Laufzeit des Projekts: April 2009-November 2010 Veröffentlichungen aus dem Projekt: Wolff, R., Flick, U. Ackermann, T., Biesel, K., Brandhorst. F., Heinitz, S., Patschke, M. & Röhnsch, G. (2013). Aus Fehlern lernen - Qualitätsmanagement im Kinderschutz Opladen: Budrich. Ackermann, Timo (2010): Krisen, Risiko und Selbstschutz im Kinderschutz. In: Forum der Kinder- und Jugendhilfe. 2/2010. Biesel, Kay (2009a): Professioneller Selbstschutz statt Kinderschutz? In: Sozialmagazin. 4/2009. S. 50 - 57. Biesel, Kay (2009b): Kinderschutz in Zeiten der Krise. Der Allgemeine Sozialdienst zwischen professionellem Selbstschutz und demokratischem Kinderschutz. In: Das Jugendamt. 9/2009. S. 419 - 421.

Chronisch kranke obdachlose Jugendliche: Belastungen, Anforderungen und Bewälti­gungs­­ver­suche aus Sicht von Betroffenen und Professionellen

Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.06.2006 — 31.10.2007

Jugendliche, die auf der Straße leben, müssen sich auf unterschiedliche Weise mit chronischen Krankheiten auseinandersetzen: So können entweder sie selbst oder Szenenangehörige unter solchen Beeinträchtigungen leiden. Zudem ist der Einzelne dem Risiko ausgesetzt, sich mit den Erregern von chronischen Erkrankungen wie Aids oder Hepatitis C zu infizieren. In diesem Projekt wurde zum einen der Frage nachgegangen, wie chronische Krankheiten unterschiedlichen Schweregrades erlebt werden und welche Folgen sie für das Leben auf der Straße haben. Zum anderen interessierte, wie die Lebenssituation des Betroffenen ihrerseits (krankheitsspezifische) Belastungen, Anforderungen sowie die Krankheitsbewältigung beeinflusst. Das Ziel der Studie bestand vor allem im Verständnis und der Analyse subjektiver Sichtweisen im Hinblick auf chronische Krankheiten bei obdachlosen Jugendlichen. Von Interesse war es im Besonderen, welches Verständnis der Einzelne von seinem Leiden hat - welche Merkmale er diesem zuschreibt und welche Annahmen er vertritt bezüglich Ursachen, Beeinflussbarkeit, Folgen sowie Behandlungs- und Bewältigungsmöglichkeiten der Erkrankung. Der Bezug auf subjektive Sichten der Betroffenen hat praktische Relevanz auch für eine Gesundheitsförderung, die den Betroffenen Hilfen bei der Krankheitsbewältigung und Strategien zur Vermeidung von Folgeschäden anbieten will, um Lebensqualität zu bewahren. Es ist davon auszugehen, dass chronische Krankheiten subjektiv anders erlebt werden, als sie sich nach Maßgabe 'objektiver' und objektivierbarer Kriterien darstellen. Daher sollte in diesem Projekt die Innenperspektive der Erfahrungen der Betroffenen mit der Außenperspektive der Mitarbeiter von sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen kombiniert werden, an die sich die Jugendlichen wenden bzw. von denen sie betreut werden und die insofern die 'Experten' in der Arbeit mit den Betroffenen sind. Fragen waren einerseits an der Sichtweise der Betroffenen orientiert: Welche Krankheitsvorstellungen und welches Krankheitserleben lassen sich bei diesen identifizieren? Welche Formen der Krankheitsbewältigung bei chronischen Erkrankungen lassen sich bei obdachlosen Jugendlichen feststellen? Gibt es Muster/ Typen der Wahrnehmung und Bewältigung chronischer Krankheiten bei obdachlosen Jugendlichen? Andererseits wurden Fragen auf das Erfahrungswissen der Experten hin ausgerichtet: Wie nehmen diese das Problem 'chronische Krankheit von obdachlosen Jugendlichen' wahr? Welche Verläufe können z.B. ihrer Ansicht nach chronische Erkrankungen unter den Bedingungen des Straßenlebens haben, durch welche Faktoren werden diese beeinflusst?

Gesundheitsvorstellungen und -verhalten obdachloser Jugendlicher: Determinanten und Konstellationen im lebensweltlichen und sozialen Kontext.

Alice-Salomon-Hochschule Berlin

Prof. Dr. Uwe Flick

01.12.2004 — 31.05.2006

In diesem Projekt sollen Gesundheitsvorstellungen und -verhaltensweisen obdachloser Jugendlicher in ihren wesentlichen Einflussfaktoren, ihrem Bedingungsgefüge und der individuellen Bedeutung erfasst, analysiert und - auf der Ebene einer gruppenbezogenen Typologie - verallgemeinert werden. Gesundheitsvorstellungen werden bislang in Bezug u.a. auf die subjektive Bedeutung und das entsprechende Verständnis von Gesundheit, die Wahrnehmung von Belastungen, Risiken und Ressourcen, Gesundheitshandeln in Bezug auf den Umgang mit dem eigenen Körper, mit Krankheiten und auf die Mobilisierung von Ressourcen untersucht. Dabei wurden vor allem Stichproben der 'Normalbevölkerung' einbezogen. Speziell obdachlose Jugendliche sind mit verschiedenen Gesundheitsrisiken (Alkohol, Drogen, Prostitution, Armut, Krankheiten) konfrontiert. Sie wurden in einschlägigen Untersuchungen im deutschsprachigen Raum bisher nur bedingt berücksichtigt. Vor dem Hintergrund vorheriger Projekte des Projektleiters zu Gesundheitsvorstellungen von Laien sowie Ärzten und Pflegekräften bzw. der wissenschaftlichen Mitarbeiterin zu Belastung und Bewältigung in der Lebenswelt obdachloser Jugendlicher sollen hier subjektive Sichtweisen der Betroffenen als Basis für eine zielgruppenorientierte Gesundheitsförderung erhoben und theoriegeleitet analysiert werden. Zugleich soll die Lebenswelt der Jugendlichen durch beobachtende Teilnahme erschlossen werden. Diese wird in einer Bahnhofsszene sowie in einem niedrigschwelligen Setting der Sozialarbeit durchgeführt, in dessen Rahmen die Jugendlichen weitgehend 'unter sich sind', wenn sie ihren Alltag gestalten. Gesundheitsverhalten und -konzepte werden hier in Bezug gesetzt zu wesentlichen lebensweltlichen Komponenten, ebenso zu Belastungen und Bewältigungsversuchen, die für die Betroffenen aus dem Straßenleben folgen. Fragestellungen richten sich zunächst auf Gesundheitsvorstellungen: Verfügen die Jugendlichen über Gesundheitsvorstellungen, wie unterscheiden sie sich von denen der 'Normalbevölkerung'? Hinsichtlich des Gesundheitshandelns soll untersucht werden: Welche Formen von Gesundheitshandeln werden berichtet bzw. lassen sich beobachten? Übergreifend schließt sich die Frage an: Gibt es bestimmte 'Gesundheitstypen' bzw. Typen der Zusammenhänge zwischen Gesundheitsvorstellungen und -handeln? Weiterhin soll deutlich werden, welche Mobilisierungsstrategien die Jugendlichen hinsichtlich gesundheitsbezogener Ressourcen entwickeln und auf welche Barrieren sie dabei treffen. Schließlich wird analysiert, wie das Gesundheitsverhalten des Einzelnen geprägt wird durch die Werte und Normen des Szenenetzwerkes. Veröffentlichungen aus dem Projekt: Flick, Uwe; Röhnsch, Gundula: Zwischen Bewältigung und Risiko: gesundheitsrelevante Lebensweisen obdachloser Jugendlicher in Bezug auf Drogen und Alkohol. in: Psychomed, 17, 2005, 4, S. 234-239.