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hochschule@zukunft2030 – das hochschuldelphi

Projektleitung: Prof. Dr. Gerhard de Haan

Projektkoordination: Prof. Dr. Gerhard de Haan

Laufzeit: März bis Oktober 2006

Gefördert durch: Heinrich-Böll-Stiftung

Projektbeschreibung

Über die Delphi-Methode

Was ist eine Delphi-Befragung?

Wenn man die „Zukunft der Hochschule“ zum Thema einer Studie und einer, Konferenz macht, steht man vor einem Problem: die Zukunft ist immer ungewiss. So lässt es sich zwar kontrovers diskutieren, welche Prognosen zutreffen werden, lässt sich jedoch heute nicht entscheiden. Man kann dieser Problematik unterschiedlich begegnen. Wir nähern uns mit Hilfe wissenschaftlicher Verfahren und Techniken der Zukunft. Im Mittelpunkt steht hierbei die Delphi-Methode. Dabei bezieht sich die Namensgebung auf das Orakel der damaligen griechischen Küstenstatt Delphi, welche vor ca. 2800 einen Tempel beherbergte. Das Orakel wurde aufgesucht, um Ratschläge zu erhalten, die von einer Priesterin verkündet wurden.

Heute würde man etwas salopp sagen, befragen Delphis die Personen zur Zukunft, die die „Zukunft machen“. Diese „Zukunftsmacherinnen und Zukunftsmacher“ sind Expertinnen und Experten, die sich durch ihr Fachwissen oder ihre Position auszeichnen. Bei der Delphi-Methode handelt sich also um eine Expertenbefragung.

Wichtig ist, dass man die Expertinnen und Experten im Rahmen von Delphistudien nicht nur einmal, sondern zweimal fragt. Beim zweiten Mal – und das ist das Wesentliche – werden allerdings die Ergebnisse der ersten Welle mit rückgemeldet. Die Expertinnen und Experten entscheiden dann nicht mehr nur auf der Basis ihrer eigenen Vorstellungen, sondern auch auf denen der gesamten Community. Das hat u.a. den Effekt, dass „Ausreißer“ wieder eingefangen werden.

Delphis werden anonym mit Hilfe von Fragebögen durchgeführt. So vermeidet man vermeidet man, dass es, wie zum Beispiel in Workshops zu Meinungsführerschaften kommt und sich nicht alle Befragten gleichwertig einbringen können.

Hier eine Zusammenschau der wichtigsten Merkmale der Delphi-Methode:

  • Verwendung eines formalisierten Fragebogens
  • Befragung von Experten
  • Anonymität der Einzelantworten
  • Ermittlung einer statistischen Gruppenantwort
  • Informationen der Teilnehmer über die Gruppenantwort
  • (Mehrfache) Wiederholung der Befragung

Durch die erneute Überprüfung älterer Studien weiß man, dass sich Experten zwar immer noch irren können. Sie tun es durch die Delphi-Methode aber vergleichsweise „weniger“, als durch normale Gruppenbefragungen.

Weiterführende Literatur: 

  • Michael und Sabine Häder (ZUMA Manheim) 1998: Neuere Entwicklungen bei der Delphi-Methode. Literaturbericht II
  • Europäisches Energie Delphi. Durchgeführt unter der Federführung des Instituts für Zukunftsstudien und Technologiebewertung: [Link]
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmb+f) (1996/1998): Abschlussbericht zum "Bildungsdelphi": [Link]
  • Linstone und Turoff gelten als Erfinder der Delphi Methode. Auf ihrer Website bieten sie ihre zentrale Publikation als Download an: The Delphi Method: Techniques and Applications: [Link]
  • folgendes Buch ist aus dem Projekt hervorgegangen: [Link]
     

 

Downloads:

Zunächst bieten wir Ihnen Dateien zum Download an (Stand: 01.11.06):

Veranstaltungsprogramm der Konferenz

Weltaktionsprogramm BNE
European Journal of Futures Research bei SpringerOpen
iF-Schriftenreihe